Signaltechnik: 17.08.2021

Powerline: HDMI aus der Steckdose

Stromleitungen für die Datenübertragung zu nutzen, geht auch mit HDMI.

Lindy, HDMI-Powerline-Extendersystem, 38225
HDMI-Signale von Stromsteckdose zu Stromsteckdose übertragen: Das HDMI-Powerline-Extendersystem von Lindy ermöglicht das. Hier die Buchsenseite des Transmitters.

»Powerline« ist das Schlagwort, um Internet-Zugang über die normale Steckdose abzuwickeln. Nach dem gleichen Prinzip kann man über Stromverbindungen innerhalb von Gebäuden aber auch andere Daten übertragen. Lindy stellt etwa eine Lösung vor, mit der man HDMI-Daten so transportieren kann, ohne andere Kabel ziehen zu müssen oder PC-Netzwerke zu überlasten: HDMI-Powerline-Extendersystem.

Lindy, HDMI-Powerline-Extendersystem, 38227
Die Empfängerseite: Der Receiver des Extendersystems. Die Bedienung erfolgt per Infrarot.

Wer Audio- und Video-Signale in mehreren Räumen verteilen oder über längere Strecken übertragen wollte, der musste bisher spezielle Kabel verlegen oder IP-Extendersysteme nutzen, die AV-Signale in IP-Pakete umwandeln, und dann per Ethernetkabel zu verteilen. Dabei werden also über bestehende Netzwerk-Infrastrukturen AV-Daten umkodiert, übertragen und am Ende wieder in AV-Signale zurückgewandelt. Das kann allerdings zu einer hohen Bandbreitenlast für das vorhandene Netzwerk führen.

Axel Kerber, Global Brand & Marketing, Lindy
Axel Kerber, Global Brand & Marketing bei Lindy.

»Und genau hier«, erläutert Axel Kerber, Global Brand & Marketing bei Lindy, »setzt unser neues HDMI-Powerline-Extendersystem an. Es verwendet eine Technologie, die ursprünglich für die Übertragung von IP-Netzwerk-Signalen über die Steckdose entwickelt wurde, nämlich Powerline.«

Lindy, HDMI-Powerline-Extendersystem
Auf der Vorderseite sehen Transmitter und Receiver identisch aus.

Der neue Lindy HDMI-Powerline-Transmitter fungiert als Encoder und moduliert die HDMI-Signale auf die 230-V-Netzspannung auf. Sie stehen dann in weiteren Steckdosen im Gebäude für den Empfang mit einem Receiver zur Verfügung.

Mit Auflösungen bis zu 1.920 x 1.080 lassen sich somit HDMI-Signale übertragen, ohne zusätzliche Kabel verlegen zu müssen. Mit bis zu drei kompatiblen Empfängern lassen sich die Signale, die ein Transmitter sendet, an anderen Stellen im gleichen Gebäude, etwa im Büro, im Home-Office oder auch im Event-Bereich, bis in die hinterste Ecke übertragen. Selbst Ad-hoc-Anschlüsse, also temporäre Installationen im Event-Bereich — lassen sich damit schnell realisieren, erläutert Lindy. Nach dem Anschluss eines Transmitters und eines oder mehrerer Receiver an das gleiche Stromnetz findet ein kurzer automatischer Pairing-Prozess statt und schon steht die Verbindung für die Übertragung.

Nach den Vorgaben von HDMI 1.3 ist die erreichte 6,75 GHz Bandbreite mehr als ausreichend, und die Unterstützung von HDCP 1.4 sorgt zudem für die Übertragung von kopiergeschützten Inhalten, führt Lindy aus.

Sowohl der Sender als auch der Empfänger werden über HDMI-Typ-A-Buchsen angeschlossen. Ein zusätzlicher 3,5-mm-Klinkenanschluss für je einen Infrarot-Receiver und -Emitter sorgt dafür, dass das Quellgerät von jedem Display bzw. Empfänger aus per IR-Fernbedienung gesteuert werden kann. So können beispielsweise aus der Ferne Videos in einem Media- oder Blu-Ray-Player bedient werden.

Lindy, HDMI-Powerline-Extendersystem
Den Transmitter und Receiver bietet der Hersteller für 174 Euro pro Gerät an.
Preise und Verfügbarkeit

Das HDMI-Powerline-Extendersystem, bestehend aus HDMI-Transmitter und -Receiver, die über die Steckdose in den Stromkreislauf eingebunden werden, sind laut Hersteller ab sofort  erhältlich. Die Netto-Listenpreise der beiden kompakten Geräte, in einem schwarzen Metallgehäuse mit nur 13,5 mal 9,7 cm und einer Höhe von knapp 3 cm, liegen bei 174 Euro pro Gerät.

Sowohl beim Transmitter als auch beim Receiver liegt ein Infrarot-Device mit 1,5 m Anschlusskabel bei. Damit können die Geräte komfortabel fernbedient werden, auch wenn sie versteckt installiert wurden.

 

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