Branche: 21.02.2002

Blu-ray Disc: Neuer Video-Disk-Standard

Neun Hersteller haben sich in Japan auf die grundlegenden Parameter für einen neuen Video-Disk-Standard geeinigt: Auf einer optischen Phase-Change-Disk von der Größe einer CD sollen sich damit im ersten Schritt bis zu 27 GB Audio- und Videodaten aufzeichnen und wiedergeben lassen.

B_0202_Bluray_LogoEin Logo gibt es für den neuen Disk-Standard ebenfalls schon.

Hitachi, LG, Matsushita (der Mutterkonzern von Panasonic), Pioneer, Philips, Samsung, Sharp, Sony und Thomson haben ein gemeinsames Statement veröffentlicht, das die Eckdaten der Blu-ray Disc enthält. Dank Phase-Change-Technologie handelt es sich bei der Blu-ray Disc um ein wiederbeschreibbares Medium. Noch stehen nicht alle Spezifikationen für den neuen Disk-Standard fest, aber noch im Frühjahr 2002 soll das Lizenzierungsprogramm beginnen, so dass dann Bauteile, Baugruppen und Geräte entwickelt werden können. Bis zur Markteinführung erster Geräte dürften also sicher noch 12 bis 18 Monate vergehen.

Der Name verweist schon auf die grundlegende Technologie, mit der diese optische Speicherscheibe arbeiten soll: Ein blau-violetter Laser (Wellenlänge 405 nm) schreibt dabei auf eine Phase-Change-Disk mit den äußeren Abmessungen einer CD (12 cm Durchmesser). Dabei sollen auf eine einseitig beschriebene Disk (single sided, single layer, wie bei CD und DVD-5) schon 27 GB Daten passen. Das ist mehr als das Fünffache der Speicherkapazität, die von der derzeit üblichen, einfachsten Ausführung der DVD erreicht wird.

Als Schreib/Leserate soll die Blu-ray Disc 36 Mbps erreichen. Generell soll es etwa möglich sein HD-Videoprogramme komprimiert auf die Scheibe zu schreiben und zusätzlich noch weitere Daten, die empfangen werden, ebenfalls aufzuzeichnen. Üblicherweise sollen Videoinhalte im MPEG-2-Format auf die Scheibe geschrieben werden, für Audio ist AC-3 und MPEG-1 vorgesehen. Aber auch MPEG-2-Transport-Streams, die einen Multiplex aus Audio und Video enthalten können, sollen sich aufzeichnen lassen. Da zudem auch Computer-Applikationen geplant sind, werden die genannten Formate wohl nur einige von vielen Datenformaten sein, die in Zukunft auf dieser Scheibe gespeichert werden.

Die höhere Schreibdichte der Disk wird durch eine schärfere Fokussierung des Lasers möglich, sowie durch eine dünne Schutzschicht (1 µm), die das Auffächern und Ablenken des Laserstrahls innerhalb der Disk minimiert. Die Spurbreite konnte dank dieser Maßnahmen auf 0,32 µm reduziert werden (CD: 1,6 µm). Die kürzesten Pits sollen 0.138 µm lang sein.

Eventuell soll mit diesen Eckwerten sogar noch eine Steigerung der Speicherkapazität auf mehr als 30 GB bei der einseitig beschriebenen Disk möglich sein. Bei einer Zweischichten-Disk sollen sogar mehr als 50 GB erreichbar sein.

Die Scheibe soll nicht wie die CD und DVD »nackt« verwendet werden, sondern wegen der höheren Datendichte und der daraus resultierenden höheren Empfindlichkeit gegen Schmutzpartikel als Cartridge zum Einsatz kommen. Das entspricht der bisher schon bei MO-Disks üblichen Praxis.

Autor
red
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