Kamera, Test, Top-Story: 13.12.2018

Praxistest: Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K

Mit der Pocket Cinema Camera stellte Blackmagic vor gut fünf Jahren eine seiner ersten Kameras vor. Jetzt ist der Nachfolger verfügbar: die Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K. film-tv-video.de hat sie getestet.






Menü und Display
 

Die Oberfläche des Menüs ist in sechs Bereichen gut strukturiert und lässt einen schnellen Zugriff auf alle Parameter zu.

In manchen Situationen sieht man im Display eher sich selbst als das Motiv.

In Verbindung mit dem Touchscreen dauert keine Einstellung mehr als ein paar Sekunden. Das Menü von Blackmagic Design ist momentan eines der übersichtlichsten. Es bleiben natürlich die Abdrücke auf dem Display, die aber nur selten wirklich stören.

Der 7-Zoll-Monitor ist etwas groß, aber auch hier gilt: man nutzt ein kleines Rig für den Monitor …

Das fixe Display ist die größte Einschränkung, weshalb man die PCC4K nicht als perfekte Dokucam einstufen kann. Da es fast nur aus Augenhöhe betrachtet werden kann, erschwert das den Perspektivenwechsel erheblich.

… oder man arbeitet mit einer Turmkamera.

Ein zusätzlicher beweglicher Monitor behebt das, aber erfordert schon wieder ein Rig oder eine »Turmkamera«. In Innenräumen ist das Display hell und scharf. Die Schärfe lässt sich sogar gut ohne Peaking ziehen. Außen, bei Sonnenlicht, reicht seine Helligkeit nicht, es ist schwer, noch irgendetwas zu erkennen. Im Menü geht es gerade noch. Auch das lässt sich mit einem Monitor/Sucher beheben. Allerdings sind entsprechende Monitore der 1000-nit-Klasse erst ab ca. 800 Euro zu bekommen.

 

Außenaufnahmen
Leider bietet die Kamera keine ND-Filter.

Bei Außenaufnahmen im Sonnenlicht und hohen Kontrasten stößt man auf das zweite Problem der PCC4K, keine ND-Filter. Selbst bei ISO 100 sind Außenaufnahmen in der Sonne nicht mal mehr mit Blende 16 möglich. Da sind Objektive meist matschig. Außerdem ist bei so stark geschlossenen Blenden kaum Bokeh erzielbar. Im Schatten kann man dann doch wieder bis zu Blende 4 öffnen. Wer es möglichst einfach haben will, muss für Außen- und Innenaufnahmen einen ND-Fader zum Aufschrauben parat haben. Ansonsten muss man einen ND-Filter oder ein Kompendium mit Filtern verwenden. Angesichts der guten Lichtstärke der PCC4K kann man den ND-Fader vielleicht sogar auch für Innenaufnahmen drauf lassen.


Außenaufnahmen mit Grading.
ISO und Lowlight

Die PCC4K ist die erste Kamera von Blackmagic Design, die auch bei wenig Licht gut eingesetzt werden kann. Zwischen den beiden nativen ISO-Werten, 400 und 3200, wechselt die Kamera bei 1250 automatisch. Das führt dazu, dass ISO 1000 fast so viel rauscht wie 6400. Zwischen 100 und 800 und 1250 und 6400 sind alle ISO-Werte gut verwendbar.

Bei ISO 6400 ist das Rauschen schon stark, mit etwas Arbeit in DaVinci aber gut verwendbar (kein Originalfile, Größe heruntergerechnet).

Verglichen mit der Ursa Mini Pro sieht es bei 6400 besser aus als dort in ISO 1600. Es gibt schon ein deutliches Rauschen bei 6400, aber nichts, was sich nicht gut mit dem mitgelieferten DaVinci Resolve Denoiser lösen ließe. Selbst bei 10.000 ISO gibt das noch brauchbare Ergebnisse. Natürlich leidet die Bildschärfe da etwas. Wer jetzt nicht explizit Tiere filmt oder Szenen bei Mondlicht, für den bietet die PCC4K die nötige Lichtstärke. Vor allem verglichen mit der Ursa Mini Pro sprechen wir von zwei verschiedenen Welten. Nachtszenen oder Innenaufnahmen sind bereits mit einer Zimmerlampe gut realisierbar.


Alle ISO-Stufen mit Grading und Denoising.

Einige Low-Light Aufnahmen bis ISO 25.600.

Einige Clips mit und ohne Denoising/Zeitlupe.

Seite 1: Die Eckdaten
Seite 2: Anschlüsse und Handhabung
Seite 3: Menü/Display, Außen, ISO und Lowlight  mit Videos
Seite 4: Bildeinstellung, Qualität
Seite 5: Ton, DaVinci Resolve
Seite 6: Für wen, Fazit

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Autor
Christoph Harrer

Bildrechte
Christoph Harrer, Nonkonform

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