360-Grad-VR, Film: 28.02.2019

ZDF lässt Palmyra digital rekonstruieren

Die weitgehende Zerstörung der Überreste der historischen Oasenstadt Palmyra in Syrien durch IS-Terroristen löste weltweites Entsetzen aus. Die ZDF-Redaktion Terra X und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz haben jetzt die historische Stätte als VR-Projekt »Das antike Palmyra in 360 Grad« für virtuelle Erkundungen rekonstruieren lassen.

Blick auf einen Teil der Stadt-Rekonstruktion.

Drei 360-Grad-Filme von je etwa fünf Minuten Dauer führen zu den Rekonstruktionen prominenter Locations der Stadt, die zu römischer Zeit eine der reichsten und schönsten Metropolen war. Zugleich war sie ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Das zeigt sich auch im Stil vieler Bauten, in denen asiatische und römische Elemente vereint wurden. Die Touren machen die Zuschauer mit einigen Orten bekannt, die beispielhaft für die wichtige Rolle stehen, die Palmyra damals im Nahen Osten spielte. Unter anderem gibt es kommentierte VR-Rundgänge durch den Baal-Tempel, das römische Theater, die Kolonnaden und den Hadrian-Bogen.

273 wurde die Stadt weitgehend zerstört, ihre Ruinen wurden 1980 ins Unesco-Welterbe aufgenommen. Bis zur Sprengung vieler Ruinen durch den IS 2015/2016 und Zerstörungen im Syrienkrieg war Palmyra das historische Highlight für Syrien-Touristen. Ein Wiederaufbau dieser historischen Stätte scheint derzeit sehr unwahrscheinlich. Jedoch trägt die digitale Rekonstruktion dazu bei, das kulturelle Erbe Syriens wenigstens virtuell erlebbar zu machen.

Der Baal-Tempel 2005 vor der Kriegszerstörung und die VR-Rekonstruktion im Virtuellen Museum.

Die Rekonstruktionen basieren auf dem aktuellen Stand der archäologischen Forschungen. Die VR-Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Vorderasiatischen Museum durch die Firma men@work Media Services. Gemeinsam sorgte man dafür, dass die 80 Kilometer digital rekonstruierter Fassaden  und die vielen anderen Details der Straßen, Plätze und Gebäude den wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Aufbau, Modellierung und Texturierung nahmen 2.000 Arbeitsstunden in Anspruch. Stein Film produzierte in Zusammenarbeit mit dem ZDF und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Ein Klick auf das Arbeitsfoto führt zum Making-Of Film des Palmyra Projektes.

Die drei in sich abgeschlossenen Touren kann man mithilfe einer VR-Brille, eines Smartphones mit Cardboard-Brille oder auch am Desktop-Computer absolvieren. Als Ergänzung gibt es ein futuristisch gestaltetes virtuelles Museum mit historischen Fotos und Fundstücken aus Palmyra. Über die Palmyra-Website des ZDF sind darüber hinaus einige TerraX-Filme zum Thema zugänglich.

Komödie oder Gladiatorenblut? Das Theater von Palmyra fasste 1.000 Besucher.

»Das antike Palmyra in 360 Grad« ist nach »Gladiatoren im Kolosseum in 360 Grad und 3D«, »Vulkane in 3D und 360 Grad« und »Mythos Wolfskind« das vierte große VR-Projekt der Terra X-Redaktion.

Bildrechte
ZDF/Screenshots (3), ZDF/men work Media Services (1), Wiki commons (1).

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