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Foo Fighters setzen auf Sennheiser Spectera
Ein Mix für drei verzerrte Gitarren, ein druckvolles Schlagzeug und eine Band, die sich vor einer Stadionkulisse durchsetzen muss: Das Monitoring der Foo Fighters gilt als eine der härtesten Aufgaben im Live-Audio. Ian Beveridge kennt sie wie kaum ein anderer. Er mischt für Dave Grohl seit der Gründung der Band, zuvor stand er bei Nirvana am Pult, als die Gruppe ihr Debütalbum in Europa vorstellte.
Vor der großen Stadiontournee wechselte das Technikteam auf Spectera von Sennheiser. Zunächst ging es nur darum, auf der HF-Seite auf Nummer sicher zu gehen. Schnell zeigte sich laut Beveridge, dass auch der gesamte Workflow einfacher wurde und der Monitormix mehr Räumlichkeit und Transparenz bekam. Auf einer Welttournee ständig Schmalbandsysteme tauschen zu müssen, um lokale HF-Regularien einzuhalten, sei »wirklich nervig«, sagt er. Spectera habe er deshalb gekauft, ohne es vorher zu testen.
Stereobild als Mix-Werkzeug
Mit drei Gitarristen auf der Bühne bleibt dem Monitor Engineer nur das Panning, um Platz im Mix zu schaffen. Analoge Schmalband-IEMs codieren links und rechts per Multiplexing, die Kanaltrennung kann bei schlechten HF-Bedingungen leiden. Die digitale Übertragung von Spectera hält Links-Rechts-Trennung und Stereobreite laut Beveridge über die gesamte Show stabil. Sennheisers Artist Relations Manager Tim Moore ergänzt: Eine Gitarre links, eine rechts, eine in der Mitte – ohne Lautstärkekampf, dafür mit weniger Hörermüdung.
Bei den Vocals bleibt Beveridge dagegen konservativ: Das dynamische Sennheiser MD 431 bleibt gesetzt. Ein schweres Messingmikrofon, das ein früherer FoH-Engineer einführen wollte, kommt für ihn nicht infrage – schon wegen Grohls Tempo auf der Bühne.
Feuertaufe bei Saturday Night Live UK
Den ersten Härtetest bestand das Setup bei einem Live-Auftritt für Saturday Night Live UK in London, einer als schwierig bekannten HF-Umgebung. Die WebUI meldete zunächst Störer in den Frequenzblöcken der Base Stations. Beveridge lief daraufhin mit Bodypack und In-Ears durch Flure mit dicken Ziegelwänden bis hinter die Produktionstrucks. Das Signal blieb stabil.
Weitere Vorteile aus der Praxis:
- Die Frequenzkoordinierung dauert wenige Minuten, ein einziger Bodypack genügt für den Check der gesamten Location.
- Jeder Nutzer erhält einen eigenen Audio Link Mode: niedrigste Latenz für den Lead-Sänger, höhere Latenz für Crew oder Management. Für spontane Gastmusiker bleiben Reserven.
- Bei breitbandigen Störungen während der Show wechselt Beveridge den Frequenzblock per Software. Alle Geräte springen in rund 20 Sekunden auf den neuen TV-Kanal, ohne dass jemand einen Bodypack anfassen muss. Das sei bereits einmal nötig gewesen, als die Band gerade auf die Bühne ging.
Zwei Höheneinheiten statt 1,50 Meter
Auch physisch hat sich »Monitor World« verändert: Das früher 1,50 Meter hohe Rack voller Sender und Combiner ist auf zwei Höheneinheiten geschrumpft, belegt von zwei Base Stations. Dazu kommt ein Laptop. Beveridge muss nicht mehr um acht Uhr morgens Frequenzen koordinieren, sondern erscheint um 16 Uhr, hört mit einem Bodypack ab und mischt.
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