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Beim TV-Empfang: Satellit erstmals auf Platz 1

Wenn jemand eine Umfrage veröffentlicht, die er selbst in Auftrag gegeben hat und deren Ergebnisse dann hervorragend für den Auftraggeber ausfallen, hat das natürlich immer einen Beigeschmack. Vielleicht muss man es aber auch so sehen: Es werden eben nur die Umfragen veröffentlicht, die positive Ergebnisse brachten, die anderen verschwinden ganz in der Schublade oder bleiben intern und dienen der Marketing-Abteilung für die Planung von Gegenmaßnahmen.

Nehmen wir also mal das Beste an und glauben einer Studie, die der Satellitenbetreiber Astra bei TNS-Infratest in Auftrag gab und für die rund 6.000 Haushalte telefonisch befragt wurden. Demnach sahen Ende 2011 erstmals mehr Zuschauer ihr TV-Programm via Satellit als über andere Verbreitungswege. Die Zahl der Kabel-TV-Kunden war demnach rückläufig, sodass Satellit nun mit 17,5 Millionen auf Platz 1 der Verbreitungswege liegt. Der Abstand zu Kabel mit rund 17,3 Millionen Haushalten ist zwar noch überschaubar, doch eine Tendenz macht der Führungswechsel schon deutlich.

DVB-T spielt bei den ermittelten Zahlen eine untergeordnete Rolle: Laut Studie liegt die Reichweite dieses Verbreitungswegs bei nur 1,8 Millionen Haushalten, also bei rund einem Zehntel der Kabel- und Satellitenhaushalte. IPTV liegt mit 1,3 Millionen Haushalten zwar derzeit noch weiter hinter, aber in diesem Bereich gibt es das stärkste prozentuale Wachstum: Mit einer Zugewinnrate von 36 % gegenüber dem Vorjahr, bewegt sich hier am meisten.

Satellitenfernsehen liegt seit Jahren im Aufwärtstrend. Woran liegt das? Vielleicht weniger an den Stärken des Satellitenempfangs, als an den Schwächen der Kabelkonkurrenz: Qualitätsprobleme, Zusatzkosten, und technische Schwierigkeiten sind vielen Kabelkunden nicht unbekannt — besonders wenn sie HD-Programme sehen wollen.

Genau das macht Astra aber als wichtigen TV-Trend aus, der die Fernsehnutzung beeinflusse: den Wunsch der Zuschauer nach mehr HD. Schön für den Satellitenbetreiber, denn der lässt sich die Erfüllung dieses Wunsches ja zumindest bei etlichen Privatsendern mit dem Bezahlmodell HD+ versilbern. Laut Umfrage gab mehr als ein Drittel der Befragten an, bei der Auswahl der Programme zu berücksichtigen, ob sie in HD ausgestrahlt werden. Auch wenn HD somit für die Zweidrittel-Mehrheit der Zuschauer nach wie vor kein Enscheidungskriterium darstellt, so ist aber auch hier ein klarer Trend erkennbar: HD spielt mittlerweile eine etwas wichtigere Rolle — es hat aber auch lange genug gedauert, dahin zu gelangen …

Interessant sind aber natürlich auch die Zahlen von DVB-T, das zumindest laut dieser Studie eher ein Randdasein fristet. DVB-T-nahe Institutionen ermitteln hier ganz andere Zahlen, doch eines ist sicher: ohne baldige HD-Fähigkeit ist DVB-T eher auf dem absteigenden Ast angesiedelt. Die nahende Abschaltung der analogen Satelliten-Ausstrahlung wird die TV-Kunden wohl auch nicht in die Arme von DVB-T treiben: Die meisten der analogen Nachzügler werden ihre TV-Geräte wohl weiter via Satellitenschüssel speisen und eben digital nachrüsten.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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