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Mit »großen Bildern« im Förderwettbewerb

Filmförderer sind nach »großen Bildern« süchtig, damit klar ist, dass ihre Mittel richtig investiert sind. Kirsten Niehuus und Helge Jürgens legten die Bilanz des Medienboards Berlin Brandenburg für 2018 vor.

Das Geschäftsführer-Duo freut sich über die Oscar-Anmeldung von »Systemsprenger« und 15 Jahre erfolgreiche Entwicklung der Medienregion. Die Hauptstadtregion sei in der Zeit zur Filmregion Nummer 1 Deutschland geworden, so Filmförderungs-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus, auch Dank neuer Förderinstrumente. Man sei trotz einiger Bedenken in die »Serienförderung früher als alle anderen eingestiegen«. Spätestens seit der Akquise von »Homeland« habe sich das ausgezahlt. »Die Wechselwirkung zwischen Kino und Serie wird sich weiter verstärken«, prognostiziert Niehuus und nennt auf beiden Seiten aktive Regisseure wie Christian Schwochow und Baran bo Odar als Beispiel für die Suche der Serie nach den »großen Bildern« des Kinos. Serien würden zudem weniger von Fernseh- als von Kinoproduzenten hergestellt.

Bilanz-Pressekonferenz des Medienboards: Christian Gaebler (Chef der Berliner Senatskanzlei, Aufsichtsratsvorsitzender), Helge Jürgens, (Geschäftsführer New-Media-Förderung), Nadine Kreutzer (Moderatorin), Kirsten Niehuus (Geschäftsführerin Filmförderung), Hendrik Fischer (Staatssekretär, Ministerium für Wirtschaft und Energie Brandenburg, stv. Aufsichtsratsvorsitzender).

Förderkonzepte grundsätzlich überdenken

Niehuus sieht aber auch Probleme und bedauert den Verlust der Dreharbeiten von »Charité« nach Prag. Die Kappungsgrenzen der Bundesförderungen verhinderten, noch mehr große internationale Koproduktionen ins Land und in die Region zu holen, wiederholte Niehuus ihre seit Jahren geäußerte Kritik. Das nahm Hendrik Fischer auf. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Brandenburgs will »für internationale Großproduktionen an das System der Förderung herangehen« und plädiert für steuerbasierte Förderstrategien, um mit anderen Ländern wettbewerbsfähig zu bleiben.

Da mitzuhalten hält Berlins Medienstaatssekretär Christian Gaebler mit Blick aufs regionale Geld für kaum möglich. »Die Mischung muss stimmen«. Da bezieht er das Umfeld mit Fachkräften und Forschung und Entwicklung ein. So stieg man zwar frühzeitig in die Förderung digitaler Medienprojekte ein, ergänzte der für die New Media-Förderung verantwortliche Helge Jürgens. Der sehr bescheidene Marktanteil am nationalen Umsatz der Gamesbranche von nur 4,3 Prozent zeige die Notwendigkeit, »Möglichkeiten zu schaffen, daraus eine größere volkswirtschaftliche Relevanz zu machen«. Zumal etwa Games-Engines auch in anderen Branchen genutzt werden. Das Beispiel VR zeige, dass die Technologie oft viel weiter sei als der Markt. Daher sollten neue Geschäftsmodelle, z.B. im Zusammenhang mit dem Wandel der Mediennutzung, fördermäßig begleitet werden. Derzeit verhandle man mit Branchen-Unternehmen, damit sie – wie Film- und TV-Firmen – in den New Media-Fördertopf einzahlen.

Filmproduktion vor radikalem Wandel

Die Filmproduktion sieht Jürgens vor einem radikalen Wandel. Er erwartet einen Rückgang von Dreharbeiten On Location. Stattdessen würden die künstlerischen Anteile von VFX wachsen, und Kameramänner werden statt am Set in virtuellen Räumen am Rechner drehen. Das werde nicht nur Szenen betreffen, die anders nicht erzählbar sind, sondern sich auch aus kalkulatorischen Aspekten ergeben. Mit Hilfe der beim Drehen gewonnenen Metadaten könnte in der Post nachgeleuchtet oder sogar komplett umgeleuchtet werden.

Solche Trends veranlassen Jürgens aber nicht, beim Medienboard eine Technologie-Förderung anzusiedeln. Die will er weiterhin den Wirtschaftsförderern überlassen. »Wir sollten die Technik in Verbindung mit Content und Projekten fördern«, so seine Aussage zur künftigen Förderstrategie.

Förderbilanz: Über kurz oder lang

»Systemsprenger« mit der großartigen Kinderdarstellerin Helena Zengel räumte schon die Berlinale auf. Ist jetzt der Oscar dran?

Das Medienboard Berlin Brandenburg hat 2018 38,8 Mio. Euro für 240 Film- und 60 New Media-Projekte verwendet. Förderprojekte drehten 5.300 Tage in der Region und brachten 165 Mio. Euro Ausgaben in die Region. Das entspricht einem Regionaleffekt von 425 Prozent, der bei High-End-Serien sogar mit 600 Prozent angegeben wird.

Seit der Zusammenführung des Medienbüros und des Filmbüros vor 15 Jahren standen dem Medienboard Berlin Brandenburg rund 440 Mio. Fördereuro zur Verfügung. 4.592 Projekte sorgten für einen »regional spend« von 1,7 Mrd. Euro bzw. einem Regionaleffekt von 400 Prozent. Zugleich wurden 85 Mio. Euro aus den Media-Fonds der EU in die beiden Bundesländer vergeben.

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