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NAB2002: Themen jenseits der Produkte

Die wichtigsten »Buzz-Words« der NAB2002 sind Kürzel: AAF und MXF. Es folgen: Metadaten, Workflow, IT-Integration und Video-over-IP. Fast wieder aus dem Vokabular verschwunden: Streaming und Interoperabilität.

Jede Messe hat ihre Schlagwörter und weil die NAB in den USA stattfindet, redet der Insider und wer sich dafür hält auch gern von den »Buzz-Words«. In diesem Jahr stehen an erster Stelle zwei Kürzel: MXF und AAF, die Kurzformeln für das Media Exchange Format und das Advanced Authoring Format. Zu beidem kann und muss sicher noch etliches gesagt werden, aber allein schon die Tatsache, dass zwei File-Formate zu den Topthemen einer Video- und Broadcast-Messe gehören, spricht Bände.

Beide Formate enthalten unter anderem Metadaten, was man letztlich als »Daten über die Daten« beschreiben kann. Dieses Thema beschäftigt die Endanwender zunehmend, wobei es dabei um so unterschiedliche Themen wie das Aufzeichnen zusätzlicher Daten und Informationen direkt bei der Originalaufnahme, um beschreibende Daten während der Postproduction aber auch um Suchhilfen im Archivbereich gehen kann.

Eng damit verknüpft: der Workflow, also der Arbeitsablauf. Der soll sich in vielen Bereichen grundlegend ändern, nun soll endlich ernst gemacht werden mit nonlinearen, digitalen Arbeitsweisen. Wer nur den Videorecorder durch einen Computer ersetzt, aber sonst alles gleich lässt, der verschenkt viele neue Möglichkeiten, die ihm die IT-Integration ermöglicht, womit das nächste Schlagwort gefallen ist.

Video-over-IP kommt bei den neuen Workflows ganz oft zum Einsatz, aber auch als zusätzlicher Distributionskanal. Das Wort Streaming ist somit fast schon zum Unwort verkommen, ganz so, wie das mit Multimedia der Fall war: Erst hieß alles Multimedia und dann wurde der Großteil der Anbieter und Hersteller des Begriffs ganz schnell überdrüssig. Deshalb: Video-over-IP, also das Verteilen von Video-Datenströmen über Datennetzwerke gemäß Internet-Protokoll – wird als Begriff gern und oft verwendet. Wer dagegen noch von Streaming spricht, outet sich als einer der wenigen, für die dieses Thema überhaupt noch von Interesse ist.

Ein anderes aber nicht minder endgültiges Schicksal steht dem Begriff Interoperabilität bevor: Weil MXF und AAF die Interoperabilität zwischen den Systemen verschiedenster Hersteller sicher stellen soll, braucht man über diesen Begriff selbst gar nicht mehr zu reden. Also ein Zungenbrecher weniger für die Messebesucher.

Autor: red

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