Postproduction, Sonstiges: 14.01.2016

VR3 schlägt mit Track2go eine neue Brücke zwischen Greenscreen und CG

VR3 aus Düsseldorf ist auf Virtual Sets und Greenscreen-Studiotechnik spezialisiert. Nun hat das Unternehmen eine neue Produktions-Software für Aufzeichnungen im Greenscreen-Studio entwickelt: Track2go zeichnet Kamerabewegungsdaten auf und stellt sie für die Postproduktion bereit.

Track2go zeichnet bei Greenscreen-Produktionen sämtliche Kamerabewegungen, die während der Aufnahme von einem Tracking-System erfasst werden, parallel zum Video auf. Am Ende der Produktion können diese Bewegungsdaten dann per FBX-File an die Postproduktion weitergereicht werden. Dort lassen sich die Trackingdaten wiederum als Bewegungspfade auf virtuellen Kameras in 3D- und Compositing-Softwares übertragen.

Prä-Visualisierung im Studio

Die Echtzeitfähigkeit der virtuellen Systeme von VR3 wird für die Prä-Visualisierung beim Dreh im Studio verwendet. Mittels Realtime-Renderer und Chroma-Keyer werden in Echtzeit perspektivisch korrekt die CG-Elemente mit dem Live-Bild der Kamera zusammen dargestellt. Alle am Dreh Beteiligten haben dadurch die Möglichkeit, das Zusammenspiel der Kameraeinstellungen und der CG-Elemente, vor und während der Aufnahme auf einem Monitor zu sehen.

Parallel zum Videosignal werden beim Dreh die Trackingdaten in die Audiospuren 3 und 4 des HD-SDI-Signals geschrieben. Durch dieses Embedding der Trackingdaten sind Videosignal und Bewegungspfade der getrackten Kameras miteinander verkoppelt. In der Postproduction liegen also parallel zum Videosignal der vor Greenscreen gedrehten Szenen auch die zugehörigen Trackingdaten der Videokamera vor.

Der Track2go-Exporter kann die aufgezeichneten Trackingdaten ins FBX-Format wandeln, das viele gängige 3D-Animations- und Compositing-Softwares lesen können, etwa 3ds Max, Maya, After Effects, Nuke, Flame, Fusion und andere. So finden die Trackingdaten den Weg in die CG-Welt und können dort verwendet werden, wenn man etwa einzelne Elemente ändern oder hinzufügen will, nachdem die Aufzeichnung abgeschlossen ist.

Corney Ryczek von The Curve VFX hat das System bereits in der Praxis bei einem Werbedreh erprobt und ist beeindruckt: »Bei der Einrichtung von Kameraeinstellungen muss niemand mehr auf Marker und C-Stands oder ähnliche Hilfsmittel Rücksicht nehmen. Die PreVis macht die mit dem Kunden abgestimmte 3D-Umgebung für alle vor Ort sichtbar.«

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Autor
red
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