Audio, Editing, Test, Top-Story: 07.12.2017

Praxistest Vegas Pro 15: Mehr als nur Kosmetik

Die jüngste Version der NLE-Software Vegas 15 im Praxistest — eine Zusammenfassung.



Vegas Pro 15
Manche Effekte kommen entweder mit gleichem oder ähnlichem Namen doppelt vor.
Plug-Ins und Effekte

Wie oben bereits erwähnt, befinden sich  je nach Version von Vegas Pro 15 mehr oder weniger Plug-Ins oder externe Programme mit im Bundle. In der mittleren, einfach »Vegas Pro« genannten Version sind es »NewBlueFX Filters Ultimate« und »HitFilm Movie Essentials«. Einige der darin enthaltenen Filter und Videoeffekte sind durchaus brauchbar, in erster Linie, um dem Bild schnell einen bestimmten Look zu geben, ohne dazu extra in ein Grading-Programm wechseln zu müssen.

Die Tatsache, dass Effekte verschiedener Hersteller vorhanden sind, führt mitunter dazu, dass bestimmte Effekte »doppelt« vorhanden sind, beispielsweise die Vignette. In diesem Falle einmal bei Vegas Pro selbst, aber auch im New Blue Filter Set. Im Videoeffektfenster werden – wenn man danach sucht – beide identisch angezeigt, so dass man nicht sofort erkennt, um welchen der beiden Effekte es sich handelt.

Vegas Pro 15
Der neue Picture-in-Picture Effekt lässt sich sowohl aus dem Menü als auch direkt in der Vorschau bedienen.

Zugegeben: Das ist der einzige Effekt, der den genau gleichen Namen hat; andere haben teilweise ähnliche Namen, sind aber in der Funktionalität ähnlich — beispielsweise Timecode von Hitfilm und Zeitanzeige von Vegas Pro selbst — so dass ein auseinanderhalten nicht ganz einfach ist. So können, insbesondere wenn man eine oder mehrere Vorgängerversionen von Vegas Pro mit den darin gebundelten Effekten hat, eine ganze Menge Effekte zusammenkommen. Die Tatsache, dass diese vom Benutzer nicht umbenannt werden oder Namensergänzungen versehen werden können, macht die Sache nicht einfacher.

Um die Vielfalt besser im Griff halten zu können, wäre es schön, wenn der Nutzer die Möglichkeit hätte, eigene Effekt-Ordner zu erstellen, in die er seine oft genutzten Effekte kopieren oder verschieben könnte. In diesem Ordner sollte es außerdem möglich sein, die Effekte nach eigenen Bedürfnissen umzubenennen. Die aus sehr frühen Zeiten von Vegas Pro noch immer vorhandenen animierten Thumbnails helfen bei der Suche nach dem richtigen Effekt auch nur sehr bedingt. Hier könnte mit geringem Aufwand das fortgesetzt werden, was in dieser neuen Version 15 begonnen wurde: mehr Übersichtlichkeit und dadurch schnellerer Zugriff.

Neu ist auch der OFX-Picture-in-Picture-Effekt, der sehr bequem auch vom Vorschaufenster aus bedient werden kann.

Plug-Ins »Mercalli V4« und »CMOS Fixer«
Vegas pro 15
Die im Vegas Pro 14 Bundle enthaltenen Stabilisierungs- und CMOS FIXR sind in der Version 15 nicht mehr enthalten, können aber als Upgrade hinzu gekauft werden.

Die vorangegangene Version Vegas Pro 14 war mit ProDads »Mercalli V4« und ProDad »CMOS Fixer« gebundelt, die bei der Stabilisierung und der Rolling-Shutter-Korrektur sehr nützlich waren. Leider wurden diese beiden Plug-Ins in Vegas Pro 15 nicht übernommen. Man kann sie zwar – sofern man auch die Version Vegas Pro 14 hatte – neu installieren, braucht aber für Vegas Pro 15 eine separate Seriennummer, die alten Seriennummern funktionieren nicht.

Vegas Pro 15
Der in Vegas Pro enthaltene Stabilisator muss etwas umständlich auf die Clips/Events angewendet werden.

Man kann sich jedoch, wenn  man diese Plug-Ins weiter nutzen will, das Upgrade für 99 Euro bei ProDad kaufen. Wer mehrere NLE-Programme nutzt, wird aber möglicherweise die ebenfalls erhältliche Einzelanwendung , die es seit neuestem auch für Mac gibt, bevorzugen und mit dieser die Clips stabilisieren, exportieren und dann in das jeweilige NLE-Programm importieren – siehe auch den separaten Test hierzu.

Vegas Pro hat zwar einen eigenen Stabilisierungseffekt, der ist aber erstens etwas umständlich auf den Clip anzuwenden und es können nur wenige Parameter eingestellt werden. Außerdem ist er bei unseren Versuchen mit UHD-Material regelmäßig abgestürzt.

Lumix GH 5

Für Besitzer einer Lumix GH 5 von Panasonic gibt es eine gute Nachricht: Dateien mit 10-Bit-Quantisierung können problemlos wiedergegeben und verarbeitet werden, was noch nicht bei allen in NLE-Programmen selbstverständlich ist. Außerdem wird ab dieser Version Aces 1.0.3 unterstützt und somit das Arbeiten mit erweiterten Farbräumen und Dynamik ermöglicht.

Seite 1: Eckdaten, Installation
Seite 2: Oberfläche, Trimmen
Seite 3: Plug-Ins, Effekte, Mercalli V4 und CMOS Fixer
Seite 4: LUTs, Rendern, HEVC
Seite 5: Fazit

Autor
Andreas Frowein, Archiv

Bildrechte
Andreas Frowein

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