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»Steina: Playback« – Pionierin der Videokunst im Haus der Kunst München
Mit der Ausstellung wird die Arbeit einer Frau und Videokünstlerin gewürdigt, die bisher in europäischen Museen wenig Beachtung fand.
Wenn die Technik das Entstehen eines neuen Mediums ermöglicht, lässt sich in der Anfangsphase bei den Nutzern ein enormes kreatives Potenzial beobachten und alles, was machbar scheint, wird ausprobiert. Später dann, wenn die Mediennutzung in geregelte Verwertungsformen überführt ist, verschwindet diese geballte Experimentierlust und alles läuft in geregelten Bahnen. Das war in der Filmgeschichte so und wiederholte sich beim Video.
Setzt man sich mit einem Medium auseinander, dann sollte man besonders die Anfangsphase unter die Lupe nehmen, und in diesem Zusammenhang sind die Arbeiten von Steina wichtig.
Machine Vision, 1975-78
Eine live-elektro-optische-mechanische Sechs-Kanal-Installation für sechs Schwarz-Weiß-Videokameras mit motorisierten Spiegel- und Bewegungsanordnungen.
Die Live-Bilder werden auf sechs Monitoren wiedergegeben. Die Kameras tasten das Umfeld der Installation durch Spiegelschwenk- und Zoombewegungen ab. Realisiert unter Mitarbeit von Josef Krames, Woody Vasulka und Bruce Hamilton.
Mit dieser Installation greift Steina eine Thematik auf, die in den 70er Jahren ein Thema der Grundlagenforschung war und heute um die KI erweitert eine große Rolle in vielen industriellen Anwendungen spielt.
Trevor, 1999-2000
Ein-Kanal-Video, Farbe, Ton, 11:06 Minuten.
Entstanden mit dem britischen Komponisten Trevor Wishart. Im Bild sieht man die Veränderungen des Videos über drei Phasen hinweg, von dem Akteur vor dem Mikrofon bis zur völligen Auflösung.
The West, 1983
Zwei-Kanal-Videoinstallation auf 22 Monitoren, 30 Minuten, Ton Woody Vasulka.
The West ist eine Ode an die Erhabenheit des amerikanischen Südwestens und bewegt sich vor allem zwischen alten und modernen Zentren der astronomischen Beobachtung in New Mexico (wo Steina arbeitet und lebt): zwischen den Ruinen des Chaco Canyon und den rotierenden Radioteleskopen des Very Large Array.
Borealis, 1993
Zwei-Kanal-Video-, Vier-Kanal-Audioinstallation, 10 Minuten.
Für ihre Arbeit Borealis, was so viel wie „nördlich“ heißt, verließ die Künstlerin ihr Atelier und beschäftigte sich mit der Natur ihrer isländischen Heimat. Im Haus der Kunst nimmt die Installation einen ganzen Raum ein und zeigt auf riesigen vier Meter hohen transparenten Leinwänden Bilder von Naturphänomenen, die zwischen Realität und Abstraktion wechseln.
Steina hat sich als studierte Violinistin immer wieder mit Ton und Bild auseinandergesetzt und in vielen Arbeiten den Ton mit Hilfe von Videotechnik und Filtern visualisiert.
Autor: Hans Albrecht Lusznat (5)
Bildrechte: Hans Albrecht Lusnat (), Haus der Kunst, Friðgeir-Helgason (1)














