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Milano Cortina 2026: Olympia in Italien

Wie ARD und ZDF die Olympischen Winterspiele remote produzieren – und bei den Paralympics erstmals Cloud-Signale verarbeiten.




ARD und ZDF produzieren die Berichterstattung gemeinsam aus dem National Broadcast Center (NBC) im ZDF-Sendezentrum auf dem Mainzer Lerchenberg. Das NBC bildet wie bei den vergangenen Olympischen Spielen auch das technische und redaktionelle Herzstück der Produktion – hier laufen Senderegie, Subregien, Postproduktion und Streaming-Betrieb zusammen. Der Großteil der Produktion findet remote in Deutschland statt, nicht in Italien.

©ARD

Erstmals teilen sich der Bayerische Rundfunk (BR) und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in der ARD die Federführung für die Olympischen Winterspiele. Dieses Modell der gemeinsamen Federführung ist ein Novum – bisher lag die Federführung immer bei einer einzelnen Anstalt.

©Nonkonform Screenshot

Christoph Over, Technischer Leiter BR.

Christoph Over, Technischer Leiter (BR), erläutert: »Ziel der gemeinsamen Federführung ist es, die aufgebaute Planungskompetenz langfristig zu erhalten«. Sie soll auch für die nächsten Winterspiele beibehalten werden.

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Hagen Schuler, Technischer Leiter MDR.

Die Aufgabenteilung ist klar gegliedert. Hagen Schuler, Technischer Leiter MDR, erklärt: »Der MDR verantwortet alles, was ARD-seitig in Deutschland stattfindet – also die ARD-Sendeabwicklung im NBC in Mainz, die Audiodeskription in Leipzig sowie den Social-Media- und Online-Betrieb, der über den WDR-Sporthub in Köln abgewickelt wird. Der BR verantwortet, was in Italien stattfindet – also die unilaterale Technik an den Venues, die ARD EB-Teams vor Ort und die Präsenz an den Wettkampfstätten.«

Das ZDF stellt mit dem National Broadcast Center (NBC) wieder die gemeinsam genutzte technische Infrastruktur auf dem Lerchenberg bereit: Eventschaltraum (MCR NBC), Studio, Regien, Postproduktion und die Streamingregie werden hier von ARD und ZDF gemeinsam genutzt.

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Gunnar Darge, Technischer Leiter ZDF.

Remote-Produktionskonzept

Die dezentrale Struktur der Spiele mit sechs weit auseinanderliegenden Austragungsorten hat das Produktionskonzept maßgeblich beeinflusst. »Eine zentrale Ressource vor Ort – wie in früheren Jahren im International Broadcast Center (IBC) vor Ort – ergibt bei den großen Entfernungen zwischen den Venues keinen Sinn mehr«, so Gunnar Darge, Technischer Leiter ZDF.

Im International Broadcast Center in Mailand sind die Sender deshalb nur noch minimal präsent, es dient lediglich noch als technischer Signal-Hub, um die Signale von OBS (Olympic Broadcasting Services) entgegenzunehmen und dem NBC in Mainz zuzuführen. Insgesamt werden 44 Feeds, 6 MADI-Services und diverse Datenservices aus dem IBC nach Mainz übertragen.

©ARD

Es gibt sechs Austragungsorte.

Die georedundante Signalanbindung vom IBC zum NBC erfolgt über Glasfaser mit insgesamt 2x 13 Gbit/s (10 Gbit/s + 3 Gbit/s). Die Nimbra-Technik (Net Insight), die seit Längerem als gemeinsame Plattform von ARD und ZDF genutzt wird, kommt auch hier zum Einsatz.

Redaktionelle Präsenz gibt es im IBC nicht mehr – sämtliche Offtubes und redaktionelle Arbeitsplätze, die früher dort verortet waren, befinden sich nun im NBC in Mainz. An den Venues gibt es neben den gebuchten Kommentatorenplätzen für TV und Hörfunk zudem zusätzliche Plätze für die Kommentierung der Streamingkanäle, die ebenfalls zum Teil vom Venue realisiert werden.

Auch ein Olympia-Studio in Italien wurde bewusst nicht errichtet. »Aufgrund der großen Entfernungen könnten Athleten nicht zentral an einen Standort gebracht werden, zudem wohnen sie nicht alle in einem Olympischen Dorf, sondern sind auf Hotels in unterschiedlichen Regionen verteilt«, erläutert Christoph Over, Technischer Leiter BR. Das Studio befindet sich daher im NBC in Mainz – wie bereits bei den Winterspielen 2022 in Peking.

Seite 1: Eckdaten
Seite 2: National Broadcast Center
Seite 3: Venues
Seite 4: Streaming, Cloud, Perspektiven

Autor: Christine Gebhard

Bildrechte: ARD, ZDF

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