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Ende und Anfang

Für die Fernsehzuschauer ist das Jahr gelaufen: Im Abendprogramm jagt in den verbleibenden Wochen ein Jahresrückblick den anderen, eine Gala löst die nächste ab. Dazwischen wird noch ein bisschen adventlich gesungen und festlich gekocht, eingebettet in einen Mischmasch aus gefühligen TV-Movies, Weihnachts-Blockbustern und winterprächtigen Festkonzerten aus allen Regionen der Alpen. Nachmittags kommt Wintersport.

Hinter den Kulissen ist das Branchenjahr allerdings noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil, die Wochen vor Weihnachten sind für viele nochmal richtig hektisch. Getreu der Devise »es gibt keine richtige Entspannung, ohne vorherige kräftige Anspannung« wird jetzt noch mal richtig reingehauen, als gebe es kein nächstes Jahr.

Während für viele der großen Anbieter das Geschäftsjahr erst zum 31.3. endet, kommt auf der Kundenseite zum Jahreswechsel oft noch Hektik auf: Plötzlich ist Geld übrig, muss eine Anschaffung ins alte Jahr vorgezogen oder doch noch buchhalterisch ins neue verschoben werden — sei es, um die Steuer zu reduzieren oder um das Budget fürs nächste Jahr zu sichern.

Wird das kommende ein gutes Jahr? Da findet zwar keine Fußball-WM statt, aber die Aussichten sind dennoch gar nicht schlecht: Die Wirtschaftsinstitute blicken positiver in die Zukunft, selbst die große Angst vor dem Mehrwertsteuerknick schwindet. Die meisten Firmen in der Branche, mit denen www.film-tv-video.de in den vergangenen Wochen Kontakt hatte, blicken recht optimistisch in die Zukunft, auch wenn es die eine oder andere Herausforderung zu bewältigen gilt.

In der Produktion wird sich mancher im kommenden Jahr entscheiden müssen, auf welches Format er setzen und wie er mit dem Thema »Workflow« umgehen wird. Viele Produktionsfirmen hatten diese Entscheidung zunächst einmal auf die eine oder andere Weise vertagt.

Dabei geht es um weit mehr, als um einen anderen Daten- oder Medienträger, denn mit P2, XDCAM, Editcam und irgendwann vielleicht auch mal mit Infinity, kann ganz anders gearbeitet werden, als auf dem klassischen Weg mit Band. Hier liegt die eigentliche Herausforderung der neuen Akquisitionsverfahren: Wie geht es nach der Aufnahme weiter.

In der Postproduktion wird das Thema Vernetzung zweifellos eine noch größere Rolle spielen als ohnehin schon. Viele große und auch kleinere Häuser arbeiten derzeit daran, bisher separate Arbeitsplätze und Standorte so zu vernetzen, dass die vorhandene Technik enger als je zuvor miteinander verknüpft werden kann: Da steht etwa die Grading-Suite in Hamburg, der Kunde und der Operator sitzen aber vor einem Monitor in Köln. Es geht auch eine Nummer kleiner, aber wer heute mehr als einen Postproduction-Arbeitsplatz betreibt, der steht schon an der Schwelle zu Vernetzung und zum Content Management.

Und was tut sich in der Distribution? Auch bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern wird mittlerweile immer offener über HD gesprochen, und immer öfter fällt dabei das Stichwort »Peking« — aber da sind wir ja schon im Jahr 2008 angekommen. Vielleicht sollten wir lieber erst 2007 vernünftig anfangen und dann ordentlich und erfolgreich hinter uns bringen.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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