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Hype, Fake and Reality

Mit einem neuen Besucherrekord geht die NAB2006 zu Ende: 105.046 Besucher haben sich nach Angaben des Veranstalters insgesamt akkreditiert, davon 25.537 von außerhalb der USA. Ganz zweifellos wussten die meisten davon auch schon vor Öffnung der Messetüren, was sie im Prinzip erwartet: Eine Show, auf der die Hersteller mit Neuigkeiten und allerhand Bohei das Interesse der Besucher auf sich ziehen müssen, wenn sich die Kosten für ihre Teilnahme an der Messe auch nur im Ansatz rechnen sollen.

Zu diesem Zweck werden von Seiten der Aussteller unrealistische Ankündigungen gemacht und mit Produkten, die angeblich so gut wie fertigentwickelt sind, erste Publikumsreaktionen getestet, bevor überhaupt entschieden wird, was wirklich mit welcher Intensität vorangetrieben und letztlich produziert werden soll. Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass einige der vorgestellten Produkte, so wie sie gezeigt wurden, niemals auf den Markt kommen werden. Und natürlich werden die Hersteller nur bei einem Bruchteil der Produkte, die wirklich kommen, den angekündigten Lieferstart einhalten können.

Mit etwas Messeerfahrung weiß man auch, dass man viele Demos eher als eigene Kunstform denn als realistisches Abbild eines Arbeits- oder Bedienvorgangs sehen muss: Da hangelt sich ein Operator auf einem schmalen Grat zwischen absturzgefährdeten Funktionen entlang und versucht, einfach eine gute Show abzuliefern und die Render-Pausen mit flotten Sprüchen zu überbrücken.

Dennoch — oder vielleicht gerade deswegen: Die schon zu Beginn der Messe recht gute Stimmung hat sich in diesem Jahr im Verlauf der Veranstaltung stabilisiert, es gab zahlreiche Neuerungen zu sehen, das Publikum war — so zumindest der subjektive Eindruck vor Ort — mit der NAB2006 zum größten Teil zufrieden und geht in jedem Fall mit einem Erkenntnisgewinn nach Hause. Schließlich ist ja auch nicht alles, was die NAB2006 zu bieten hatte, nur Fake und Hype.

Die Redaktion hat versucht, schon während der Messe entsprechend vorzufiltern. Ob das gelungen ist, kann man in vielen Fällen erst später sagen. Aber eines ist sicher: Viele Aspekte der Messe werden in der Nachberichterstattung ausführlicher diskutiert werden – online nachzulesen in den kommenden Wochen bei www.film-tv-video.de.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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