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Dabei sein war (beinahe) alles

Mit Spannung erwartete Film-Deutschland die 96. Oscar-Verleihung in der Nacht zum Montag. Abräumer in der Gunst der stimmberechtigten Mitglieder der US-Filmakademie war erwartungsgemäß Christopher Nolans Biopic »Oppenheimer«.

Tatsächlich gingen unter anderem die Statuette für den Besten Film an die Produzenten von »Oppenheimer« und persönliche Auszeichnungen für die Umsetzung der Geschichte um den Miterfinder der US-Atombombe an Christopher Nolan (Regie), Hoyte van Hoytema (Kamera), Jennifer Lame (Schnitt), Ludwig Göransson (Musik), Cillian Murphy (männl. Hauptrolle) und Robert Downey Jr. (männl. Nebenrolle).

film-tv-video.de hatte über die Kameraarbeit von Hoyte von Hoytema ausführlich berichtet

@Oscars 2024 - AMPAS

Das Team von »Oppenheimer« mit Christopher Nolan (3.v.r.).

Deutsche gehen (beinahe) leer aus

Die – im Vorfeld vor allem hierzulande als chancenreich bewertete – deutsche Schauspielerin Sandra Hüller verpasste zwar das goldene US-Mitbringsel für ihre Rolle im Justizdrama »Anatomy of a Fall«. Aus dem Team wurde aber die auch für Regie nominierte Justine Triet für das beste Originaldrehbuch gewürdigt. An die Spitze der Schauspielerinnen setzte die Akademie-Mitglieder Emma Stone für ihre Darstellung in »Poor Things«. Hüller konnte sich immerhin mit dem Team der britischen Produktion »Zone of Interest« über den Oscar als bester internationaler Film freuen, ebenso wie dessen Soundteam Taran Willers und Johnnie Burn in ihrer Kategorie. Das mag Fans deutscher Produktionen über den Umstand hinweghelfen, dass Ilker Çataks »Das Lehrerzimmer« und Wim Wenders mit der von ihm inszenierten japanischen Produktion »Perfect Days« leer ausgingen.

Die Oscars bleiben goldig.

Zwei Oscars gingen diesmal nach Japan. Regisseur/Autor Takashi Yamazaki half mit Kiyoko Shibuya, Masaki Takahashi und Tatsuji Nojima den 33. japanischen Streifen um den Urzeit-Riesensaurier »Godzilla: Minus One« zu Bewegung. Als besten Animationsfilm ging »Der Junge und der Reiher« aus der Abstimmung hervor.

Den Stellenwert von »Barbie« unter den US-Filmschaffenden beschreibt der Umstand, dass diesem Film trotz sieben Nominierungen nur der Song »What Was I Made For?« bepreist wurde. Das bei Billie Ilish prominent eingekaufte Lied musste obendrein gegen »I’m just Ken« aus gleicher Produktion antreten.

Erster Oscar für die Ukraine

Unter den Nominierungen der langen Dokumentarfilme zollten die Akademie-Mitglieder Mstyslav Chernov, Michelle Mizner und Raney Aronson-Rath Respekt. Für »20 Days in Mariupol« ging ein Oscar erstmals in die Ukraine. Er habe sich gewünscht, diesen Film niemals machen zu müssen, sagte Chernov, aber »ich kann die Geschichte nicht ändern«.

Das Dolby Theatre in Hollywood.

Weil ja auch ein bisschen Stimmung sein muss, gaben sich neben der Filmbranche auch die Medien wieder ein Stelldichein vor dem Dolby Theatre in Hollywood. Wieder bekamen die Kameras was geliefert – und nicht nur neue Modetrends für Rote Teppiche.

Vor zwei Jahren hatte Will Smith die Beleidigung seiner Frau auf der Oscar-Bühne mit einer Backpfeife quittiert; die Academy hatte sich nicht etwa von der Beleidigung beleidigt gezeigt, sondern von der Reaktion. In diesem Jahr war man sich nicht zu schade, die Übergabe des Preises für das Kostümdesign an Holly Waddington (»Poor Things«) mit einem Wrestler zu garnieren, der die Bühne nur mit Sandalen und einem Pappschild bekleidet betrat. 

Die 96. Oscars 2024: Alle Preisträger.

 

 

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