Branche, Kommentar: 07.03.2022

Krieg in der Ukraine

Die Wirtschaft reagiert: Was bedeutet der Krieg in der Ukraine für unsere Branche?

Ukraine, Karte, Flagge, © Pixabay/mdstyle
Die Wirtschaft reagiert auf den Krieg in der Ukraine.

Viele große Unternehmen wenden sich derzeit von Russland ab, setzen Lieferungen aus oder stoppen den Export in die russische Föderation: Darunter befinden sich Apple, BMW, Boeing, Daimler Truck, DB Schenker, DHL, Ericsson, Ford, General Motors, Harley-Davidson, H&M, Ikea, Jaguar Land Rover, Kuehne+Nagel, Maersk, Nike, Playmobil, Volkswagen, ZF. Auch BP, Eni, Exxon Mobil, Shell und Total wollen sich zurückziehen. Im Finanzbereich gelten Sanktionen gegen Russland, denen sich Visa, Mastercard und American Express angeschlossen haben. Aldi, Netto, Rewe und Penny bieten vorläufig keine russischen Produkte an.

David Ross, CEO, Ross Video
David Ross, der CEO von Ross, hat auch ukrainische Vorfahren.

Verstärkt wollen auch Unternehmen aus der Medientechnikbranche nicht mehr mit Unternehmen in Russland zusammenarbeiten, und einige haben das auch schon kundgetan — etwa Ross, Avid, Adobe, Canon und KST — die meisten wollen sich aber derzeit nicht äußern. Fujifilm geht einen anderen Weg und spendet Geräte und Geld im Wert von zwei Millionen US-Dollar in die Ukraine und Nachbarländer, auch Ross spendet zusätzlich zu seinem Boykott 100.000 US-Dollar für Hilfsaktionen.

Unsere Branche wird insgesamt vermutlich vor allem punktuell unter einem Lieferboykott gegen Russland leiden, für einzelne Unternehmen kann das natürlich anders aussehen.

Und in umgekehrter Richtung? Es gibt kaum Medientechnikprodukte aus Russland, die einen nennenswerten Marktanteil im Westen haben. Einige Hersteller haben früher Linsen aus Russland bezogen, in welchem Umfang das in jüngster Zeit noch der Fall war, ist der Redaktion nicht bekannt. Indirekt wird es selbstverständlich aber massive Folgen geben: Es herrscht nun ein Krieg in Europa, und das wird an sehr, sehr vielen nicht spurlos vorübergehen — weder persönlich noch politisch, noch als Branchenteilnehmer.

Facebook-Post von KST Moschkau.

Nun ist film-tv-video.de ein Branchenmedium und kein politisches Diskussionsforum. Doch um sich inhaltlich klar zu positionieren: Aus Sicht der Redaktion ist der Krieg in der Ukraine ein Angriffskrieg der russischen Armee gegen den ukrainischen Staat und dessen Bürger — vom Zaun gebrochen und veranlasst durch den Oberbefehlshaber der russischen Armee, den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Und so viel Genauigkeit und Zeit muss halt auch sein:  Es haben eben nicht ganz pauschal »die Russen« einen Krieg gegen »die Ukrainer« entfacht. 

Das Gesagte soll absolut nichts relativieren: In der Ukraine sterben Menschen, und das muss dringend verhindert und beendet werden. Möglicherweise sind Sanktionen und die Aussetzung von Lieferungen nach Russland und Weißrussland das wirksamste, vielleicht sogar das einzige Mittel, um das erreichen zu können.

Icon auf der Website der Telekom. Bringt das irgendwas?

David Ross, CEO von Ross, und Jeff Rosica, CEO von Avid, haben hierzu klar Stellung bezogen und fordern nun auch andere Medienunternehmen auf, gegen die politische Führung Russlands zu protestieren und Vertriebs- und Supportaktivitäten in Russland und Belarus einzustellen. 

Persönlich wünschen wir uns — wie so viele — aus ganzem Herzen, dass dieser Krieg enden soll. Und wir hoffen, dass David Ross Recht behält, wenn er sagt: »Gemeinsam können wir etwas bewirken.«