Branche: 04.07.2014

WM-Studio von ARD und ZDF mit Lawo auf Sendung

Das WM-Studio von ARD und ZDF befindet sich auf einer Dachterrasse in Rio. Für die Anbindung dieses WM-Studios an das Sendezentrum IBC, wird die von Lawo im vergangenen Herbst vorgestellte V-link4-Einheit als IP-Netzwerk-Stagebox eingesetzt.

ARD und ZDF berichten seit 12. Juni live aus Brasilien von der Fußball-WM. Die Moderatoren agieren dabei auf einer zum WM-Studio umgebauten Dachterrasse in Rio. Erstmals wird dabei kein Ü-Wagen direkt vor Ort eingesetzt, sondern das gesamte Studio ist im Remote-Production-Modus an die Hauptsenderegie im 35 km entfernten International Broadcast Center (IBC) angebunden (längerer Artikel zu diesem Thema).

Für die Übertragung der Signale wird die von Lawo im letzten Herbst vorgestellte V-link4 Einheit als IP-Netzwerk-Stagebox eingesetzt. Das 19-Zoll-Gerät mit einer Größe von 1HE ist eine All-in-One-Box-Lösung für die Audio- und Video-Contribution über IP als Teil der Infrastruktur für die Remote Production. Bei der WM-Berichterstattung vom Studio in Rio de Janeiro werden alle Audiosignale von der V-link4 mittels Madi aufgenommen und über das IP-Netzwerk per Ravenna von der Copacabana ins IBC und zurück übertragen.

Bei Remote-Produktionen ist insbesondere die Rückversorgung für die Moderatoren eine knifflige Aufgabe, da die Laufzeiten im Netzwerk keine direkte Rückführung vom Mischpult erlauben. Deshalb hat Lawo mit seiner Erfahrung im Audiobereich und in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von ZDF und Südwestrundfunk (SWR), der federführenden Sendeanstalt für die WM, eine Remote-DSP-Processing-Einheit entwickelt, die es erlaubt, dass der Moderator an der Außenstelle seine eigene Stimme genauso unverzögert hört, wie er das vom heimischen Studio gewohnt ist.

In der Hauptregie von ARD und ZDF wird über ein Mischpult des Typs mc²90 abgemischt. Immer wenn ein Moderator auf Sendung ist, steuert das mc²90 über das IP-Netzwerk das Remote Processing, sodass der Moderator sich direkt selbst hört. Intelligente Verschaltungen erlauben es außerdem, dass die sogenannte IFB (Interrupted Feedback) – das sind Unterbrechungen des Programmtons bei Kommando – genauso funktioniert, wie bei der direkten lokalen Anbindung im Ü-Wagen.

Mittels moderner Touchscreen-Bedienung über ein Tablet sind neben Mic-Preamp-Einstellung Dämpfungswerte für das IFB auch in ganz unterschiedlichen Situationen schnell schaltbar, sodass sogar zwei Sendungen parallel von der Plattform an der Copacabana realisiert werden können.

Die Verbindung über die V-link4 mittels Ravenna ist nicht nur für die reinen Audiosignale zuständig, auch alle Intercom-Wege für Kameras und Funkgeräte sowie die Tallys werden hierüber realisiert. An dem Setup in Rio de Janeiro mit der V-link4-Einheit mit externem Audio-Processing wird erstmals praktisch gezeigt, wie Remote Production für Studios effizient realisiert werden kann.

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Autor
red
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