Recording, Test, Top-Story: 31.08.2000

Der Allesfresser

Der Sony-Studiorecorder DSR-2000 ist ein DVCAM-Recorder, aber er spielt auch DV- und DVCPRO-Kassetten in allen Größen ab.

Mit dem DSR-2000 hat Sony die DVCAM-Recorder-Palette am oberen Ende ergänzt: Dieser Studiorecorder soll höchste Ansprüche erfüllen, er bietet programmierbare, schnittfähige Zeitlupen-Wiedergabe (Bereich –1 bis +1fach), Preread-Editing und eine breite Auswahl an Anschlussmöglichkeiten, die sich mit Optionen noch erweitern lässt. Der DSR-2000 spielt alles ab, was es an DV-Formaten gibt, sogar DV-Longplay-Aufnahmen und das alles auch noch ohne Adapter in allen drei Kassettengrößen: Standard- und Mini-Kassetten im DV- und DVCAM-Format, aber auch Large- und Midsize-Kassetten des Panasonic-Formats DVCPRO. Aufgenommen wird beim DSR-2000 aber immer im DVCAM-Format – dem Sony-DV-Derivat für Profis, das neben breiteren Videospuren und einer höheren Bandgeschwindigkeit auch im Tonbereich einen Unterschied zu DV aufweist: bei DVCAM wird der Ton im Locked-Audio-Modus aufgezeichnet.

FUNKTIONEN

Mit der eingebauten Schnittsteuerung des DSR-2000 ist es möglich, andere Recorder zu steuern. Das Pult erlaubt alle grundlegenden Video-Schnittfunktionen, auch versetzte Audio- und Videoschnitte im gleichen Arbeitsgang. Dank Preread-Editing bietet der Recorder zahlreiche verschiedene Schnittvarianten.
Was im Bildbereich das Preread-Editing ist, das findet beim DSR-2000 auch im Tonbereich seine Entsprechung: Sound-on-Sound-Editing ermöglicht es, den schon aufgezeichneten Ton einer oder mehrerer Audiospuren mit Kommentar oder einem extern zugespielten Ton zu mischen und wieder auf die gleiche Spur aufzuzeichnen.
Weiteres Highlight im Audiobereich: die ins Gerät integrierte Audio-Matrix erlaubt es, jeden Eingang beliebig auf einen oder mehrere der vorhandenen Kanäle zu legen, ohne Kabel umstöpseln oder eine separate Audiokreuzschiene hierfür einsetzen zu müssen. Aufzeichnen kann der DSR-2000 wahlweise vier Kanäle mit 32 kHz Abtastrate und 12 Bit Quantisierung oder zwei Kanäle mit 48 kHz und 16 Bit.
Weil der Recorder eine Vielzahl von Ein- und Ausgängen bietet, die sich intern noch auf verschiedene Weise verschalten und verteilen lassen, ist man als Nutzer für ein besonderes Anzeigefeld dankbar, das sich neben der Audiopegelanzeige mit Ihren vier umschaltbaren Pegelbalken befindet: Hier wird angezeigt, welche Video- und Audiosignale anliegen, welche Quellen angewählt sind und wie sie intern verarbeitet und weitergeleitet werden. Nach kurzer Einarbeitung hat man auch verstanden, wie das funktioniert und mit den daneben angeordneten Schaltern sowie diversen Menü-Einstellungen korreliert. Dann ist dieses Display nützlich und gibt einen raschen Überblick zur Konfiguration der Ein- und Ausgänge.

FAZIT

Die Bedienung der zahlreichen Funktionen des DSR-2000 folgt weitgehend den gängigen Mustern mit Schaltern für die wichtigsten, oft genutzten Funktionen und Menü-Einstellungen für die Grundkonfiguration und seltener benötigte Parameter. Einige Bedienelemente, wie etwa das Quellen-Display sind anfangs vielleicht ungewohnt, aber erweisen sich letztlich doch als durchdachte Bedienhilfen.
Dass Sony im DVCAM-Format einen Top-Recorder mit umfangreicher Ausstattung und Funktionalität anbietet, das ist auch ein Zeichen dafür, dass der Hersteller seinen ursprünglichen Plan endgültig aufgegeben hat, DVCAM als reines Industrie-Format für den Corporate-Markt zu positionieren. Der DSR-2000 passt nämlich als Editing-Recorder mit Multi-DV-Format-Playback voll in bestehende Infrastrukturen, er kann zusammen mit anderen Recordern an linearen Schnittplätzen betrieben werden und erweitert deren Funktionalität: Es können damit alle DV-Formate verarbeitet werden, die Preread-Funktion kann einen dritten Recorder ersetzen, es ist schnittfähige Zeitlupen- und Zeitraffer-Wiedergabe möglich und es lassen sich – mit der entsprechenden Option –über den Recorder sogar Consumer-Geräte steuern.
Kein Wunder dass zahlreiche Broadcaster wie die britische BBC DVCAM-Equipment auch schon in größerem Umfang gekauft haben.

Downloads zum Artikel:

T_0800_Sony_DSR2000.pdf

Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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