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Berlinale digital

Bei der diesjährigen Berlinale wurden erstmals mehr als 50 % der Filme in Form von DCPs vorgeführt – also digital als Digital Cinema Packages. Nur rund 8 % liefen noch als 35-mm-Filme, der Rest waren Videoprojektionen.

Natürlich kann ein Festival im Grunde in so gut wie keinem seiner vielen Aspekte als realistisches Abbild der Wirklichkeit dienen — vielmehr stellt es einen ganz eigenen Kosmos dar. Aber dennoch spricht diese Statistik des Festivals in Bezug auf die Technikentwicklung Bände — zumindest für die Vorführung.

Bezeichnend war im Rahmen der Berlinale aber etwa auch, dass der 1981 geborene Regisseur Daniel Joseph Borgman mit der mittlerweile fast schon exotischen Frage eines Zuschauers, ob denn die digitale Aufnahmetechnik den kreativen Prozess beeinflusst habe, zunächst gar nichts anfangen konnte. Schließlich antwortete er dann, dass sein Film »The Weight of Elephants« ja mit der Alexa gedreht worden sei und dadurch so nah am Drehen mit Film sei, wie man diesem Thema heute eben kommen könne. Außerdem gehe er davon aus, dass er in seiner weiteren Laufbahn wohl eher nicht mit Film drehen werde, selbst wenn er das wollte. Das sei halt so, stelle aus seiner Sicht aber auch keinen Nachteil dar.

Natürlich kann man zu diesem Thema auch noch ganz andere Stimmen ausfindig machen und auch während der Berlinale 2013 konnte man diese anderen Meinungen vereinzelt noch hören. Insgesamt aber ist die Diskussion »Film vs. Digital« allerdings fast schon in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Bei diesem früher hoch emotional diskutierten Technikthema hat sich offenbar eine pragmatische Sicht durchgesetzt.

Ist das gut oder schlecht? Es ist eben der Platz, den die früher mal heißen Diskussionen um Themen wie das Filmkorn mittlerweile eingenommen haben. Das stimmt die einen traurig und ist den anderen gleichgültig – und stellt mittlerweile schlichtweg die Realität dar.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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