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Die Kaiserin: Grading mit Resolve

Das Grading der Miniserie »Die Kaiserin« realisierte Marina Starke mit DaVinci Resolve.




Leitlinie fürs Grading

Maßgebliche Leitlinie: »Die Kaiserin« sollte elegant, selbstbewusst und modern aussehen, ohne aufdringlich zu wirken. Eine Kombination aus Hochglanz und Düsternis, die sich nicht vor starken Kontrasten und tiefen Farben scheut. Die erotischen Szenen sollten dabei naturalistisch und sinnlich bleiben. Besonders wichtig war es, die feinen Nuancen und Texturen der Kostüme und des Szenenbilds herauszuarbeiten, während andere Farben bewusst in den Hintergrund treten sollten. Auch die Hauttöne spielten natürlich eine wichtige Rolle – man wollte die typische Habsburger Blässe erzählen, ohne den Kontrast zu verlieren.

©Netflix

Hauttöne spielten eine wichtige Rolle.

©Marina Starke

Marina Starke, Lead Coloristin.

Marina Starke erläutert: »Zu Beginn der ersten Episode legten wir eine Auswahl an ‚Hero-Shots‘ fest, an denen wir den Look erarbeiteten. Aus diesen Shots generierten wir einen kleinen Edit, den wir mit allen Kreativen zur Ansicht teilen konnten. So konnten wir Feedback schon direkt einbauen, während wir uns durch die Folge arbeiteten. Das hat so gut funktioniert, dass wir das bei fast allen Episoden so gemacht haben. Die Serie hat zwar ihren Grundlook, aber jede Episode hat nochmal ihren eigenen gewissen Flavour.«

Marina Starke arbeitete mit DaVinci Resolve.

Node Tree

Aufgrund der knappen Deadline holte Marina Starke Colorist Manuel Portschy mit an Board. Gemeinsam realisierten sie das gesamte Grading in DaVinci Resolve. »Wir haben einen bestimmten Node Tree festgelegt, um strukturiert arbeiten zu können«, erläutert Marina Starke. So war immer klar, welche Node (ähnlich Layer) für welche Tools oder Korrekturen benutzt werden sollten – was für die Konsistenz innerhalb des Projekts wichtig und hilfreich war.

©Netflix

Ein Node stand für die Grüntöne in »Die Kaiserin«.

Eine Node war zum Beispiel für Hauttöne bestimmt und eine andere für die Grüntöne, die sich als wichtiges gestalterisches Element der Serie entwickelten. Zu Beginn der Serie und damit auch zu Beginn der Liebe zwischen Elisabeth (Sisi) und Franz sind sie noch sehr saftig und frisch, entwickelten sich aber im Verlauf der Serie zu einem eher kühleren, stählernen Grün, welches Elisabeths Umgebung immer mehr zu einem Gefängnis werden lässt. Weitere Nodes waren angelegt für verschiedene Primaries und Secondaries wie z.B. Fokusmasken, Vignetten und mehr.

©Netflix

Für Reviews wurden unter anderem auch iPad Pros genutzt.


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HDR Grading und Bildbeurteilung
»Eine aufregende Erfahrung war für mich das HDR-Grading. Wenn man es bewusst einsetzt, kann es auch eine weitere Ebene des Storytellings sein. Man sollte nur nicht gezwungen werden, die Dynamic Range in jeder Szene ohne Grund zu nutzen, und dahingehend hat uns Netflix vollstes Vertrauen entgegengebracht«, so Marina Starke.
In der Grading Suite bei Rotor Film stand für das HDR-Grading ein Sony BVM-HX310 Monitor zur Verfügung. Aufgrund von Änderungen im Zeitplan fand ein Teil der Feedback-Runden jedoch auch remote statt, wofür sich das iPad Pro (Gen 5) als hilfreiches Werkzeug des Teams erwies und von Netflix auch für Remote Reviews empfohlen wird.
©Netflix

Netflix nutzt Dolby Vision für HDR.

Netflix und Dolbyvision

Netflix nutzt Dolby Vision für HDR. Bei Dolby Vision ist das HDR-Grading (1000 nits) das Master, und sowohl das SDR (100 nits) als auch die Zwischenstufen werden beim Streaming nur durch Metadaten auf Basis des HDR-Masters generiert.

©Netflix

Es wurde in HDR gegradet.

Um diese Metadaten zu erstellen, wird zuerst eine automatisierte Dolby-Analyse des HDR-Grades durchgeführt, welche einen Startpunkt für das SDR-Grading vorschlägt. Dieses kann sich dann shotweise mit den in Resolve integrierten Dolby Tools anpassen lassen.

©Netflix

Marina Starke legt auch viel Wert auf Details in den Highlights.

Lieblingstools

Natürlich hat Marina Starke auch ihre Lieblings-Tools, die sie immer gerne und auch oft einsetzt: Dazu zählen die einfachen Primaries wie Offset, Contrast und Saturation, um eine erste Balance und auch Kontrast zu erzielen, aber auch das Highlight-Tool, mit dem sie wertvolle Details in den Highlights zurückholt.

©Netflix

Die Liebe fürs Bild hat Marina Starke schon sehr früh entwickelt. »Ich habe immer viel fotografiert, und irgendwann habe ich bemerkt, dass es mir eigentlich hauptsächlich um die Bearbeitung meiner Fotos ging. Das hat mich von Anfang an begeistert — ich liebe es einfach, wenn ich etwas Vorhandenes weiterentwickeln und dabei noch mehr herausholen kann.«

©Netflix

Dank des Versionings in Resolve kann Marina Starke viel experimentieren.

Versioning mit Resolve

Dabei hilft ihr das Versioning in Resolve. »Ich arbeite sehr gerne mit unterschiedlichen Clip-Versionen. So kann ich mit dem Material experimentieren und immer wieder zu einer vorhergehenden Version zurückkehren, um sie zu vergleichen. Dass die Versionen in den Clips direkt integriert bleiben, ist besonders hilfreich. In der Gallery kann schnell mal etwas unter- oder verloren gehen«, erklärt sie. Mit dieser Sicherheit, so Marina Starke, könne man viel ausprobieren und immer wieder Neues entdecken.
Seite 1: »Die Kaiserin« – Hintergründe
Seite 2: Grading mit Resolve
Seite 3: Vorher-/Nachher Shots
Seite 4: Kurzinhalt der Serie, Making-of


Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

Bildrechte: © Netflix, Marina Starke

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