Messe: 06.04.2014

NAB2014: Avid — Connect-Event und neue Produktstrukturen

Mit einer großen Auftaktveranstaltung markiert Avid den Startschuss für die Avid Customer Association und CEO Louis Hernandez stellt während seiner zentralen Präsentation die neue Plattform Media Central und damit einhergehend die neue Produkt- und Lizenzstruktur des Unternehmens vor.

Rund drei Millionen Endanwender arbeiten laut Avid derzeit weltweit mit Avid-Produkten. Darin sieht Avid-CEO Louis Hernandez einen Ansporn und eine Verpflichtung für das Unternehmen — und so betonte er mehrfach die enge Verbindung, die zwischen Avid und den Kunden bestehe.

Diese Beziehungen noch weiter zu intensivieren und zu vertiefen, dazu soll auch die Avid Customer Association (ACA) dienen. Sie soll zum Sprachrohr der Anwender werden und auch direkt auf Unternehmensentscheidungen einwirken können. 1.100 Mitglieder aus 43 Ländern hat die (ACA) schon und viele davon waren auch beim Connect-Event anwesend, wo laut Avid insgesamt rund 1.000 Besucher zugegen waren.

Wie schon vergangenes Jahr bekannt gegeben wurde, fungiert David Mash, Senior Vice President for Innovation, Strategy and Technology am Berklee College of Music, als Chairman of the Executive Board of Directors der ACA. Richard Friedel, Executive Vice President und General Manager bei Fox Networks, sowie Dr. Andreas Bereczky, Produktionsdirektor beim ZDF, wurden jeweils als Vice Chairmen der Organisation benannt, die für die Avid-Community gegründet wurde.

Nach der Auftaktveranstaltung »Avid Connect« werden die spezifischen Ausschüsse regelmäßige Treffen abhalten, um grundsätzliche strategische Empfehlungen für Branchenthemen wie strategische Entwicklung, Produkte und Lösungen, Branchenstandards, Kundeneinbindung und -erfolg sowie Kunden-Netzwerke und Partner abzugeben.

Branchenwandel erfordert Wandel auf der Herstellerseite

Avid-CEO Louis Hernandez sieht die Industrie derzeit in einem dramatischen Veränderungsprozess und durch das Feedback der Anwender und durch neue Ideen und Ansätze aus dem Unternehmen selbst soll es Avid gelingen, diese Veränderungen aufzugreifen, darauf einzugehen und gemeinsam mit den wichtigsten Medienhäusern Lösungen zu finden.

Aus der Sicht von Hernandez stellen Digitalisierung und Konsumerisierung letztlich die etablierten Erlösmodelle auf den Kopf, weil die Consumer heute viel mehr Möglichkeiten haben, zu entscheiden, was sie im Medienbereich konsumieren, und auch wann und wie sie das tun. Als weiteres Indiz nannte Hernandez die Tatsache, dass die Distribution von Medieninhalten noch nie so komplex und vielfältig war, wie sie es heute ist: Zahllose Plattformen, Känale und Formate einerseits, eine zunehmend komplexere Rechtesituation andererseits.

Auch den Sicherheitsaspekt führte Hernandez an: Nach den Banken sind Medienunternehmen demnach die im Internet am meisten von Kriminellen und Hackern attackierten und geschädigten Unternehmen.

Avids Antwort auf diese und viele andere Aspekte des Wandels lautet auf der strategischen Ebene »Avid Everywhere«, worunter man kurz zusammengefasst bei Avid versteht, dass das Unternehmen die Basis für die gesamte Medienproduktions- und Wertschöpfungskette schaffen und in allen Aspekten eine Rolle spielen will.

Folgerichtig nutzte Avid-CEO Louis Hernandez den Avid Connect Event, um mit Avid Central Media Plattform eine neue Plattform vorzustellen, die als Basis dienen soll, bestehende und neue Produkte von Avid besser zu vernetzen, aber die auch andere Applikationen einbezieht und den Austausch und das kollaborative Arbeiten auf der Anwenderseite befördert. Natürlich ist das letztlich ein Cloud-Thema, bei dem es Anklänge an Adobes Creative Cloud gibt, an Apples iTunes-Store und an diverse Social-Media-Plattformen.

Dabei übernimmt Media Central UX (eine Weiterentwicklung von Interplay Central) die Rolle der Frontend-Benutzeroberfläche für die Avid Central Media Plattform. Diese Lösung soll einen einheitlichen Zugriff gewähren, unabhängig davon, ob Kunden die Plattform über eine Software-Anwendung oder einen Web-Browser nutzen und ob sie das von einem Laptop, einem Desktop-Computer oder einem mobilen Endgerät aus tun. 

Media Central Plattform

Die Media Central Plattform soll es den Kunden erlauben, lokal oder in der Cloud zu arbeiten, aber auch hybride Nutzungen sollen möglich sein. Dabei bietet die Media Central Plattform die folgenden Features für vernetztes Arbeiten:

Media Services: Sie sollen Kunden den Zugriff auf Material erlauben, das auf der Plattform gespeichert ist oder das auf anderem Weg an die Lösung angebunden ist. Durch die zentralisierten Wiedergabemöglichkeiten können Nutzer von ihrer eigenen Anwendung aus Audio- und Videoinhalte streamen, die auf Isis-Zentralspeichern von Avid oder Speichermedien anderer Anbieter liegen.

Connectivity Toolkit: Damit sollen Kunden ihre Workflows anpassen können, indem sie Anwendungen und Services, die sie benötigen, zur Media Central Platform hinzufügen. API- und SDK-Ressourcen sind derzeit für Pro Tools, Media Composer, Interplay Production und iNews verfügbar. In Zukunft soll die Plattform weiter ausgeweitet werden, um noch mehr Technologiepartner einzubinden und so eine Vielzahl an Produkten und Lösungen bereitzustellen, die reibungsloseres, vernetztes Arbeiten ermöglichen.

Vereinheitlichte Administration: Nutzerauthentifizierung, Zugriffsrechte und Einstellungen sind über ein einziges zentrales Management-System zugänglich. Da die Systeme, die an die Plattform angebunden sind, nahtlos mit dem Management-System integriert sind, müssen Nutzer ihre Daten nur einmal eingeben, um die Anwendung übergreifend nutzen zu können.

Neue Produktstruktur

Auf Basis der Media Central Plattform ordnet Avid sein Angebot an Hard- und Software-Produkten neu  und bietet nun mit der Artist Suite, der Media Suite und der Storage Suite drei neue Anwendungslandschaften an, die allesamt auf der Media Central Plattform basieren. Mit der Option, vor Ort oder über cloud-basierte Lösungen zu arbeiten, sowie flexiblen Anschaffungs- und Lizenzierungsoptionen sollen die Kunden mehr Möglichkeiten haben, ihre Avid-Lösungen genau nach ihren individuellen Bedürfnissen einzusetzen.

Artist Suite: Umfasst alle Produkte und Anwendungen, mit denen Inhalte erstellt werden, darunter Digital Audio Workstations (DAW), Musiknotations-Software, Steuerungsoberflächen, Live-Soundsysteme, Lösungen für die Videobearbeitung und Systeme zur Erstellung grafischer Inhalte.

Media Suite: Beinhaltet alle Anwendungen und Services zur Verwaltung, zum Schutz, zur Distribution sowie zur Vermarktung von Lösungen für das Newsroom-Management, das Asset-Management und die Multiplattform-Distribution. Mit der Zeit soll die Media Suite erweitert werden und auch die Bereiche Metadaten-Erfassung, Schutz und Verschlüsselung, sowie Analytics umfassen.

Storage Suite: enthält alle Produkte und Anwendungen zur Aufnahme, Speicherung und Verteilung von Medien, inklusive Online-Speicher, Nearline Storage und Ingest/Playout-Servern.

Marketplace

Quasi flankierend sollen auch ein »Private Marketplace« und ein »Public Marketplace« die Media Central Plattform abrunden. Darüber soll der Austausch, Verkauf und die Lizenzierung von Musik und Videos möglich werden. Beschränkt, nur zwischen Profis, oder im freien Verkauf.

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