Kamera, Test, Top-Story: 24.11.2000

Shooting Star

Der Sony DSR-500 WSP ist ein umfangreich ausgestatteter DVCAM-Camcorder für professionelles Arbeiten.

In den beiden vergangenen Jahren ergänzte Sony seine DVCAM-Produktpalette kontinuierlich mit neuen Camcordern, Recordern und Schnittsystemen. Top-End-Gerät des DVCAM-Camcorder-Line-Ups ist der DSR-500WSP, der mit einem Nettopreis von 33.200 Mark ohne Objektiv eindeutig auf anspruchsvolle professionelle Anwender abgestimmt ist. Äußerlich gleicht der DSR-500 weitestgehend dem DSR-300, ein Unterschied ist der i.Link-Anschluss, der beim 300er fehlt. Beim Innenleben und der Bildqualität hat der DSR-500WSP aber auch viel Ähnlichkeit mit dem DVCAM-Dock-Camcorder DSR-130 PL.
Der DSR-500WSP bietet im Unterschied zu allen anderen DVCAM-Camcordern sowohl 4:3-, wie 16:9-Aufzeichnung und ist mit der jüngsten Generation von 2/3-Zoll-CCDs bestückt. Der DSR-500WSP ist leichter als der aus getrenntem Kamera- und Recorderteil bestehende DSR-130 P und bietet eine geringere Leistungsaufnahme, die Akkus reichen also für eine längere Aufnahmedauer.

AUSSTATTUNG
Die Ausstattung des Camcorders ist eindrucksvoll und die Beschreibung verlangt von den Testern Beschränkung aufs Wesentliche:
Der DSR-500WSP ist mit drei 2/3-Zoll-CCDs bestückt und kann sowohl im 4:3- wie auch im 16:9-Seitenverhältnis aufzeichnen. Das Kamerateil dieses Camcorders arbeitet mit 10-Bit-Signalverarbeitung. Gespeichert werden Bilder und Töne im DVCAM-Format, das auf DV basiert, sich aber in einigen Punkten vom Consumer-DV unterscheidet. Art und Umfang der Ausstattung prädestinieren den DSR-500WSP für professionelle Anwender im Reportage-, Doku- und Industriefilmbereich, denn die Sony-Ingenieure haben nämlich so ziemlich alles in diesen DVCAM-Camcorder gepackt, was professionelle Anwender wünschen.

BEDIENUNG
Design und Bauweise des DSR-500WSP sind sehr bedienerfreundlich. Die Entwickler haben das erfolgreiche Bedien-Konzept des DSR-300 beim DSR-500WSP konsequent übernommen und teilweise noch verbessert.
Dank etlicher findiger Details ist der DSR-500 WSP sehr gut für den Einmann-Einsatz geeignet. So sind die wichtigsten Funktionen vorne am Camcorder untergebracht und lassen sich praktisch auch “blind” bedienen. Mit dem Audioschalter vorne am Camcorder kann der Kameramann Audiospur 1 pegeln, muss fürs Aussteuern des Mono-Tons den Camcorder nicht von der Schulter nehmen. Auch die ClipLink-Marker-Taste, mit der sich Szenen als “No good” kennzeichnen lassen, findet sich direkt vorne am Gerät.

FAZIT
Dank der neuen 2/3-Zoll-CCDs bietet der DSR-500WSP im Vergleich zum DSR-300 das bessere Bild, das insgesamt sehr ruhig, stimmig und rauscharm ist. Dank der vielen Funktionen ist es aber auch möglich, die Kamera individuell einzustellen und auf diese Weise schon bei der Aufnahme einen bestimmten Look zu erreichen, Grenzen auszuloten, kreativ zu gestalten. Um trotz Experimentierfreude brauchbare Bilder zu produzieren, ungewollte Qualitätsausreißer und Bilderschrott zu vermeiden, sind freilich gute Kenntnisse in der Videotechnik hilfreich und praktische Erfahrungen nötig. Wer individuell gestalten und die Bandbreite der Funktionen sinnvoll nutzen will, ist gut beraten, sich etwas intensiver mit dem Camcorder zu befassen. Dann zahlt sich die Vielzahl der Funktionen und Einstellmöglichkeiten besonders aus.
Aufgrund der guten Ausstattung und der Fähigkeiten ist der DSR-500WSP ach für Anwendungen im Broadcast-Bereich geeignet. Bei einem Nettopreis von 33.200 Mark ist der Camcorder aber sicher auch für qualitätsbewusste Anwender aus dem Corporate-Markt interessant.

Downloads zum Artikel:

T_1100_Sony_DSR500.pdf

Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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