UE-Geräte: Allianz Japan-China. Warner: Bieterkampf. TikTok: US-Kontrolle, Zensur? Regisseure, Drehbuchautoren: »Hohe Prekarität«. Oscars: Kandidaten.
Unternehmen
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Im Bieterkampf zwischen Netflix und Paramount haben laut Warner Discovery 93% der Anteilseigner den Verkauf an Paramount abgelehnt und präferieren die 83 Mrd. $-Offerte von Netflix. Dagegen geht Paramount gerichtlich vor, verlängerte sein 30 $ pro Anteil-Angebot bis zum 20.2. und ersetzte den Aktienanteil durch Barzahlung. |
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Eine Gruppe britischer Politiker forderte die Kartellbehörde auf, den Warner/Netflix-Deal zu verhindern. Das würde im UK »einen ohnehin dominanten Player zementieren« und »zu einer erheblichen Einschränkung des Wettbewerbs mit schädlichen Folgen für die Verbraucher« führen. Frage: Was wäre, wenn Paramount einsteigt? |
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Ein Memorandum of Understanding bereitet ein weltweites Venture ab April 2027 für Entwicklung, Herstellung, Logistik und Kundenbetreuung von TV- und Audioprodukten. Bild- und Tontechnologien der Japaner sollen mit den Produktionskapazitäten und Displaytechnologien von TCL (China, bekommt 51%) zusammengefasst und mit Sonys Submarke Bravia vertrieben werden. |
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Die von Präsident Trump verlangte Ausgliederung des US-Geschäfts des Kurzvideoportals aus dem chinesischen Bytedance-Konzern scheint vollzogen. Die Chinesen behalten 19,9%, größte Investoren eines internationalen Konsortiums sind der Emirate-Staatskonzern, die US-Investoren Silver Lake und Oracle. Die US-Plattform soll bei Oracle gehostet werden, sodass Trump über seinen Intimus Larry Ellison und US-Recht Steuerung und Sicherheit kontrolliert. |
Streaming
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Disney+ entfernte die Unterstützung für Dolby Vision, HDR10+ und 3D-Filme aus allen Angeboten für Deutschland. Kunden sind damit auf statisches HDR10 beschränkt. Hintergrund ist laut Heise ein von InterDigital Ende 2025 in München erwirktes Urteil zu einem Patent der Firma für das Streaming in HDR. Berufung sei möglich. |
Standards
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Ausfallsicherheit, freier Empfang ohne SIM, die Nutzung von UHF und mobiler Empfang machen 5G Broadcast besonders geeignet für öffentliche Warnsysteme. Nach dem Beispiel des Pilotprojektes »Pocket Siren« (Estland) werden im Notfall weite Teile der Bevölkerung erreicht, »auch wenn Mobilfunknetze versagen«, so u.a. eine Studie des Dachverbands der Sendenetzer. |
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
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Präsident der diesjährigen Berlinale-Jury, die über die Goldenen und Silbernen Bären entscheiden wird, ist Wim Wenders. Ihm stehen Min Bahadur Bham (Nepal), Bae Doona (Südkorea), Shivendra Singh Dungarpur (Indien), Reinaldo Marcus Green (USA), HIKARI (Japan) und Ewa Puszczyńska (Polen) zur Seite. Das komplette Filmprogramm wird am 3.2. veröffentlicht. |
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Der Cannes-Preisträger »In die Sonne schauen« schaffte es nicht unter die fünf Oscar-Nominierten für den besten ausländischen Film. Vertreten sind dort jedoch die mit deutschen Partnern entstandenen »Sentimental Value« (Norwegen, 6 Lolas) und »Sirat« (Spanien, 4 Lolas). Zur 98. Verleihung am 15. März treten in der Kategorie auch »The Secret Agent« (Brasilien), »Ein einfacher Unfall« (Frankreich) und »The Voice of Hind Rajab« (Tunesien) an. |
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Vor der Berlinale stellt sich die Koalitionsfraktion an die Seite der Filmbranche und fordert eine gesetzliche Investitionspflicht der globalen Filmvermarkter in den Filmstandort. Kulturstaatsminister Weimer liefere »Verzögerungen und vage Absichtserklärungen« statt verbindlicher Äußerungen. Weimer hatte zuletzt die Forderung der Konzernverbände nach Freiwilligkeit von Investitionen präferiert. |
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Der neue Gleichstellungsbonus der Bundes-Filmförderung schaffe gezielte Anreize, »um die strukturelle Unterrepräsentanz von Frauen in filmischen Produktionsstrukturen wirksam zu überwinden«. Filme mit Referenzförderung erhalten einen 50.000 €-Bonus, wenn bei einem Folgeprojekt Frauen in entsprechender Verantwortlichkeit mitwirken. |
Radio, Audio
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Ende Januar schaltet der RBB seinen 10 kW UKW Sender Bad Belzig 100,2 MHz ab. RBB Radio 3 kann dort ab dem 1. Februar terrestrisch nur mit DAB+ empfangen werden. Mit einer MABB-Ausschreibung der Frequenz zugunsten eines Privatradios ist zu rechnen. |
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Erstmals nutzen tschechische DAB+-Privatradios einen deutschen Senderstandort. Vom grenznahen Großschönau-Waltersdorf (Zittauer Gebirge) wird die Region um Warnsdorf, Rumburk und Novy Bor mit je 2 kW Leistung für zwei Multiplexen versorgt. |
Künstliche Intelligenz
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Der neue Chip »Maia 200« soll große KI-Anwendungen zunächst in den eigenen US-Rechenzentren energieeffizient und kostengünstig beschleunigen. Für das Training von Sprachmodellen sei der Chip nicht vorgesehen. |
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Laut einer Studie von YouGov für den Branchenverband »prägen KI-basierte Chatbots zunehmend Kommunikation und Alltag«. 69% der Befragten nutzen Chatabots, teils sogar mehrfach pro Woche, mehr als 25% täglich. Dies besonders bei den 18-34 Jährigen. KI ersetze vor allem beim Suchen (84%) und in Fachportalen (52%) generative KI-Konzepte. |
Forschung, Entwicklung
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Der deutsche Spezialist für Sendetechnik demonstrierte auf der SET Expo 2025 in Sao Paulo gemeinsam mit Qualcomm und Motorola die Machbarkeit eines serienreifen Konzepts für 5G Broadcast. Zusätzlich zu TV-Kanälen wurden Mehrwertdienste auf Mobilgeräte gesendet. Rohde&Schwarz steuerte einen TLUg Sender mit EFTX-Antenne bei. |
Medienwirtschaft, Medienpolitik
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Sachsens CDU-geführte Landesregierung will jede Erhöhung des Rundfunkbeitrags verhindern, so der Chef der Staatskanzlei Andreas Handschuh. Sachsen hatte den Staatsvertrag mit der von der KEF -empfohlenen Beitragserhöhung von 18,36 € auf 18,94 € scheitern lassen. Auch die nun von KEF ab 2027 vorgeschlagene Erhöhung um nur 28 Cent auf 18,64 € sei »nicht vermittelbar«. |
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Der Dachverband der ÖR-Anstalten unterstützt den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Digital Networks Act. Kritik gilt einer unzureichenden Gewährleistung des Zugangs zum terrestrischen Radio in Fahrzeugen. |
Medienrecht
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Wohl durch den österreichischen FPÖ-Parteisender Austria First animiert prüft die AfD laut Berichten die Gründung eines eigenen Radiokanals. Jedoch schließt das deutsche Prinzip der Staatsferne des Rundfunks auch parteieigene Sender aus. Das ist z.B. der Grund für die Wahlspots im Fernsehen. Auch Webradios ab 20.000 gleichzeitiger User fallen darunter. 2023 äußerte die AfD TV-Pläne. |
Märkte, Studien, Statistiken
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Über 40% der Drehbuchautoren und Regisseure europäischer Kinofilme hatten seit 2015 kein Projekt. Die EU-Analysten befragten knapp 39 000 Personen, die zwischen 2015 und 2024 an europäischen Kinofilmen und TV-/SVoD-Fiktion beteiligt waren. Sie konstatieren u.a. eine »hohe Prekarität« der Kinoschaffenden. |
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Eine Auswertung von Nutzerdaten des US-Streamers sieht einen Wechseltrend zu Plattformen mit kostenlosen werbefinanzierten Linearkanälen (FAST). Die Nutzung der jetzt 500 FAST-Kanäle von Roku sei seit 2020 um das 262fache gestiegen. |
Internationales
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Gavin Newsom, demokratischer Gouverneur von Kalifornien, kündigte nach zahlreichen Nutzer-Beschwerden über eine Zensur trumpkritischer Inhalte anlässlich der Ereignisse in Minneapolis eine Untersuchung an, um festzustellen, »ob TikTok gegen staatliche Gesetze verstößt, indem es Trump-kritische Inhalte zensiert«. |
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Nach Überschreitung der Grenze von 45 Mio. Nutzern verpflichtet die EU-Kommission WhatsApp zu strengeren Regeln für Werbung und zur Einhaltung besonderer Standards bei der Bekämpfung illegaler Inhalte gemäß dem Digital Services Act (DSA). |
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Nach australischem Beispiel verbietet Frankreichs Nationalversammlung die Nutzung von Online-Plattformen durch Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren mit 130 gegen 21 Stimmen. Nach Zustimmung des Senats soll das Gesetz zu Beginn des Schuljahres im September in Kraft treten. |
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Ohne eine ernsthafte Finanzierungs-Reform und größere Flexibilität sieht der ausscheidende Direktor Tim Davie die BBC in »tiefgreifender Gefahr« durch »wachsenden politischen und kommerziellen Druck«. |
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Die BBC will nicht zahlende Nutzer ihrer linearen Online-Inhalte zur Kasse bitten. Dafür werden die Kundendaten der Streaming-Plattform iPlayer mit denen der Gebührenzahler abgeglichen. Im UK ist die TV-Gebühr von 201 € pa Pflicht für die Nutzung von Live-TV der BBC – unabhängig von der technischen Plattform. |
Verbände
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Der Verband (300 private Radio- und TV-Sender) begrüßt die Unterstützung des Bundes für journalistisch-redaktionelle Medien. Angesichts der wachsenden Marktmacht globaler Plattformen seien faire Wettbewerbsbedingungen und die Auffindbarkeit von Audio-Inhalten auf allen vernetzen Endgeräten zu sichern. |
Personalia
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Ab dem 1. April fungiert Boris Lochthofen als Direktor der zusammengelegten Programmdirektionen Halle und Leipzig. Er hatte den MDR als Chef des Landesfunkhauses Erfurt 2023 verlassen und war seither als geschäftsführender Gesellschafter des Radioanbieters Teutocast tätig. |
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Bei der Münchener Medienberatung Sommer + Spohr avancierte Sonja Langhans zum Head of Technical Consulting, betreut aber weiter ihre Kunden. |
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