Drohne, Kamera, Kamerasupport, Sonstiges: 15.05.2015

Hochwerfen und läuft: Lily Camera, der Selfie-Kopter

Lily ist eine Wurfkamera in Form eines Multikopters. Die Kamera soll in HD aufzeichnen und dem Besitzer per GPS-Tracking und Bilderkennung folgen können. Lily soll ab Anfang kommenden Jahres ausgeliefert werden.

Sehr viel mehr als eine Website, eine Demo-Video und ein Pre-Order-Formular gibt es bei nüchterner Betrachtung über die jüngste Hype-Kamera zwar noch nicht, aber das unten eingebettete Video von der Lily-Website ist schon mal recht eindrucksvoll.

Lily soll 12-MP-Fotos oder HD-Video (H.264) mit 1080p60 oder 720p120 aufzeichnen können (letzteres laut Website, im Video wird 720p60 eingeblendet). Lily soll wasserdicht sein und auch Ton aufnehmen. Die Kamera sei mit einer Festbrennweite bestückt, geben die Entwickler an und es gibt laut Hersteller keine optische oder mechanische Bildstabilisierung, sondern die Bilder werden digital »entwackelt«. Die Aufzeichnung soll auf SD-Karten erfolgen, die Flugzeit maximal 20 Minuten betragen.

Eine Limitation stellt der fest eingebaute Akku dar, der laut Anbieter zwei Stunden Ladezeit benötigt. Außerdem bewegt sich Lily außer bei Start und Landung immer in einem Bereich von mindesten 1,75 m und höchstens 50 m über Grund.

Das System aus Kamera und Kopter folgt seinem Besitzer, solange dieser ein mitgeliefertes GPS-Tracking-Device bei sich trägt, über das sich zudem auch verschiedene Flugmodi des Geräts abrufen lassen und der warnt, wenn die Akkuladung des Kopters zur Neige geht.

Das Gerät kann vor, neben oder hinter dem Besitzer herfliegen, auch eine Kreisbahn um den GPS-Device-Träger ist möglich. Die maximale Fluggeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 40 km/h an. GPS ist aber laut Hersteller nicht die einzige Navigationshilfe, sondern Lily nutzt auch Bilderkennung, um ihren Besitzer in der Landschaft zu identifizieren.

Das Streamen von Low-Res-Video soll Lily auch beherrschen, man braucht eine zugehörige App, um das Live-Signal sehen zu können. Die App ist auch für einige andere Funktionen erforderlich.

Wer Lily bis Mitte Juni 2015 vorbestellt — und im voraus bezahlt —, muss für das relativ kompakte Gerät rund 500 US-Dollar bezahlen, der reguläre Preis soll dann rund 1.000 Dollar betragen.

Lily ist für Anwender gedacht, die sich beispielsweise beim Sport selbst filmen wollen, und dabei keine Hand frei haben, um auch noch Kopter und Kamera zu steuern: hochwerfen und drehen, lautet die Devise des Selfie-Kopters.

Firmenvideo Lily Camera.

 

 

(Nachträgliche Anmerkung der Redaktion: 2017 ist das Projekt Lily abgestürzt. Wahrscheinlich gab es nie ein einziges Produkt, vielleicht nicht einmal einen funktionierenden Prototypen. Weitere Infos gibt es im Netz, zum Beispiel hier, in einem Artikel der Zeit.)