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Milano Cortina 2026: Olympia in Italien

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Streaming aus dem NBC

Die Streaming-Regie befindet sich im NBC in Mainz und produziert sieben parallele Livestreams für die Winterspiele. Die Streams werden komplett im NBC konfektioniert und dann per Glasfaserleitung an das ZDF-Sendezentrum und an den WDR in Köln weitergegeben.

©ZDF

IP spielt im Geräteraum im NBC in Mainz eine große Rolle.

Für die Streaming-Produktion kommt das automatisierte Audio-Konzept auf Basis von Jünger FlexIO zum Einsatz, das erstmals bei Paris 2024 eingeführt wurde. Mithilfe dieser KI-basierten Audiomischungen können sämtliche Streams mit nur zwei Toningenieuren effizient betreut werden. Die Streams selbst werden teilweise von den Venues, teilweise aus dem NBC oder in Kombination aus beidem kommentiert.

Der WDR-Sporthub in Köln fungiert als Social-Media- und Online-Zentrale der ARD. Hagen Schuler erläutert: »Der SportHub ist mit sieben Livestreams angebunden, die wir im NBC produzieren und die in Köln/Mainz encodiert werden.«

©Screenshot Web ZDF

Sieben parallele Livestreams werden produziert.

Die Glasfaseranbindung zwischen Köln und Mainz sieht insgesamt zehn Signale vor, sieben davon werden für die Livestreams genutzt. Im Sporthub sind ausschließlich ARD-Mitarbeitende redaktionell vertreten – hier wird auf bestehende Sportschau Infrastruktur und Workflows zurückgegriffen.

Im Sporthub lautet der Ansatz »Online first«: Material der Social-Teams aus Italien wird zuerst über Köln verbreitet und dann fürs TV nachgenutzt.

KI in der Produktion

Wie erläutert ist bei der Audioproduktion mit der Jünger-Lösung schon KI im Einsatz. Doch auch vom Veranstalter können ARD und ZDF KI-Tools zur Unterstützung nutzen – und tun dies auch erstmals bei Olympia. Zum Einsatz kommt der Service »AI-generated Highlights« von OBS, der auf der Plattform von WSC Sports basiert – einem Anbieter, mit dem im Fußball bereits seit Längerem erfolgreich gearbeitet wird.

©ARD

Christoph Over, Technischer Leiter BR.

»Diese KI-Highlight-Schnitte nutzen wir ARD-seitig primär für die Konfektionierung von Online-Content, insbesondere für YouTube-Zusammenfassungen und Social-Media-Inhalte, und führen auch eigene Streams zu«, so Christoph Over, BR.

Cloud-basierte Signale

Einen großen Technologiesprung wagen ARD und ZDF bei den Paralympics Milano Cortina 2026. Hier wollen die beiden Sender erstmals die Cloud-basierte Signalzuführung nutzen, die OBS anbietet. Statt Signale konventionell über das IBC zu beziehen, werden die Feeds dann per SRT-Stream über die OBS Cloud empfangen.

©ZDF

Audio-Equipment von Lawo im NBC in Mainz.

Für die Paralympics werden fünf variable Signalfeeds aus einem Angebot von 14 Feeds genutzt, die tagesaktuell nach redaktionellem Bedarf geschaltet werden. Sämtliche Kommentierung erfolgt bei den Paralympics allerdings aus dem NBC – es gibt keine gebuchten Plätze an den Venues.

Die SRT-Streams werden in Mainz über die Bestandsinfrastruktur des Sendezentrums über SRT-Decoder empfangen, auf SDI 1080i/50 gewandelt und dem NBC zugeführt.

Die Paralympics dienen als Testproduktion für die Cloud-basierte Signalzuführung, die perspektivisch auch für die Olympischen Spiele angewendet werden könnte – etwa bei den Sommerspielen 2028 in Los Angeles. Allerdings wird die Entscheidung für oder gegen eine klassische Präsenz vor Ort im IBC auch künftig von mehreren Faktoren abhängen.

»Sobald für redaktionelle Zwecke eine zentrale Infrastruktur vor Ort benötigt wird, ergibt sich automatisch auch eine Signalzuführung dorthin, die eine reine Cloud-Versorgung weniger zwingend macht«, erläutert Christopher Heintze. Die Diskussion über das optimale Modell – IBC, Cloud oder Hybrid – wird aktuell daher für jede Veranstaltung neu geführt.

©ZDF

Gunnar Darge (links) und Christopher Heintze im NBC in Mainz.

Perspektiven

Die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 markieren einen weiteren Meilenstein in der Remote-Produktion von Großereignissen. Erstmals wird Biathlon komplett remote produziert, inklusive Kamerasteuerung und Audio-Mischung aus Mainz. Beim Skispringen kommt erstmals ein rein internetbasiertes Remote-Konzept per LiveU und Peplink zum Einsatz.

Die gemeinsame Federführung von BR und MDR ist ebenfalls neu. Die Cloud-basierte Signalzuführung bei den Paralympics testet einen Weg, der perspektivisch auch für Olympische Spiele relevant werden könnte. Mit dem konsequenten Ausbau der IP-Infrastruktur, dem Einsatz von KI-Tools und der weiteren Optimierung der Remote-Workflows zeigt sich, wie stark sich die Olympia-Produktion seit den früheren Spielen verändert hat.

Für Gunnar Darge ist es das letzte Groß-Event, er verabschiedet sich nach 17 Olympischen Spielen. »Schön waren sie alle«, resümiert er, »Wir waren technisch immer vorne mit dabei. Wenn ich zurückblicke, hat sich alles sehr schnell entwickelt und auch verändert – und das ist auch in Ordnung.«

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Seite 3: Venues
Seite 4: Streaming, Cloud, Perspektiven

Autor: Christine Gebhard

Bildrechte: ARD, ZDF

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