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Dokfest München: Preise und Online-Fortsetzung

Beim 39. Münchner Dokfest sahen 35.000 Besucher 109 Filme aus 51 Ländern. In drei Kategorien wurde der Viktor vergeben. Bis zum 20. Mai gibt es das Dokfest auf Abruf.

Aus dem internationalen Wettbewerb ging »Johatsu – Into Thin Air« als Gewinner des Viktor und als Publikumssieger mit 1.160 Zuschauern hervor. Andreas Hartmann & Arata Mori tauchten ein in einen Untergrund am Rande japanischer Legalität und erzählen, warum Menschen verschwinden wollen und andere ihnen dabei helfen. »Den Filmemachern ist es gelungen, sehr komplexe Geschichten von Einsamkeit, Verzweiflung und Scham miteinander zu verweben – ohne dabei zu urteilen, mit großem Respekt vor den individuellen menschlichen Erfahrungen«, kommentiert die Jury ihre Entscheidung.

©Dokfest München, Ronny Heine.

Bei der Preisverleihung (v.l.): Katrin Nemec, Katharina Köster (Regissie »Jnseits von Schuld«), Freshta Khawari (Protagonistin »Kamay«), Festivalleiter Daniel Sponsel, Bahar Bektaş (Regie »Exile Never Ends«), Andreas Hartmann (Co-Regie »Johatsu«), Rebecca Hirneise (Regie »Zwischen uns Gott«und Arata Mori (Co-Regie »Johatsu«).

Im Gespräch mit tiefgläubigen Verwandten erfährt man von Bibeltreue, Gottesfurcht, dem Beten um Wunderheilung und von Nichtglauben. Zwischen divergierenden Auslegungen scheint sich die Recherche komplexer Fragestellungen im Kreis zu drehen. »Zwischen uns Gott« will den Protagonisten trotz vieler Widersprüche und Gegenpositionen Respekt erweisen, ohne den eigenen Standpunkt aufzugeben. Rebecca Hirneises Langfilmdebut ist »persönlich erzählt, aber universell denkend« und das, so die Jury des nationalen Wettbewerbs, hinterlässt »uns als Publikum bisweilen ungläubig zurück«.

@ DokFest München

Volles Haus beim Münchner Dokfest 2024.

In »Kamay« zeigt das Regieduo Ilyas Yourish und Shahrokh Bikaran einen erschütternden Einblick in den Alltag der seit Jahrhunderten unterdrückten Minderheit Afghanistans der Hazara. »Ihren Stimmen auf einfühlsame und poetische Weise Gehör zu verschaffen« und den Blick auf eine ganz unbekannte Seite Afghanistans zu richten, war der Jury den Viktor in der Kategorie Horizonte – Cinema of Urgency wert.

Für die drei Viktor-Gewinner und 13 weitere Preisträger standen Dotierungen von zusammen 65.100 € zur Verfügung. Über die weiteren Auszeichnungen informiert das 39. Dok.Fest online.

Festival auf Abruf

Obwohl der letzte Kino-Vorhang gefallen ist, geht das Festival auch 2024 weiter, denn zahlreiche Filme – auch aus vergangenen Festivaljahrgängen – können als Stream auf Abruf angeschaut werden.

Foto @ DokFest2024.

VR beim Dok.Fest 2024: »The True Film« sucht nach Wurzeln der Filmsoziologe.

Bei der Branchenplattform Dokforum besuchten 2.200 Fachleute Pitchings, Workshops usw. Eine Auszeichnung für neue Erzählformate ging an »The True Film«. In der VR-Experience schickt Christina Zimmermann die Avatare von Lili und Siegfried Kracauer auf die Suche nach den Wurzeln der Filmsoziologie.

Zur Bilanz des Dokfestes gehört auch die Einbeziehung von Schulen: An Aufführungen und Workshop nahmen knapp 2.200 Schüler aus 73 Klassen teil. Die dafür erarbeiteten Unterrichtshilfen stehen bis Ende Juli online bundesweit zur Verfügung.

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