Kamera: 04.09.2014

Arri stattet Alexa-Kameras mit ProRes 3,2K aus

Vor kurzem hatte Arri einen UHD-Modus für sein Kameramodell Amira angekündigt, nun gibt der Hersteller bekannt, auch die Alexa mit einem neuen Aufzeichnungsmodus »4K-fähig« zu machen.

Der Schlüssel dazu soll ein für Anfang 2015 angekündigtes Software-Update sein, das den neuen ProRes-3,2K-Modus mitbringt: Ein neues Aufzeichnungsformat für Arris Alexa, die ja ursprünglich auf eine Auflösung von 2,8K limitiert war. Es kommt also in der Kamera kein neuer Sensor zum Einsatz, sondern es können per Software-Update auch alle bestehenden Alexa-Kameras von dieser Neuerung profitieren.

Den Hintergrund bildet der Open-Gate-Modus, der bei der Alexa in der XT-Version verfügbar ist. In diesem Modus kann die gesamte Sensorfläche ausgelesen und im Arriraw-Format aufgezeichnet werden. Das so aufgenommene Footage besitzt dann eine Auflösung von etwa 3,4K, das Bildseitenverhältnis liegt bei 1,55:1. Bisher konnte die Aufzeichnung in dieser höheren Auflösung nur im Arriraw-Format erfolgen. Arri hatte diese Funktion mit der Software-Version 9.0 der Kamera verfügbar gemacht (Meldung) und damit die bis dahin gültige Limitierung der Kamera auf 2,8K nach oben verschoben.

Nun kommt also mit ProRes 3,2K ein weiteres Aufzeichnungsformat, das die Nutzung höherer Auflösungen bei der Alexa ermöglicht und zwar im Seitenverhältnis 16:9 (das vom Seitenverhältnis 1,55:1 bei der Arriraw-Open-Gate-Aufzeichnung abweicht, worin auch die im Vergleich etwas geringere Auflösung der ProRes-Variante wurzelt). Es soll sowohl mit Alexa-XT-Kameras nutzbar sein, wie auch mit Alexa-Classic-Kameras, die mit dem XR-Modul (Meldung) aufgerüstet wurden.

Mit ProRes 3,2K wird also ein Bild in höherer Auflösung aufgezeichnet, dass sich dann in der Postproduction per Up-Sampling in UHD-Bilder mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten hochrechnen lässt. Aufgrund des hohen Dynamikumfangs der Alexa sind damit laut Hersteller sehr hochwertige Produktionen für den 4K/UHD-Markt möglich, die sich in der Bildqualität mit denen messen können, die mit 4K-Kameras aufgenommen und durchgängig in 4K nachbearbeitet wurden.

Alexa-Produktmanager Marc Shipman-Mueller von Arri weist in diesem Zusammenhang besonders auf den großen Blendenumfang der Kamera und den Umgang der Kamera mit Spitzlichtern hin. Diese Faktoren machen aus Herstellersicht Alexa-Aufnahmen schon heute nicht nur 4K/UHD-tauglich, sondern bieten auch genug Reserven für Displays und Bilddarstellungsverfahren mit höherem Kontrastumfang, wie etwa Dolby Vision.

Dass Alexa-Aufnahmen genug Reserven bieten, um sie auf 4K/UHD hochzurechnen, beweisen aus Sicht von Arri Produktionen wie der James-Bond-Film »Skyfall«: Der wurde nämlich, als einer von zahlreichen Spielfilmen der vergangenen Jahre, in Arriraw mit 2,8K gedreht und fürs Kino in ein 4K-DCP hochgerechnet.

Arri sieht also in ProRes 3,2K eine gute Lösung, um mit bestehendem Equipment zukunftssicher zu produzieren — was natürlich auch daran liegt, dass Arri noch keine 4K-Kamera im Portfolio hat.

Ein unbestreitbarer Vorteil von ProRes 3,2K besteht in der verglichen mit Arriraw-Aufnahmen sehr viel niedrigeren Datenrate, die bei der Aufnahme in diesem neuen Format produziert wird. Außerdem ist ProRes ein weit verbreitetes Format und viele Postproduction-Unternehmen haben ProRes-Workflows etabliert, wovon auch ProRes 3,2K profitieren kann.

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Autor
red
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