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RTSI investiert in Archivroboter Adam

RTSI, das Fernsehen der italienischen Schweiz, hat in das digitale Archivierungssystem Adam investiert, mit dem das bestehende Betacam-Kassetten-Archiv in ein digitales, file-basiertes Archiv überführt werden soll.
B_0907_AdamAdam ist modular aufgebaut, kann mit bis zu sechs VTRs und bis zu zwei Tape Cleanern bestückt werden.

Die Schweizer Firma Jordi hat das Archivierungssystem Adam in Zusammenarbeit mit RTSI entwickelt. Mit dem System lassen sich große Mengen von Videobändern, die auf Kassetten der Betacam-Familie vorliegen, automatisch in IT-taugliche Files umwandeln. Konkret ist es möglich, Bänder in den Formaten Betacam, Betacam SP und Betacam SX, Digital Betacam und IMX zu übertragen.

Laut Hersteller arbeitet Adam ohne Pre-Scan und benötigt auch keine Angaben zum Material auf der Kassette, die über die Angabe einer Tape-ID hinausgehen. Das System stellt Beginn und Ende der Aufzeichnung — sowohl bei Einzelbeiträgen wie bei Sammelkassetten mit mehreren Beiträgen — automatisch fest. Dabei wird ein Bandinhaltsverzeichnis generiert und eine 1:1-Kopie jeder Beta-Kassette produziert: das Material wird nicht automatisch restauriert. Eine inhaltliche Kontrolle der Beiträge wird ebenfalls nicht vorgenommen: Es geht dem Sender vorrangig darum, das Material zu konvertieren und die Dauerarchivierung sicherzustellen — dann kann später immer noch entschieden werden, was damit passieren soll.

Die im Robotersystem eingesetzte IMX-Abspielmaschine von Sony kann als sogenannter eVTR direkt MXF-Files erzeugen und ausgeben. Als Grundeinstellung ist dabei eine Videodatenrate 50 Mbps im I-Frame only-Modus festgelegt. Die MXF-Files werden auf Datenbändern (LTO3-Cartridge) überspielt, die zusammen mit einer Migrations-Dokumentation den Output von Adam darstellen.

Jordi erläutert, dass Adam eine technische Kontrolle der Bänder durchführt: Vor der eigentlichen Digitalisierung wird jedes Band in einem Tape-Cleaner-System gereinigt und jede Kassette auf Spurdefekte geprüft. Wenn alle Spuren einwandfrei decodiert werden können, meldet die permanente Systemüberwachung ein korrekt funktionierendes System und das Ergebnis (das MXF-File) wird als »Correct« bezeichnet – die Digitalisierung ist somit abgeschlossen.

Werden hingegen Spur- oder Banddefekte festgestellt, wird der erste Durchlauf als »First-Copy« bezeichnet und zwischengespeichert. Dann werden Band und Kopf nochmals gereinigt. Wenn das erfolgreich ist, wird die Digitalisierung mit dem Resultat »correct« abgeschlossen und das zwischengespeicherte »First-Copy« File wird verworfen. Kann auch nach dem zweiten Durchlauf kein korrektes Ergebnis erreicht werden, dann wird durch einen Durchlauf mit einem Testband festgestellt, ob der Defekt dem Band oder der Maschine anzulasten ist. Liegt die Ursache am Band, wird noch einmal versucht, ein besseres Ergebnis zu erzielen: Das dabei erzeugte »Best-Effort«-File wird zusammen mit der zwischengespeicherten »First-Copy« und der Migrations-Dokumentation dem Kunden zur abschließenden Evaluation übergeben. Ist der Defekt der Maschine anzulasten, wird diese deaktiviert und die Service-Abteilung erhält eine entsprechende Fehlermeldung.

Das Adam-System basiert auf einem Standard-Industrieroboter, was aus der Sicht des Herstellers Jordi die Kosten gegenüber Speziallösungen enorm reduziert. Jordi merkt weiter an, dass mit Adam auf einer Stellfläche von nur rund 20 Quadratmetern mit vier Abspiel-VTRs bei einer durchschnittlichen Belegung von 40 Minuten pro Kassette, bis zu 280 Kassetten über ein Wochenende ohne jede manuelle Intervention digitalisiert werden könnten. Die Kosteneffizienz des Systems sei somit enorm hoch.

Autor: red

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