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Ehrlich Brothers: Die Magie eines neuen Looks

Der S35-Sensor der Alexa Mini, die hier auf einem Trinity-System montiert ist, wird auch in der Amira Live eingesetzt.
Der Aha-Effekt
»Nach dem Einschalten der Kameras und der Monitore war es wirklich spektakulär«, erinnert sich Thomas Gerdon.
»Man ist das gewohnt, was man seit Jahren benutzt, und das ist ja auch zweifelsohne toll. Aber dann diesen hohen Detailgrad, diesen Kontrastumfang und den anderen Look zu sehen — und zu sehen, wie gut das funktioniert: Das war ein Highlight, und das hat richtig Spaß gemacht.«
Mit der Amira Live hat Arri ein neues Modell der Amira entwickelt und darin versucht, die Effizienz und einfache Konfiguration einer Systemkamera, wie sie bei Live-Produktionen gewünscht ist, mit dem Cine-Look zu verbinden, den diese Kamera wegen ihres S35-Sensors ermöglicht. Bei der Ehrlich-Brothers-Produktion wurden Vorserienmodelle dieser neuen Kamera eingesetzt, und die Premiere war auch aus Sicht von Thomas Gerdon ein voller Erfolg.

Die mit klassischen Studiokameras erfahrenen Kameraleute konnten sich rasch an die Amira Live gewöhnen und mit ihr anfreunden.
Unterschiede zu klassischen Systemkameras
Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich zum Look klassischer Studiokameras illustriert Thomas Gerdon an einigen Beispielen. »Eine konventionelle Studiokamera hat ein Problem mit den Magenta- und Lilatönen. Das kennen mit Sicherheit viele: Wenn ich mit einer Lampe das Medium, also den Nebel anrege und dabei einen magentafarbenen Beam einsetze, dann sieht der Beam in vielen Kameras, besonders wenn ich sie nicht verdrehe, erstmal blau aus. Bei der Arri-Kamera hingegen gab es den größten Aha-Effekt, den ich seit langem erlebte, denn farblich ist da ‚what you see is what you get‘: lila, magenta — alles ganz, ganz klar definiert, alles ganz klar abgebildet. Das ist der größte und der beeindruckendste Unterschied zwischen einer konventionellen Kamera und der Arri.«

Die Amira Live wurde erst im Februar 2021 offiziell angekündigt, aber bei der Ehrlich-Brothers-Produktion im Herbst 2020 wurde sie schon eingesetzt. Trotzdem gab es beim Dreh keinerlei Probleme, erläutert Thomas Gerdon: »Wir hatten gar nichts — es gab wirklich keine bösen Überraschungen, ganz im Gegenteil.«

Dank des großen Sensors, der ohne Strahlenteilerprisma auskommt, bietet die Amira einen eigenen Look in sehr hoher Bildqualität, erklärt Thomas Gerdon im Podcast.
Würde Gerdon eine solche Produktion wieder mit Arri-Kameras durchführen?
»Jederzeit. Wir hatten gar nichts — es gab wirklich keine bösen Überraschungen, ganz im Gegenteil.«
Als Beispiel nennt Gerdon, dass die Arri-Kameras mit ihrem großen Sensor, der ohne Strahlenteilerprisma arbeitet, im Zusammenspiel mit den verwendeten Objektiven sehr unempfindlich gegen Einstrahlungen sei: Wenn man etwa mit niedriger Kameraposition mal gegen das Führungslicht dreht, dann kann das mit konventionellen Studiokameras oft ein hässliches, matschiges, überstrahltes Bild ergeben. Nicht aber mit der Amira, sagt Thomas Gerdon: »Bei ihr gibt so einen ganz wunderschönen kleinen Aura-Stern um die Lichtlinse, die ich in der Ferne sehe und verzeiht sehr viel.«
Gerdon betont auch, dass die Amira Live sehr gut mit Mischlichtsituation umgehen könne: »Das ist nicht selbstverständlich.«

Die Amira kann auch per iPad überwacht, bedient und kontrolliert werden — optimal, wenn sie etwa auf einem Kran montiert ist (mehr Infos).
»Die Amira hat ihren eigenen Look, sie sieht wesentlich filmischer aus, wenn man das so sagen will. Das muss man wollen — also etwa die Tagesthemen damit zu machen, ist vielleicht nicht so geeignet — aber gerade für Show-Produktionen: Immer wieder gerne genommen.«
Gibt es Nachteile?
Da die Amira Live wie eine Glasfaser-Systemkamera verwendet werden kann, hat Thomas Gerdon auch am Handling und den Abläufen nichts auszusetzen: »Das lief alles wie gewohnt.«
Das liegt sicher auch daran, dass die Amira Live genau für diese Einsatzzwecke optimiert wurde: Früher war es deutlich aufwändiger, mit Cine-Look-Kameras einen Multicam-Dreh zu realisieren, allein schon wegen des Kabelverhaus an der Kamera und der mangelnden Integration in TV-Multicam-Abläufe.
Bei der Amira Live hingegen kann der Glasfaser-Adapter kabellos an den Kamerabody angedockt werden, und man kann die Kamera mit einer Standard-RCP fernbedienen. Das ist ein großer Schritt im Unterschied zu früheren Lösungen.

Ob auf dem Kran, dem Körperstativ oder dem Pedestal: Die Amira Live kann vielfältig eingesetzt werden.
Gerdon sieht keine ernsthaften Nachteile bei der Art von Produktionen, die er üblicherweise umsetzt, wenn man mit Amiras dreht.
»Es fehlen mir vielleicht noch mehr Objektive, besonders Box-Objektive, wie es sie für konventionelle Studiokameras gibt«, sagt Thomas Gerdon als kleines Manko beim Drehen.
»Solange man die Kameras aber gut und staubsicher positionieren kann, gibt es aus meiner Sicht im normalen Studioalltag und Sendebetrieb nichts, was man damit nicht machen könnte — ganz im Gegenteil.«

»Das hat letztlich alles sehr gut funktioniert, aber in manchen Aspekten muss man sich eben ein kleines bisschen umgewöhnen«, erläutert Thomas Gerdon.
Allenfalls beim Kamerazubehör, findet Gerdon, muss man sich an die Amira Live noch ein bisschen anpassen und nennt als Beispiel etwa die Verwendung von Augen- oder Ringleuchten: »Das hat letztlich alles sehr gut funktioniert, aber in manchen Aspekten muss man sich eben ein kleines bisschen umgewöhnen.«
Die Kosten sind aus Sicht von Thomas Gerdon sogar niedriger, zumindest wenn man nur die Kamera betrachtet.
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Seite 1: Einleitung, Absage wegen Lockdown
Seite 2: Eine neues Konzept, Produktionsrahmen
Seite 3: Der Aha-Effekt, Unterschiede zu anderen Kameras, Nachteile?
Seite 4: Kamera-Setup, Bildtechnik, Data-Wrangling, Aufzeichnung
Seite 5: Crew, Team-Effort, Rückschau
Seite 6: Stabliste
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Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller
Bildrechte: Ehrlich Brothers (1), Ralph Larmann (11), Gerdon GmbH (7), Arri (8), Archiv
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