Kurznachrichten: 19.02.2026

News: Kurz und knackig – KW 8/2026

Warner Discovery: Verhandlungen mit Ellison? X: EU-Datenschutz ermittelt. Social Media: Macht TV-süchtig? UK: DVB-T-Aus bedroht Radios.

Unternehmen

Knickt der WBD-Vorstand ein? Entgegen der bisherigen Ablehnung des Kaufangebots von Ellisons Paramount Skydance will die WBD-Spitze nach Verbesserungen (u.a. Übernahme der Vertragsstrafe für den Rücktritt von dem schon beschlossenen 83 Mrd. $-Deal mit Netflix) nun doch mit dem Ellison-Konzern verhandeln. Der will den Filmkonzern komplett kaufen, Netflix will auf die Kabelsender verzichten.
Der Konzern meldet für seine LEO-Satelliten einen Umsatzsprung auf 110,5 Mio. € (+59,7%) in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2025/26. Zunächst 440 Orbiter sollen das OnWeb-Netz in Konkurrenz zu Musks Starlink aufbauen. Im 2. HJ 2025 erreichte der Konzernumsatz 591,6 Mio. € (+2,4%). Hingegen sackten die Videoumsätze um 12,3% auf 266,5 Mio. € ab.
Der Betreiber von Glasfaser-Netzen in sieben Bundesländern sicherte sich in einer zweiten Finanzierungsrunde 135 Mio. € eines Banken-Konsortiums für den weiteren Ausbau der Netze. 2025 sei man »operativ positiv« gewesen.
Eine neue Ungarn-Tochter des Technikdienstleisters der RTL Group soll das Broadcast-Geschäft in Mittel- und Osteuropa sowie der DACH-Region u.a. mit Managed Service-Angeboten vorantreiben.

Broadcast, Produktion

Ab dem 1.1.2027 werden die Programmbereiche Aktuelles und Landesprogramme zusammengelegt. Unter Leitung von Chefredakteur Stefan Brandenburger werde so die regionale Berichterstattung aus NRW ausgebaut.

Streaming

Die Stuttgarter Firma liefert ihre 3Ready Automotive Platform für das neue Car-Entertainmentsystem Skoda Play. Sie liefert u.a. Videos aus verschiedenen Quellen, angepasst auf Kunden und Automodelle. Dazu gehören Live- und Abrufstreams u.a. für News, Bildung und von Skoda.

Filme & Förderungen, Festivals & Kinos

Mit der Verabschiedung des ffg samt Investitionspflicht SEI »wahrscheinlich im Herbst« zu rechnen, so Kulturstaatsminister Weimer auf einer Berlinale-Veranstaltung des VTTF. »Das nächste Jahr ist für viele Dienstleister zu spät«, hielt ihm Sven Pannicke (Rise FX) entgegen und forderte eine »Übergangslösung«.
Nach der Einigung der Koalition über die Investitionspflicht von Streamingdiensten in die Filmproduktion fordert Kulturpolitiker Sven Lehmann eine schnelle Umsetzung. Der versprochene »Booster« der Filmförderung könnte ein halbes Jahr früher starten, wenn das Verfahren vom Parlament ausgehe.
2025 sank der Kinobesuch europaweit von 843 auf 796 Mio. (-5,5%), so die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle. Vom fast stabilen Einspiel (6,36 Mrd. €; -0,6%) wurden 4,73 Mrd. € (-0,4%) in den EU27 erwirtschaftet. Entsprechend stieg der Ticketpreis von im Schnitt 7,60 € auf 8,10 € (+6,6%).
Javier Bardem und 80 Filmschaffende haben in einem Offenen Brief das »Schweigen« des Festivals zum Gaza-Krieg kritisiert und zeigten sich »bestürzt« über diese »Beteiligung an der Zensur von Künstlern, die Israels andauernden Völkermord ablehnen«. Jurypräsident Wim Wenders hatte erklärt: »Wir müssen uns aus der Politik heraushalten«. Zur Eröffnung hatte Kulturstaatsminister Weimer die »Despoten in Teheran oder Caracas« kritisiert und z.B. den Ukrainekrieg nicht erwähnt.

Radio, Audio

UKW ist »überholt«, so KEF-Mitglied Kay Barthel (CDU), Präsident des Landesrechnungshofes Sachsen-Anhalt. Der Simulcast von 70 ÖR-Radios verursache hohe Kosten; in UKW müssten ab 2029 60 Mio. € nachgeschossen werden. DAB+ verbrauche weniger Energie. Das führe u.a. zu längeren Laufzeiten im Notstrombetrieb, so dass die Sender z.B. in Krisen länger informieren können.
Die bisher selbständige Tochter wird dem Bereich Audio, Digital & IT der Mutterfirma Radio NRW (landesweite Sender, Mantelprogramm und Werbeakquise für Lokalaradios) unter Leitung von Christopher Witte zugeordnet.

Social Media & Jugendschutz

Die Koalitionspartei schließt sich Forderungen nach einer Social-Media-Regulierung an. Anbieter sollen den Zugang für unter 14jährige »technisch wirksam« und bei Strafandrohung verhindern. Bis 16 Jahre soll es eine verpflichtende Jugendplattform ohne Empfehlungssysteme geben. Die europaweite Gültigkeit von Regelungen sei zu sichern. Das Kabinett wartet Ergebnisse einer Kommission ab und vertagte sich auf September.
CEO Adam Mosseri bestritt vor einem US-Gericht ein Suchtpotenzial sozialer Medien. Nutzer könnten zwar süchtig wie nach einer TV-Serie werden, aber sie seien damit nicht »klinisch süchtig«, berichtet New York Times über seine Aussage.

Recht & Gesetz

Für die EU ermittelt die irische Datenschutzbehörde gegen X: Nach dem Skandal um sexualisierte Bilder der KI Grok habe die Musk-Plattform zwar Beschränkungen eingeführt, diese reichen den europäischen Behörden jedoch nicht aus.
Eine neue Untersuchung beschäftigt sich mit den europäischen Rahmenbedingungen gegen illegale Inhalte und Desinformation und deren Durchsetzung. Die kostenlose Studie wurde mit dem Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken, erstellt.

Künstliche Intelligenz

Das ZDF entschuldigte sich für einen Beitrag im »heute journal«, in dem KI-generiertes Bildmaterial ohne Kennzeichnung verwendet wurde. In dem Bericht über die Tätigkeit der US-Behörde ICE sei zudem eine Verhaftungsszene gezeigt worden, die 2022 in anderem Kontext entstand. Der Beitrag hätte nicht gesendet werden dürfen und wurde von allen Plattformen entfernt, so die Leiterin Aktualität Anne Gellinek.

Internationales

Der diskutierte Umstieg von DVB-T auf Web-TV bis zum Ende  der Verträge mit dem Sendenetzer Arqiva 2034 beunruhigt private Radios. TV zahle derzeit 3/4 der Standort- und Betriebskosten. Diese Kosten müssten dann die Radios allein tragen. Das sei für viele nicht darstellbar. Zudem seien ältere Hörer nicht ohne Weiteres auf Online umstellbar.
In diese Debatte passt die Ankündigung von Digital9, des 52%-Mehrheitseigners von Arquiva, den Wert des Sendenetzers per 31.12.2025 auf Null zu setzen. Dies wird mit regulatorischen und politischen Unsicherheiten begründet, darunter einer möglichen Abschaltung von DVB-T (Versorgungsgrad 98,5% der Bevölkerung).
Laut Regierung erreicht der Digital-Anteil 74,6% des Radiokonsums. Ein Bericht soll bis zum Herbst u.a. einen UKW-Ausstieg in den 2030ern und die Folgen eines DVB-T Endes auf das Radio untersuchen.
Maxime Saada, CEO von Canal+, orakelt das Ende von DVB-T innerhalb einer Dekade. Erstes Zeichen sei der Terrestrik-Lizenzentzug für zwei TV-Sender gewesen. Laut der Medienbehörde Arcom nutzten Ende 2024 40% der Haushalte eine Dachantenne und 16,6% ausschließlich DVB-T.

Verbände

540 Mitglieder wählten Julia Böhm (Maskenbild), Franzisca Puppe (VFX) und Myrna Wolff (Szenenbild) neu in den ordentlichen Vorstand sowie Adriana Altaras (Schauspiel), Lorenz Dangel (Musik), Heike Merker (Maskenbild), Jan Stoltz (VFX), Tim Tamke (Szenenbild) und Jakob Weydemann (Produktion) in den stellvertretenden Vorstand.
David Bernet bleibt Ko-Vorsitzender, neu an seiner Seite ist für vier Jahre Irene Höfer; ihre Vorgängerin Susanne Binninger vertritt den Verband weiter im FFA-Verwaltungsrat. Neu im Vorstand sind Andrea Schramm, Maria Wischnewski, Nele Dehnenkamp und Raphael Schanz. Schatzmeister Martin Hagemann, Chiara Sambuchi und Daniel Sponsel bleiben im Gremium.

Personalia

Ende Februar verlässt Ulrike Leibfried die Geschäftsführung, um sich der eigenen Produktionsfirma Area 46 zu widmen. Sie führt ihre laufenden UFA-Projekte weiter und bleibt der UFA durch einen First Look-Deal verbunden.
Ian Baglow, seit 2021 Chief Revenue Officer, wurde zum Co-CEO mit Verantwortung für das Tagesgeschäft der Software-Firma an der Seite von Mitgründer und CEO Stefan Lederer bestellt.
Annette Schumacher, seit Oktober 2021 Geschäftsführerin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, wurde vom Medienrat in eine weitere Amtszeit gewählt. Sie fungiert zugleich als Leiterin der AG Benutzeroberflächen und Medienplattformen der Landesmedienanstalten und arbeitet in deren AG Technik.
Nach dem 26%-Einstieg der Hans Nolte Familienstiftung bei dem Radio-Betreiber leitet Stephan Nolte als CEO die 19 lokalen Radiostationen mit Group-CEO Tim Lauth. Gründer und Mehrheitsgesellschafter Stephan Schwerk wechselt an die Spitze des Aufsichtsrats.
Matthias Ross, Geschäftsführer der Tochter Quantyoo, wechselt im April in seine Firma Layont für Audience- und Datenstrategie, bleibt RadioNRW aber per Beratervertrag verbunden. Die Geschäftsführung von Quantyoo übernimmt Marco Morocutti.

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