Signaltechnik, Streaming, Test, Top-Story: 23.02.2017

Monarch LCS: Kleine Box, großer Auftritt

Vorträge streamen leicht gemacht: Der H.264-Encoder Monarch LCS von Matrox kombiniert Computerpräsentationen und Live-HD-Video für Streaming und Aufzeichnung. film-tv-video.de hat die Box ausprobiert.



Production: Layout-Modus auswählen
Monarch LCS, Matrox, Streaming
Mit dem Picture-in-Picture-Layout …
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… lassen sich Bildschirmpräsentation und Moderator so kombinieren.

Im Bereich Production kann man auswählen, mit welchem Bildschirm-Layout man die Quell-Signale, die man in die LCS-Box einspielt, darstellen möchte: In den meisten Fällen dürften sich Vortragende hier für »Picture in Picture« oder »Side by Side« entscheiden. Dann ist das Bild des Vortragenden wahlweise ins Bild der Präsentation integriert oder es steht direkt daneben. Im Switch-Modus kann der Vortragende oder ein Assistent hingegen zwischen den beiden Quellen hin- und herschalten.

Die Möglichkeiten, die Monarch LCS hier bietet, dürften die gängigen Grundanforderungen abdecken. Die Position des eingeklinkten Bildsignals lässt sich im PiP-Modus zwar nicht genau definieren, aber mit den vier Möglichkeiten in allen Bildecken dürfte man hinkommen.

Monarch LCS, Matrox, Streaming
Side by Side ermöglicht eine gleichwertigere Aufteilung der Screens.

Im Modus »Dual Isolated« kann die Box auch noch mehr: Hier werden beiden angeschlossene Quellen separat kodiert und synchronisiert, inklusive Audio. Mit Multistream-Playern, etwa von Kaltura, lassen sich dann beide Streams synchronisiert wiedergeben, der Zuschauer kann umschalten, entscheidet selbst was er sehen will und wird selbst zum Bildregisseur, erläutert Matrox.

Encoder: Signalparameter einstellen

Die eigentliche Leistung des Monarch LCS besteht darin, die beiden Signale zu kombinieren und im Anschluss so zu kodieren, dass sie einerseits ins Internet oder in definierte Netzwerke gestreamt, aber auch aufgezeichnet werden können. Module für Skalierung, De-Interlacing und Rauschreduzierung sollen sicherstellen, dass nur hochwertige Bilder an die Encoder gesendet werden.

Monarch LCS, Matrox, Streaming
Im Bereich Encoding stellt man alle relevanten Parameter wie Auflösung, Framerate, Bitrate ein.

Für das Streaming greifen die Encoder auf das RTMP- oder das RTSP-Protokoll zurück und liefern so Streams an lokale Medienserver oder cloud-basierte CDNs.

Beim Recording schreiben die Encoder MP4– oder MOV-Dateien direkt auf Netzlaufwerke, USB-Sticks oder SD-Karten. So steht nach einem Vortrag auch sofort ein digitales File zu Verfügung.

Monarch LCS kann prinzipiell mit SD- und HD-Signalen umgehen. Bei Streaming und Aufzeichnung lassen sich Auflösung, Bildrate und die gewünschte Streamingrate (8, 10 oder 16 MB/s) einstellen. Matrox bietet hier aber sinnvollerweise auch Presets an, die schon von vornherein darauf optimiert sind, Material in hoher oder eher in Proxy-Qualität zu kodieren.

Save/Load
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Presets lassen sich abrufen und speichern.

Wer sich nicht auf die Presets verlassen möchte, kann auch eigene Einstellungen speichern und später jederzeit wieder aufrufen. Das Erstellen und Definieren dieser Presets erfordert allerdings etwas mehr Zeit und auch Mühe, aus dem Stegreif funktioniert das nur, wenn man schon etwas Fachwissen hat. Hier könnte die Bedienung der Software auch intuitiver sein. Sind die Presets aber einmal festgelegt und erprobt, lassen sie sich problemlos immer wieder tauschen und wechseln.

Streaming und Recording
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Streaming ist nicht nur auf Youtube, sondern auch auf andere Plattformen möglich.

Hat man die Hürden im Einstellmenü gemeistert, steht dem Streamen und Aufzeichnen einer Präsentation nichts mehr im Weg. Beim Streaming testete film-tv-video.de die Ausgabe auf dem eigenen Youtube-Kanal, auf dem man die Videos dann mit leichtem Zeitversatz ansehen kann. Das funktionierte gut, ebenso die Aufzeichnung von MP4- oder MOV-Files auf externe Speichermedien.

Bei Einsatzbereichen wie etwa Lehre oder Unterricht wird neben dem Streaming die Aufzeichnung eines Vortrags nicht minder wichtig sein – schließlich ermöglicht das den Studenten, die Clips auch zu einem späteren Zeitpunkt aufzurufen. Diese Aufzeichnung von H.264-encodiertem Video alsMP4– oderMOV-Datei auf USB-Stick (FAT32, NTFS) oder SD-Karte funktionierte im Test sehr gut. Die maximale Aufzeichnungsdauer für ein File beträgt fünf Stunden.

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