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»Jazzfieber«: Eine Reise durch 80 Jahre Musikgeschichte

Wie Reinhard Kungel mit Adobe Premiere Pro einen Dokumentarfilm über deutschen Jazz erschuf.


Game Changer Autotranskription

Ein Game-Changer war für Reinhard Kungel die Autotranskriptions-Funktion in Premiere Pro. »Das hilft mir wirklich sehr viel. Früher musste man stundenlang Interviews abtippen – ein Luxus, den sich heute kaum noch jemand leisten kann.

©Reinhard Kungel, rk film

Im Gespräch mit Jazz-Legende Klaus Doldinger.

Die automatische Transkription ist für mich daher ein Segen, darin kann ich gezielt nach Stichworten suchen und mich so durchs Material arbeiten«, erläutert Kungel.

Gerade wenn er als Regisseur nicht selbst schneidet und mit einer Editorin arbeitet, hilft ihm die Transkription, gezielt nach Schlagworten zu suchen und direkt an die entsprechende Stelle im Material zu springen. »So können wir beim Schnitt im Team sehr schnell und effizient arbeiten«, sagt Kungel.

©Reinhard Kungel, rk film

»Jeder Film schneidet sich irgendwann von selbst«, sagt Reinhard Kungel.

Ohne diese Effizienz geht es heutzutage nicht mehr, denn die Budgets für Dokus sind knapp kalkuliert. »Wir haben bei vielen Projekten mit reduzierten Schnitttagen zu kämpfen, dann müssen wir einfach sehr effizient arbeiten können, wenn wir es überhaupt in der vorgegebenen Zeit schaffen wollen«, sagt Kungel.

Kungels Erfahrung zeigt die Realität des Dokumentarfilmschnitts: Ohne den persönlichen Einsatz der Filmemacher*innen und ohne effiziente Schnitt-Tools geht es nicht mehr.

Rechtliche Hürden

Der fertige Film war nur der Beginn für ein weiteres wichtiges Feld: Ein Jahr lang war Medienanwalt Michael Augustin damit beschäftigt, die Rechte für das verwendete Archivmaterial von »Jazzfieber« zu klären.

©Reinhard Kungel rk film

In der Farbkorrektur.

»Und als wir eigentlich dachten, wir hätten es geschafft, gab es noch eine unglückliche Wendung: Für 13 Sekunden des italienischen Hits ‚Volare‘ mit Caterina Valente verlangten die Rechteinhaber*innen im Nachgang plötzlich eine horrende Summe. Das war bei unserem Budget nicht machbar, und wir mussten den bereits fertigen Film nochmals umschneiden, neu farbkorrigieren und neu mischen.«

Aus eigener leidvoller Erfahrung empfiehlt Reinhard Kungel daher jungen Filmemacher*innen, prinzipiell erst nach dem »Picture Lock« und wenn alle rechtlichen Fragen geklärt sind, in die finalen Bearbeitungsphasen wie Grading oder Mischung zu gehen.

Jazz- und Musik-Fan Reinhard Kungel hat jüngst das Buch »Filmmusik für Filmschaffende« veröffentlicht – erschienen bei Hanser. 

Fazit

»Jazzfieber« wurde zu einem wichtigen Dokument deutscher Musikgeschichte: Der Film bildet 80 Jahre Jazz-Entwicklung in Deutschland ab und wurde von der Filmbewertungsstelle dafür mit dem Prädikat »Besonders wertvoll« geadelt. Premiere Pro erwies sich als wichtiges Werkzeug für diese komplexe Aufgabe, auch wenn der Weg steinig war.

Kungels Fazit: »Wer mit viel Archivmaterial arbeitet, muss sich viel Zeit nehmen. Für einen Archivfilm muss man mindestens ein Jahr nur für die Rechteklärung einplanen.«

Die Geschichte von »Jazzfieber« zeigt aber auch, dass man für solche aufwändigen Projekte effiziente Tools benötigt – auch wenn am Ende die bürokratischen Hürden oft größer sind als die technischen.

Seite 1: Idee und Workflow
Seite 2: Schnittphasen
Seite 3: Autotranskription, Fazit

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Autor: Christine Gebhard

Bildrechte: Reinhard Kungel rk film

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