Studio, Top-Story, Video, Virtual Set: 27.11.2020

RWE nutzt eigenes VR-Studio

RWE nutzt ein neu gebautes VR-Studio für Unternehmenskommunikation.

RWE, Logo
RWE hat auf seinem Campus in Essen in ein UHD-VR-Studio investiert.

Der Energieversorger RWE hat auf seinem Campus in Essen in ein UHD-Studio mit Virtual-Set-Technologie und Augmented-Reality-Möglichkeiten investiert. Das Studio hat KST Moschkau installiert, wesentliche Komponenten sind vier UHD-PTZ-Kameras von Panasonic, das Cambot-Automatisierungssystem von KST und ein Virtual-Set-System Reality von Zero Density.

KST, Axel Moschkau
Axel Moschkau, Geschäftsführer von KST (links).

»Das RWE-Projekt steht stellvertretend für eine ganze Reihe von aktuellen VR-Studios, die KST eingerichtet hat. Dabei wurden rund 50% unserer Projekte in diesem Jahr nicht in klassischen Medienunternehmen realisiert, sondern stammen aus ganz unterschiedlichen, anderen Industriebereichen. Dort wurde — auch schon deutlich vor der Corona-Pandemie — rasch erkannt, dass die neuen Möglichkeiten eines VR-Studios eine moderne Kommunikationsform darstellen«, erklärt Axel Moschkau, Geschäftsführer von KST. »Die Lösung, die wir für RWE entwickelt haben, erfordert kein professionelles Studiopersonal, sondern setzt stark auf automatisierte Prozesse in der TV-Produktionen.«


Demovideo zum RWE-Studio. © Panasonic, KST
RWE, VR-Studio, Installation
Work in progress: In der Installationsphase.
Projektabwicklung

»Wir konnten in unserem Innovation Center in Düren den Entscheidern von RWE die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Qualitäts-Level demonstrieren. Wir stellten verschiedene Leistungspakete zusammen, angepasst an die Anforderung und das Budget. Innerhalb weniger Stunden war dann klar, dass RWE ein VR/AR-Studio in UHD nutzen wollte.

RWE, VR-Studio
Ein Raum für das Studio, …

RWE vergab in der Folge an KST den Auftrag, das Studio komplett zu planen, umzusetzen und schlüsselfertig zu installieren. RWE stellte im wesentlichen in einem Neubau auf dem RWE-Campus in Essen zwei Räume im Rohbaustadium zur Verfügung.

Alles andere vergab RWE an KST und war Projekt- und somit Auftragsbestandteil.

RWE, VR-Studio, Regie
… ein Raum für die Regie.

»Neben dem hohen technischen Anspruch war vor allem die Zeitachse kritisch: Innerhalb von vier Kalenderwochen musste aus dem Rohbau ein funktionierendes, fertiges Studio entstehen —  und das inmitten der ersten Corona-Welle«, erläutert Axel Moschkau.

Verschiedene Nebennutzungsbereiche, wie etwa ein großer Mehrzweckraum für Live-Events, ein Außenbereich als »Sommerinterview«-Zone und ein Ü-Wagen-Anschluss-Platz waren ebenfalls Teil des Konzepts. Basis des Ganzen war aber das VR-Studio mit der angeschlossenen Regie und der zentralen Systemtechnik.

RWE, VR-Studio
Ideal angepasst an die Raumgröße, ergab sich eine L-förmige Bauform von 6 x 6 x 3,15 m.
Die Umsetzung

Das Green-Area: Gebaut wurde im RWE-Studio das inzwischen als VR-Green-Set standardisierte Baukasten-System von KST. Ideal angepasst an die Raumgröße, ergab sich so eine L-förmige Bauform von ca. 6 x 6 x 3,15 m. Der gesamte Green-Bereich wurde in RealGreen gestrichen, der für Reality optimierten Farbe von Zero Density.

Neben den rein technischen Ansprüchen sollte das Studio natürlich auch optischen Ansprüchen genügen und schön möbliert werden: Schließlich gehen hier künftig täglich die Vorstände des Unternehmens ein und aus, das Studio soll sowohl für interne wie externe Kommunikation genutzt werden.

RWE, VR-Studio
Das Basis-Licht-Set: kostengünstiges, ideales Grundlicht.

Das Basis-Licht-Set: Hier kam das KST-VR-LED-Lichtset zum Einsatz. Konzentration auf die tatsächlich benötigten Parameter brachte hier eine Einsparung von über 80 % gegenüber den meist in VR-Projekten genutzten Licht-Systemen. Das Ergebnis ist ein ideales Grundlicht für 90% aller VR-Produktionsfälle.

RWE, VR-Studio
PTZ-Kameras des Typs AW-UE150 von Panasonic.

Um die Handhabung so automatisiert und daher einfach wie möglich auszulegen zu können, wurde die einfachste Spielart von robotischen Kamerasystemen eingesetzt. Die PTZ-Kameras des Typs AW-UE150 von Panasonic stellen den idealen Kompromiss zwischen Easy-Operating, guter UHD-Bild-Qualität und präziser Steuerung dar. Vier dieser Free-D-fähigen Kameras wurden integriert.

RWE, VR-Studio, Regie
Sichtverbindung zwischen Regie und Studio.

Wesentliche Komponente für die  Automatisierung ist das KST-CamBot-System. Auch in Kombination mit PTZ-Kameras kommen die Stärken des Datenbank-gestützten Systems voll zum Tragen. Zusätzlich ergibt sich die Möglichkeit, jederzeit auf komplexere robotische Spielarten, wie etwa Schienen- oder Totem-Systeme — oder sogar die CamBot-Robots aufzurüsten.

RWE, VR-Studio, Steuerung
Wesentliche Komponente für die  Automatisierung ist das KST-CamBot-System.

Auch auf der VR-System-Seite setzte KST auf maximale Qualität, Funktions-Sicherheit und Fotorealismus: Die Wahl fiel hier auf den Hersteller Zero Density.

Zero Density nutzt Unreal (Infos).

Aus Sicht von KST ist Zero Density mit seinem VR-System Reality, das auf dem Game-Engine Unreal basiert, aktuell der Technologieführer.

RWE, VR-Studio
Weitere Kernelemente der Studiotechnik sind der 12G-Videomischer von Panasonic und eine 12G-Matrix von Aja.

Weitere Kernelemente der Studiotechnik sind der 12G-Videomischer AV-UHS500 von Panasonic und die Aja Kona 12G Matrix — beide optimal für Studios dieser Größe, so KST.

Neben diesen zentralen Studiotechnikkomponenten eines VR-Studios sind heute natürlich auch noch diverse andere Systeme erforderlich: externe Talk-Teilnehmer über Zoom/Teams/Skype/WebEx und weitere können eingebunden werden. Ebenso muss man in der Lage sein, auch in UHD direkt das Programm streamen zu können. Systemelemente wie VMix Pro können hierzu hilfreiche Werkzeuge sein.

RWE, VR-Studio
Monitore und Blick von der Regie ins Studio.

Das Monitoring wurde so ausgelegt, dass nicht nur die Studioquellen, sondern auch externe Gesprächspartner, Teleprompter oder Powerpoint-Einblendungen perfekt kontrolliert, gesteuert überwacht werden können.

RWE, VR-Studio
Automatisierung und intuitive Nutzerführung erleichtern das Arbeiten.

Die Mitarbeiter, die das RWE-Studio nun bedienen, kommen ursprünglich nicht aus dem professionellen Videoumfeld. Dennoch waren sie innerhalb kürzester Zeit in der Lage, das System zu bedienen und komplette Produktionen alleine durchzuführen. »Automatisierung und intuitive Nutzerführung erleichterten das«, erläutert Axel Moschkau. »Der hohe Automatisierungsgrad zwischen KST-CamBot und Reality macht das Operating der Sendung zu einem Vergnügen.«

RWE, VR-Studio
Aktuell werden 2 – 3, teilweise mehrstündige Sendungen pro Tag produziert.

Bemerkenswert ist laut KST vor allem die Dynamik, die inzwischen in die Produktion gekommen ist: War man in der Planungsphase noch von 3 – 4 Sendungen pro Monat ausgegangen, werden stattdessen aktuell 2 – 3, teilweise mehrstündige Sendungen pro Tag produziert. Das Projekt RWE-VR-Studio wurde also mehr als nur positiv vom Kunden angenommen.

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