Branche, Interview, Top-Story: 01.02.2005

Thomas Harscheidt: HD-Jahr 2005?

50 Insider aus verschiedenen Bereichen der Film-, TV- und Videobranche haben die Fragen von www.film-tv-video.de zum Thema HD beantwortet. Eine Zusammenfassung analysiert die Stimmung in der Branche, zudem stehen auch die Antworten der einzelnen Befragungen in voller Länge zur Verfügung. In diesem Beitrag lesen Sie die Antworten von Thomas Harscheidt. (Zum Download bitte auf den Dateinamen am Ende des Artikels klicken.)

B_0105_CBC_HarscheidtThomas Harscheidt ist Geschäftsführer von CBC. CBC wickelt an mehreren Standorten in Deutschland den Sendebetrieb für verschiedene TV-Anbieter ab.

**Welche Bedeutung hat HD heute in Ihrem Tätigkeitsbereich? Wie und wann wird sich das aus Ihrer Sicht ändern?

Als Dienstleister in der Broadcast-Branche richtet CBC sein Angebot nach den Bedürfnissen seiner Kunden aus und passt seinen Leistungsumfang hierauf an. Derzeit gibt es weder bei Produktion / Postproduktion noch auf der Senderseite Kundenanfragen nach HD-Angeboten. Folglich erbringt CBC auf diesem Gebiet noch keine Leistungen. Wir beobachten die technische Entwicklung und die Preisentwicklung der Endgeräte sehr genau und beraten uns regelmäßig mit unseren Kunden darüber.

**Beim Thema HD wird in Deutschland oft von der Signalwirkung gesprochen, die von der Fußball-WM 2006 ausgehen werde. Wie beurteilen Sie dieses Thema?

Die Antwort auf diese Frage überlassen wir ebenfalls unseren Kunden, die darauf vertrauen können, dass – wenn sie zu diesem Zeitpunkt einen entsprechenden Bedarf haben – wir ihnen weiterhelfen werden. Allerdings denken wir, dass eine von der WM ausgehende Signalwirkung möglicherweise überschätzt wird.

**Welches Hindernis hemmt derzeit die Verbreitung von HD im Markt am meisten? Wie könnte man dem begegnen? Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit HD in Deutschland alltägliche Realität wird?

Hinderlich sind derzeit neben der Formatfrage der Preis für leistungsfähiges Equipment auf Sender- und Empfängerseite sowie hohe Verbreitungskosten.

**Wann werden die Zuschauer in Deutschland regelmäßig bei mehreren Sendern HDTV sehen können? Spielt das für Ihren Tätigkeitsbereich eine Rolle? Was erwarten Sie beim Thema HDTV von den öffentlich-rechtlichen Anbietern, was von den privaten?

Unsere Kunden finden sich überwiegend im privaten TV-Markt. Hier existiert ein vorausschauendes Ökonomie-Verständnis, das ein vorzeitiges HDTV-Engagement zurückhält.
Für uns als Dienstleister ist es wichtig, frühzeitig mit unseren Kunden über geplante HD-Produktionen oder HD-Broadcasting zu sprechen. Damit wollen wir gewährleisten, zum entsprechenden Zeitpunkt neben dem notwendigen Equipment auch das gewohnt professionelle Knowhow auf diesem Gebiet zu besitzen.

**Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht der Consumer-Markt mit Technologien wie HDV in der Aufzeichnung, mit HD-DVD und der zunehmenden Verbreitung von Plasma- und LC-Displays?

Die TV-Branche, speziell die privaten Sender, orientieren sich inhaltlich stark am Zuschauer, indem sie ein quotenorientiertes Programm machen und sich nach der größtmöglichen Reichweite ausrichten. Falls mit einer weiten Verbreitung der oben genannten Technologien beim Konsumenten eine für die Sender wirtschaftliche Basis sprich Reichweite, entsteht, ist ein Handeln der TV-Sender nahe liegend.

**Wie sollte aus Ihrer Sicht ein europäischer HDTV-Standard aussehen? Nennen Sie uns bitte die Eckwerte und ergänzen Sie diese mit einer kurzen Begründung.

Dies ist eine Entscheidung, die die TV-Sender und die Hersteller miteinander klären sollten.

Downloads zum Artikel:

T_0105_HD_CBC_Harscheidt.pdf

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Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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