Drohne, Test, Top-Story: 26.02.2020

Praxistest: DJI Mavic Mini

Mit der Mavic Mini bringt der Marktführer DJI seine bis jetzt kleinste Kameradrohne heraus. Wie schlägt sich der kleine, führerscheinfreie Flitzer? Ein Praxistest.



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Natürlich lädt die geringe Spannweite auch zum Indoor-Fliegen ein.
Fliegen mit der Mavic Mini

Natürlich lädt die geringe Spannweite auch zum Indoor-Fliegen ein. Hier kann die Mini ihre Vorteile gegenüber den größeren Drohnen voll ausspielen.

Ich habe sie in Gebäuden mit angebauten Propellerschützern getestet. Spätestens aber wenn man draußen ist und ein kleines Lüftchen weht, will man sie abbauen, denn die Drohne steigt so gut wie gar nicht mehr. Ebenfalls zu beachten ist, dass die Prop Gards natürlich das Gewicht erhöhen und die Drohne dann nicht mehr unter der magischen 250-g-Grenze liegt.

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Auf den Rücken gelegt: So sieht die Mavic Mini von unten aus.

In Gebäuden besteht meist keine Satellitenverbindung, und gerade in engen Räumen und an Wänden oder Decken muss man hier gegensteuern, da kleine Luftzüge sich sofort auf die Stabilität auswirken. Außerdem ist ohne GPS ab ein paar Metern Höhe Schluss, und die Drohne steigt nicht weiter auf. Das ist schade, denn gerade in Lager- und Produktionshallen könnte man mit ihr, flöge sie höher, schnell und unkompliziert filmen.

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Der nackte Controller ohne Joysticks und Handy.

Die Mavic Mini ließ sich auch im »Sport«-Modus relativ einfach und souverän durch Gebäude und aus ihnen heraus bewegen. Diese Agilität, unterstützt durch die geringe Größe, lässt sie schon etwas in Richtung Race-Drohne (abzüglich der hohen Geschwindigkeit) gehen. Das ist ein interessanter Einsatzbereich, der viel Spielraum für kreative Einstellungen lässt. Gerade die Propellerschützer ermöglichen relativ einfache und sichere Flüge in Gebäuden.

Im unten eingefügten Video habe ich die Mini durch verschiedene Szenarien bewegt. Die Aufnahmen sind alle »straight out of camera«, ohne nachträgliche Bearbeitung, Farbanpassung oder ähnliches, das Material wurde lediglich geschnitten.


So flog unser Tester Sas Kaykha mit der Mavic Mini. Das Material ist nur geschnitten, ansonsten unbearbeitet.
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Mavic Mini mit Prop Gards.

Mit dem Hintergedanken, die Drohne in Gebäuden mit Menschen fliegen zu lassen, ließ ich die Prop Gards bewusst manchmal dran, um zu sehen, wie sie sich mit diesen verhält.

Im »Cine«-Modus lässt sich die Drohne sowohl Indoor wie Outdoor sehr präzise steuern und auch Flüge durch Hindernisse hindurch sind leicht zu bewerkstelligen.

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Der Controller ähnelt sehr stark denen von anderen DJI-Drohnen.

Wie man erwarten würde, kam die Mavic Mini beim Flug durch ein Fenster ins Freie direkt ins Straucheln, nachdem die leichten Winde sie erfasst hatten. Wenn man in so einer Situation aber direkt gegensteuert, erledigt der Gimbal seine Arbeit so gut, dass es sich kaum bis gar nicht auf das Bild auswirkt.

Im Parkhaus hatten wir mit starken Seiten- und Abwinden zu kämpfen. Hier war es fast unmöglich, mit den Prop Gards zu fliegen, da die Motoren schlichtweg keine Kraft hatten, gegen den Wind anzukämpfen. Selbst der »Sport«-Modus brachte hier keine Verbesserung.

Draußen ist mir das dann ebenfalls aufgefallen. Aber sobald die Prop Gards wieder im Rucksack waren, ließ sich die Mavic Mini wie gewohnt ohne Probleme steuern.

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Nur das Bedienpanel der Mavic Pro hat ein Display.

Um die Funktionalität der Propellerschützer zu zeigen, bin ich ein paarmal gegen einen Spiegel geflogen, was die Drohne ganz easy weggesteckt hat. Aufpassen sollte man allerdings bei zu harten Zusammenstößen, denn dann können sich die Motoren abschalten — habe ich zumindest gehört.

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Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Den Gimbal sollte man am besten vor jedem Start oder nach kleinen Stößen zentrieren, denn sonst neigt die Mavic Mini zu einem schrägen Horizont. Natürlich wollte ich auch testen, wie stark die Drohne ist. Dazu habe ich im windstillen Büro aus Spaß eine Gopro Hero3 auf die Mavic Mini mit angebauten Prop Gards gestellt. Starten war möglich, auch der Schwebeflug auf 1 m Höhe. Beeindruckend, denn so etwas kannte ich bis dato nur von der Mavic Pro.

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Gerade die Kompaktheit erlaubt Kameraflüge, bei denen größere Drohnen schnell an ihre Grenzen stoßen.
Fazit

Nimmt man die automatische Belichtungs- und Weißabgleichsautomatik sowie 2,7K und 30p in Kauf, kann man die Mavic Mini durchaus bei bestimmten Produktionen einsetzen. Gerade ihre Kompaktheit erlaubt Kameraflüge, bei denen größere Drohnen schnell an ihre Grenzen stoßen.

Am meisten Spaß mit der neuen Mavic dürften aber Reisereporter und Ein-Mann-Crews haben, denn es war noch nie so einfach, schnell und ohne großen Aufwand an Luftaufnahmen zu gelangen. Zur Not in der Jackentasche verpackt, ist die Mavic Mini quasi die Allzweckwaffe in der Drohnenwelt.

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Gerade der geringe Preis und eine Bildqualität, die für Vollautomatik erstaunlich gut ist, können überzeugen.

Sie lässt sich so einfach steuern, dass man auch ohne die ganzen technischen Helferlein der großen Modelle schnell viel Spaß mit ihr haben kann. Die C0-Einordnung erleichtert natürlich einiges, jedoch sollte man beachten, dass selbstverständlich andere für Drohnenflüge relevante Gesetze durchaus auch für die Mavic Mini gelten. Nicht über Menschenansammlungen oder außer Sichtweite zu fliegen und einen ausreichenden Versicherungsschutz zu besitzen, klingt erst einmal nach gesundem Menschenverstand, ist aber zusätzlich in den EU-Drohnengesetzen verankert.

Gerade der geringe Preis und eine Bildqualität, die für Vollautomatik erstaunlich gut ist, machen die Mavic Mini zu einem perfekten Sprungbrett in die Welt des Drohnenfliegens.

Seite 1: Einleitung, Grundlagen
Seite 2: Steuerung/Modi, Ladegerät, Stabilisierung/Handling
Seite 3: Fliegen, Fazit

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Autor
Sas Kaykha

Bildrechte
Sas Kaykha (13), DJI (5)

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