Film, Recording, Report, Unternehmen: 04.09.2012

Kodak: Ausstieg aus dem Filmbereich?

Kodak will sich unter anderem vom Foto-Flmbereich trennen. Der Cine-Filmbereich soll von diesen Maßnahmen aber nicht betroffen sein.

Kodak sucht derzeit nach Wegen, das Insolvenzverfahren bis 2013 wieder zu verlassen. Dabei schreckt die Unternehmensleitung auch vor radikalen Schritten nicht mehr zurück: Der Foto-Filmbereich, einst Gründungspfeiler des Unternehmens, soll verkauft werden. Könnte das auch auf den Cine-Bereich durchschlagen? Kodak verneint das: »Der Bereich Entertainment Imaging wird weiterhin seinen Kunden Filme und Services anbieten. Wir setzen auch in der Zukunft auf Film«, lässt die Presseabteilung wissen und verweist auf die Vorstellung des neuen Kodak Color Asset Protection Films 2332. 

Kodak sucht nach Wegen aus der Insolvenz

Kodak hat sich eigentlich aus der Versteigerung eigener Patente im Bildbereich größere Einnahmen erhofft, mit denen dann der notwendige Umbau des Unternehmens finanziert werden sollte. Allerdings ist das Interesse an den Patenten offenbar bei weitem nicht so groß wie erhofft und es soll laut Wall Street Journal sogar Pläne für eine Bieterallianz zwischen Apple und Google geben, mit dem Ziel, möglichst günstig an die Bildpatente von Kodak zu kommen und gar keinen richtigen Bieterwettstreit entbrennen zu lassen. Sogar Samsung, LG und HTC könnten angeblich in dieser Allianz mitmischen, sowie auf Patentverwertung speziaiisierte Firmen.

Angeblich hatte sich Kodak bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar aus der Patent-Auktion erhofft, die Summe der bisher eingegangenen Gebote soll aber weit unter dieser Marke liegen. Außerdem hat Kodak laut einer Meldung des Nachrichtenmagazins Spiegel in erster Instanz einen Patentrechtsstreit gegen Apple und den Blackberry-Erfinder RIM verloren, was das Vertrauen die Belastbarkeit der Kodak-Patente teilweise erschüttert hat. Kodak will jedoch in die zweite Instanz gehen.

Derzeit macht Kodak keine Angaben zum aktuellen Stand der Patent-Auktion, hat aber unabhängig davon Pläne bekanntgegeben, das Geschäft mit Fotofilmen, Scannern und Fotostationen verkaufen zu wollen. Bis Mitte 2013 sollen Käufer für diese Sparten gefunden sein, hofft Kodak. In jüngerer Zeit ist das Unternehmen schon aus der Produktion von Diafilmen, Kameras und digitalen Bilderrahmen ausgestiegen. Auf der Website gibt es die Produkte noch, beim Diafilm steht aber schon, dass nur noch Lagerbestände abverkauft werden, die maximal noch bis Ende 2012 reichen.

Insgesamt will sich Kodak aus dem Geschäft mit Privatkunden zurückziehen — mit einer Ausnahme: Tintenstrahldrucker. Ansonsten soll die Zukunft in den beiden Bereichen »Commercial, Packaging and Functional Printing« sowie »Enterprise Services« liegen. Auch den Bereich Entertainment Imaging — in dem der Cine-Filmbereich angesiedelt ist — will Kodak fortführen, ebenso wie die Bereiche Commercial Film und Specialty Chemicals.

Kodak Asset Protection Film

Ein neu vorgestellter Filmtyp unterstreicht, dass Kodak sich im Cine-Filmbereich weiter engagieren und die Entwicklung vorantreiben will. Das neue Material ist aus der Sicht von Kodak die Antwort auf die aktuelle Frage der sicheren Erhaltung von Spielfilmen und anderen Inhalten für Kino und TV.

Der Color Asset Protection Film 2332 wurde demnach als kostengünstige Lösung für die Langzeit-Archivierung auch von digitalen Programmformaten entwickelt. Neuartige Farbstoffe und optimiertes Emulsionsdesign sollen bei optimaler Lagerung eine Bildstabilität von über 100 Jahren gewährleisten. Der Kodak Estar Schichtträger sorgt dabei für eine hohe physikalische Stabilität. Der Color Asset Protection Film 2332 ist ab sofort im 35-mm-Format lieferbar.

»File-basierte Projekte werden am Ende auf Bändern oder Laufwerken gespeichert, die immer wieder re-mastered oder migriert werden müssen und damit Gefahr laufen, dass diese Formate überaltern«, sagt Kim Snyder, President der Entertainment Imaging Group. »Unser Ziel war die Schaffung einer erschwinglichen Film-Option für Content-Inhabern von  TV-Programmen, Spielfilmen und Dokumentationen, um ihnen eine langfristige Sicherung dieser Inhalte zu bieten.«

Der Color Asset Protection Film 2332 ist für die Belichtung auf digitalen Filmrecordern und der Verarbeitung im KODAK ECP-2E Prozess konzipiert. Merkmale des neuen Films sind eine verbesserte Empfindlichkeit sowie eine einfachere Handhabung im Filmrecorder und konsistentere Bildstruktur bei vergleichbarer Schärfeleistung und Kornstruktur zum Kodak Vision Color Print Film 2383.

Kodak plant nach eigenen Angaben den weiteren Ausbau des Film-Portfolios in diesem Bereich mit einem neuen Schwarzweiß-Separation-Film bis Ende dieses Jahres.

Autor
red
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