Investition: 06.02.2004

WDR investiert in HDCAM-Equipment

Der WDR kauft zwei Sony-HDCAM-Camcorder HDW-750P und einen HDCAM-Recorder HDW-M2000.

Endlich ist das Eis gebrochen: Mit dem WDR macht der erste öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland offiziell publik, dass nun auch bei der ARD das HD-Zeitalter jenseits einzelner Test- und Pilotprojekte begonnen hat.

Reinhard Bialke, Hauptabteilungsleiter Fernsehproduktion beim WDR, urteilt über die Entscheidung des WDR, eigenes HD-Equipment an zu schaffen: »Unsere Zukunft ist der Umstieg auf XDCAM als Produktionsplattform, mit der wir grundsätzlich alles abdecken können, von der aktuellen Tagesberichterstattung bis hin zu hochwertigen Produktionen. HD wird in diesem Szenario unser Format im High-End-Bereich sein und vor allem für Dokumentationen, Features und andere qualitativ anspruchsvolle Produktionen mit hohem Wiederholfaktor zum Einsatz kommen«. Und weiter: »Ziel ist es, ein repertoire-fähiges Programmvermögen in hoher Qualität zu produzieren und als Content anzulegen, der heute und in Zukunft ohne Konvertierungsverluste auch weltweit vermarktet werden kann.«

HD soll also neben Film beim WDR als Produktionsmittel für hochwertige Formate etabliert werden. Besonders bei Produktionen mit einer komplexen Nachbearbeitung und großen Drehverhältnissen erhofft man sich beim Kölner Sender betriebliche und wirtschaftliche Vorteile. Schwerpunkt der langfristigen Digitalisierungsstrategie bleibt beim WDR demnach aber nach wie vor das IMX-Format, der zusätzliche Einstieg in HDCAM soll dem WDR mehr Flexibilität, aber nicht nur in puncto Produktionsqualität, Vermarktung und Zukunftssicherheit. Dazu Reinhard Bialke: »Mit den Möglichkeiten der HD-Produktionstechnik können wir im Vergleich zum Film in vielen Bereichen flexibler und damit schneller und kosteneffizienter arbeiten. Beide Kameras sind bereits im Produktiveinsatz und stellen eine konsequente Ergänzung unserer technischen Bandbreite dar.«

Die Entscheidung, HD in die Produktionskette zu integrieren, ist nicht nur Reaktion auf die Ansprüche des internationalen Marktes. Beim WDR geht man offenbar auch davon aus, dass der Markt für Home-Cinema-Systeme und großformatige Flatscreens spätestens zur Fußball WM 2006 einen enormen Schub bekommen und dies auch die Frage nach einer hochwertigen Distribution neu beleben werde. Erst im Dezember hatte die vom Fußballverband FIFA mit der Organsiation der TV-Übertragung der Fußball-WM 2006 beauftragte Host Broadcast Services (HBS) bekannt gegeben, dass die Fußball-WM in HD produziert werden soll (siehe ältere Meldung hierzu). Dazu Reinhard Bialke: »Das wird zwangsläufig dazu führen, dass wir als öffentlich-rechtliche Anstalt und/oder als Fernsehproduzenten auch die technische Qualität der Signale zukünftig stärker fokussieren müssen, damit der heute produzierte Content auch für zukünftige Distributionsstandards geeignet ist.«

Autor
red
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