Drohne, Test, Top-Story: 07.04.2022

Praxistest: DJI Mavic 3 Kameradrohne

DJI Mavic 3 ist eine Dual-Kamera-Drohne mit 5,1-K-Auflösung und besonderen Flugeigenschaften. Ein Praxistest.




Die Drohne ist mit zwei Hasselblad-Kameras bestückt.
Die Mavic 3 ist kompakt und wiegt unter 900 g.
Daten

Im Test wurde die erschwinglichere Variante ausprobiert, und zwar in der Fly More Combo.

Diese Combo beinhaltet:

  • drei neue, leistungsstärkere Akkus
  • passendes Dreifach-Ladegerät
  • RC-N1 Controller mit zwei Paar Sticks und drei Handy-Kabeln
  • Storage Cover
  • sechs Paar Ersatzpropeller
  • ND-Filterset (4, 6, 8 und 32)
  • USB-C-Kabel
  • Anleitungen
  • Tragetasche

 

Die Drohne wiegt rund 895 g (899 g in der Cine-Version) und misst gefaltet 221 × 96,3 × 90,3 mm.

Was viele Drohnennutzer freuen wird: Bei der Flugzeit gibt DJI nun 46 min an.

Der Drohne liegen drei leistungsstarke Akkus bei.

Im Sportmodus bringt es die Drohne auf eine Höchstgeschwindigkeit von 68,4 km/h, und der normale Controller funkt bis zu 8 km weit.

Die drei Akkus, die der Drohne beiliegen, bieten eine Kapazität von 5.000 mAh, das ist ziemlich leistungsstark. Die Akkus lassen sich auf der rückwärtigen Seite in die Drohne schieben. An dieser Stelle befindet sich auch der MicroSD-Kartenslot der Drohne.

Jeder der neuen Akkus bietet eine Kapazität von 5.000 mAh.
Auf der Rückseite wird der Akku eingeschoben.

Das Dreifach-Ladegerät, das zur Combo-Ausstattung gehört, kann alle drei Akkus aufnehmen und lädt sie dann der Reihe nach. Dabei erkennt das Ladegerät, welcher Akku die höchste Restladung hat, und lädt automatisch diesen dann zuerst: Echt praktisch, wenn man möglichst rasch mit vollem Akku loslegen will.

Die Standard-Version der Drohne bietet rund 7,2 GB nutzbaren internen Speicher.

Die Propellerarme sind ein bisschen länger als beim Vorgängermodell.

Was gleich auffällt, ist das etwas veränderte Design im Vergleich zum Vorgängermodell. Die Propellerarme sind nun ein bisschen länger, die Propeller selbst auch. Die Linienführung des Gehäuses ähnelt dem der Mavic Air2S (Praxistest). DJI gibt an, bei der Mavic 3 den Luftwiderstand um 35 % reduziert zu haben.

Die neue Mavic 3 nimmt Videos mit bis zu 5,1 K in 10 Bit und 4:2:0 mit bis zu 50p auf. In DCI 4K sind sogar 120p möglich.

In die Drohne ist eine Haupt- und eine Telekamera eingebaut.

Die Drohne ist mit zwei Hasselblad-Kameras bestückt, einer Haupt- und einer Telekamera. Die Hauptkamera ist mit einem 4/3-Zoll-Sensor (CMOS) mit 20 Megapixels bestückt, der Bildwinkel entspricht dem eines 24-mm-Fotobjektivs (KB-Äquivalenz), die Blende lässt sich von f2.8 bis f11 einstellen.

Die zweite Kamera ist eine Telekamera, sie besitzt einen 1/2-Zoll-CMOS-Sensor mit 12 MP und einem Sichtfeld von 15 Grad, was einer KB-Brennweite von 162 mm entspricht. Die Aufnahmeformate dieser Kamera sind beschränkt, maximal kann in UHD mit 30p aufgenommen werden. Was man auch beachten muss: Durch die fixe Blende von f4.4 sind keinerlei Eingriffe in die Belichtung möglich.

Im Vergleich zur Hauptkamera hat die Telekamera eine etwa siebenfach längere Brennweite, zusätzlich kann man auch noch vierfach digital zoomen, was dann einer Vergrößerung von insgesamt 28-fach entspricht. Bei dieser Telewirkung denkt man unweigerlich an Aufnahmen im Cineflex-Stil, denn lange Brennweiten bei einer Drohne versprechen ja im ersten Moment tolle Bilder, so wie man sie eben von teuren Systemen wie Cineflex oder Shotover kennt. 

Was aber hier schon mal vorwegnehmen kann: Solche Erwartungen sind bei weitem zu hoch gegriffen, die Qualität der Telekamera fällt im Vergleich zur Hauptkamera eindeutig ab, auch deshalb, weil man in die Belichtung nicht eingreifen kann. Es empfiehlt sich natürlich auch nicht, die digitale Zoomfunktion fürs Filmen zu nutzen: das Bild verliert zu sehr an Qualität. Im Beispielvideo habe ich trotzdem einige Aufnahmen mit 28x-Zoom erstellt, einfach um zu zeigen, dass es hier durchaus Potenzial gäbe; in der Hoffnung, bald vernünftige und qualitativ hochwertige Zooms bei kleinen Drohnen zu finden.


Mavic 3: Blick auf die Drohne und Testclips. 
Tippt man aufs Fernglas, wechselt die Kamera in den »Exploration Modus«.

DJI hat die die Zoomkamera unter dem Menüpunkt »Exploration Mode« untergebracht, wenn man aufs Fernglas auf dem Menü tippt, wechselt die Kamera in diesen Modus. Die Bezeichnung »Exploration Mode« deutet an, wozu das Ganze gedacht ist: nämlich per Zoom interessante Objekte zu finden, nah heran zu fliegen, um sie dann mit der Hauptkamera zu filmen.

Bei den Zoomstufen arbeiten beide Kameramodule zusammen, und je nach Einstellung wird dann jeweils entweder bei einer Kamera digital gezoomt oder die andere genutzt. Bis zur Stufe 4x wird in das Bild der Hauptkamera gecroppt, 7x ist dann die Telekamera nativ, und alles über 7x ist ein Crop der Telekamera. In der Praxis bedeutet dies, dass man ungecroppte Bilder ohne Zoom oder mit 7x Zoom erhält.

Die Hauptkamera löst mit 5.280×3.956 auf.

Weitere Eckdaten zu den Kameras: Sie verfügen beide über einen Autofokus, ihr ISO-Bereich reicht von 100 bis 6.400 und der elektronische Verschluss bietet Einstellmöglichkeiten von 2 bis 1/8.000 Sekunde. Die Hauptkamera löst mit 5.280 × 3.956 auf, die Zoomkamera mit 4.000 × 3.000. In der Praxis hat man es also mit 5,1 K und UHD (Zoomkamera) als Videoauflösung zu tun.

Fotos können im 12 Bit DNG Format gespeichert werden, zudem sind natürlich die bekannten Fotofunktionen wie Panorama, AEB oder Zeitraffer möglich. Aber Achtung: Raw-Fotos können nur mit der großen Kamera aufgenommen werden, die Telekamera begnügt sich mit JPEG.

Die Fly More Combo enthält eine robuste Tasche …
… die wirklich sehr gut durchdacht ist.

Wenn es ans Transportieren geht, überzeugt die Fly More Combo mit einer wirklich gut durchdachten und robusten Tasche. Mittels ausklappbarer Gurte wird aus der Tragetasche schnell ein Rucksack. Im Inneren haben Drohne, drei Akkus, der Controller sowie weiteres Zubehör (Akkulader, ND Filter, Propeller) Platz. Dadurch hat man immer alles Nötige dabei, und das auch gut geschützt und sehr kompakt.

Über die Drohne selbst wird im zusammengeklappten Zustand ein Gurtsystem gespannt, welches den Gimbal und die Propeller schützt.

Die ebenfalls in der Combo enthaltenen ND-Filter in den Stufen 4, 8, 16 und 32 lassen sich einfach auf die Kamera clippen und bedecken dabei beide Linsen.

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Autor
Sas Kaykha, Nonkonform

Bildrechte
Sas Kaykha, DJI

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