Branche, Top-Story: 01.06.2012

Rhein Main Event 2012

Der Rhein-Main-Event vereint schon seit vielen Jahren Produkt-Ausstellung, Fach-Vorträge und praktische Workshops. Bis dato fand die Veranstaltung immer im Herbst statt, in diesem Jahr hat sich der Veranstalter Teltec für den Mai entschieden – und die Neuheiten der NAB aufgegriffen.

In den vergangenen Jahren fand der RME auf dem ZDF-Gelände statt, was für einige Besucher durch die optionalen Studioführungen einen gewissen Reiz hatte. In diesem Jahr fand die Veranstaltung nun in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen ein neues Domizil.

Knapp 750 Besucher, 67 Stände, Produkte von mehr als 80 Herstellern, zehn verschiedene Vorträge und sechs Workshops konnte der RME in diesem Jahr bieten. Organisiert wurde der RME – wie in jedem Jahr – von Teltec. Ursprünglich als Hausmesse von Teltec konzipiert, wurde durch die Hinzunahme von Vorträgen und Workshops mehr und mehr ein Branchentreff daraus, der Besucher aus der ganzen Region anzieht. 

Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen die Veranstaltung im Herbst jeweils nach der IBC stattfand, wurde in diesem Jahr ein Termin kurz nach der NAB gewählt. Ralf Pfeffer, Geschäftsführer bei Teltec, will damit die Veranstaltungsflut im Herbst entzerren. So ist der RME von einer IBC- zu einer NAB-Nachlese geworden. Für Interessierte, denen der Weg nach Las Vegas zu weit oder zu aufwändig ist, also eine gute Möglichkeit, sich kompakt über Produktneuheiten und die aktuellen Line-ups der Hersteller zu informieren.

Teltec hält sich als Veranstalter zurück und taucht ledliglich im Impressum des Events als Veranstalter auf. Teltec-Geschäftsführer Ralf Pfeffer bilanziert, dass der Erfolg der Veranstaltung um so größer wurde, je mehr sich Teltec im Hintergrund hielt. Für viele Kunden ist die Möglichkeit, Produkte vor dem Kauf zumindest einmal in der Hand zu haben, inzwischen ein unverzichtbarer Teil ihres Meinungsbildungsprozesses. Das trifft besonders bei steigernder Produktinnovationsgeschwindigkeit zu.

Nachdem sich der große Hype um Stereo-3D deutlich abgekühlt hat, richten viele den Blick nun verstärkt in Richtung 4K. Deshalb stachen bei JVC der Camcorder GY-HMQ10 und bei Sony der NEX-FS700 aus dem Line-up heraus. Panasonic zeigte unter anderem die Umsetzung des drahtlosen Metadatenworkflows am Set und Neuheiten wie etwa die AG-HPX155. Als Europapremiere und neuestes Mitglied der Tricaster-Familie wurde der Tricaster 8000 von NewTek vorgestellt. Am Stand von Floatcam konnten die Besucher den neuen Dolly Crane HD erstmalig ausprobieren. Das Institut für Rundfunktechnik stellte seinen Broadcast Server, einen PC-basierter Transportstrom-Server für DVB, HbbTV sowie IPTV, außerdem einen umfassenden Showcase zu Diensten und Empfangsgeräten bei HbbTV in den Mittelpunkt seiner Präsentation. Viele Besucher hatten wohl gehofft, auch einen Blick auf die neue Kamera von Blackmagic Design werfen zu können, mussten sich aber mit Bildern und der Beschreibung zufrieden geben und müssen nun auf den Auslieferungstermin im Juli warten.

Am Rande des Ausstellungsbereiches fanden die verschiedenen Fachvorträge statt. Starken Zulauf hatte der Vortrag des Altmeisters Dedo Weigert zum Thema »Lichtquellen – Leuchtensysteme – Werkzeuge der kreativen Lichtgestaltung«. Aber auch die anderen meist 30 minütigen Vorträge angefangen bei »Canons Cinema EOS«, über »Langzeit-Datenarchivierung« bis »Streaming« fanden guten Anklang und waren oft Ausgangspunkt für individuelle Gespräche zwischen Besuchern und Experten.

Etwas räumlich separiert von der Produktshow fanden sechs praxisnahe Workshops statt. Im Dedo Weigert Lichttraining, bei dem es sogar drei Preise zu gewinnen gab, ging es um zügige Interviewausleuchtungen mittels LED-Leuchten. Panasonic offerierte gleich zwei Workshops: Einen über die AG-HPX250 und die Produktion »Begegnungen im All 3D« und den anderen über AVC-Ultra und MicroP2. Bei AJA ging es um FCP X, Archiware und PresSTORE in Verbindung mit Aja-Komponenten. Ulrich Mors zeigte für Sony die Anwendungsmöglichkeiten der NEX-FS700. Etwas aus der Rolle fiel der Krimi-Workshop, der in Kooperation mit den Fernsehkrimifestival als Werkstattgespräch sich technisch und inhaltlich mit den Filmen »Der traurige König« – gedreht auf 16mm und »Hannah Mangold & Lucy Palm«, der digital auf der Red gedreht wurde, auseinandergesetzt hat.

Ob und wann es im nächsten Jahr einen weiteren RME geben wird, ist wie in jedem Jahr noch offen. Ralf Pfeffer möchte in jedem Falle die Attraktivität der Veranstaltung erhöhen und lädt weitere Teilnehmer und Workshop-Anbieter ein, künftige Veranstaltungen gemeinsam weiter zu entwickeln und damit die Branche in einem übergeordneten Sinn zusammen zu bringen. Dazu gehört auch der Gedanke, die Veranstaltung eventuell mobil zu machen.

Autor
Andreas Frowein
Schlagwortsuche nach diesen Begriffen
Branche, Top-Story