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Starkes Stück

Eine DVCAM-Maschine wie aus dem Bilderbuch: Sonys Desktop-Recorder DSR-20.

Sonys DVCAM-Recorder DSR-20 bietet alle wichtigen Features, die für den professionellen Einsatz notwendig sind. Er kann DV- und DVCAM-Kassetten abspielen. Und er ist bezahlbar: Mit 7.980 Mark steht der Recorder in der Netto-Preisliste.

Über seine digitale Schnittstelle (IEEE-1394) ist es möglich, DV-Material von einem Consumer-Camcorder aus digital ins DVCAM-Format umzukopieren. Anwender aus dem Consumer- und aus dem Profilager können also jetzt mit DV aufzeichnen und im DVCAM-Format weiterverarbeiten. Der DSR-20 kann sowohl DVCAM- wie auch DV-Bänder wiedergeben. Aufnehmen kann er allerdings ausschließlich im DVCAM-Format. Zur Herstellung ganz normaler DV-Kopien eignet sich der DSR-20 also nicht.

Ein großes Plus für Consumer: Der DSR-20 läßt sich via Control-L-Schnittstelle (Lanc) steuern. Dadurch ist es möglich, den Sony-Recorder im Zusammenspiel mit einer Consumer-Schnittsteuerung einzusetzen. Zudem bietet der Recorder eine RS-232-Schnittstelle, über die er sich von einem Computer oder vom Sony-Nachbearbeitungsstudio FXE-120 aus dirigieren läßt. Professionelle Anwender werden dennoch eine RS-422-Schnittstelle vermissen. Sie ist für den Recorder leider auch nicht als optionales Zubehör verfügbar.

Alle wichtigen Funktionen des Recorders lassen sich direkt am Gerät einstellen. Die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet und ausreichend groß. Unter einer Klappe verbergen sich weitere Tasten und Regler für all jene Features, die seltener benötigt werden, etwa Audiomonitor, Menü oder Timer.

Im Tonbereich zeichnet der DSR-20 immer nur zwei Kanäle auf. Er kann aber per Bildschirmmenü zwischen zwei Audio-Modi umgestellt werden: Steht er auf Fs48k, dann zeichnet er zwei Kanäle mit 16 Bit und 48 kHz auf. Steht er dagegen auf Fs32k, dann wird der Ton mit 12 Bit und 32 kHz verarbeitet. Der DSR-20 legt dann zwar auf dem Band vier Spuren an, von denen er aber nur die Spur 1 und 2 nutzt. Wird ein Band mit vier bespielten Spuren eingelegt, lassen sich alle vier Tonspuren über den Audiomonitor im Mixbetrieb abhören. Einzeln ausgeben kann der Recorder aber nur zwei Kanäle.

Sehr komfortabel sind die Einstellregler für die beiden Audiokanäle. Vergleichsweise groß und griffig unterscheiden sie sich wohltuend von den kleinen fummeligen Reglern, die etliche Hersteller bei ihren günstigeren Profi-Recordern einbauen, um die Produktionskosten zu reduzieren.

Nützlich ist auch die Funktion Dub-Kopierung. Viele Recorder schreiben automatisch einen neuen Timecode auf das Band, wenn sie aufnehmen. Mit der Dub-Funktion übernimmt der DSR-20 beim Aufzeichnen dagegen den Timecode des Originalbandes. So entsteht eine exakte Kopie mit identischen Timecode-Werten, die sich beispielsweise für den Layout-Schnitt benutzen läßt.

Wer den DSR-20 als Office-Player oder auch als Präsentationsrecorder einsetzen will, findet an dem Gerät ebenfalls etliche nützliche Funktionen. Über den Timerschalter ist es möglich, ein komplettes Band im Endlosbetrieb wiederzugeben. Die Indexfunktion erlaubt es auch, nur bestimmte Passagen endlos abzuspielen. Auch für den mobilen Einsatz eignet sich der DSR-20. Dank seines 12-Volt-Stromanschlusses findet er nahezu überall Energiezapfstellen.

Fazit: Der DSR-20 ist ein wichtiges Brückenprodukt, um die DV- mit DVCAM-Welt zu verbinden. Mit seinem guten Preis-Leistungsverhältnis schlägt dieser DVCAM-Recorder derzeit die gesamte Konkurrenz. Der DSR-20 ist eine runde Sache und interessant für alle Anwender werden, die ihr DV-Equipment mit professionellen DVCAM-Komponenten ergänzen möchten.

Downloads zum Artikel:

T_IZTT_0899_RCSonyDSR20.pdf

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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