Unternehmen: 20.01.2012

Kodak: Insolvenz nach Chapter 11

Nun ist es doch so weit: Der Kodak-Mutterkonzern und seine US-amerikanischen Tochtergesellschaften haben sich heute freiwillig für eine Umstrukturierung nach dem Chapter-11-Insolvenzverfahren in den USA angemeldet.

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Über den Schritt in die Insolvenz gemäß US-Handelsrecht war schon länger spekuliert worden, nun ist es also tatsächlich so weit. Wichtiger Aspekt dabei: Nur Kodak und ihre US-amerikanischen Tochtergesellschaften nehmen an der Umstrukturierung unter Chapter-11-Bedingungen teil. Tochtergesellschaften außerhalb der USA — also auch Kodak Deutschland — sind nicht direkt von diesem Verfahren betroffen, sie sind also auch nicht insolvent und der Betrieb soll dort normal weiterlaufen. Kodak betont, dass die Kunden während des Verfahrens weiterhin wie bisher betreut werden.

Mithilfe der Chapter-11-Insolvenz und einer Umorganisation soll wieder Geld in die leeren Kassen gespült werden. Antonio M. Perez, Chairman und Chief Executive Officer, formuliert das so, dass der schon eingeleitete Übergang in die digitale Welt weiter fortgesetzt werden müsse. In den vergangenen Jahren habe Kodak schon 13 Fabriken und 130 Labors geschlossen und die Belegschaft um 47.000 Mitarbeiter reduziert. Jetzt gehe es darum, die Kosten weiter zu reduzieren und alle Assets zu verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr schon 75 % seines Umsatzes im Digitalbereich gemacht, und diese Entwicklung gelte es weiter voranzutreiben.

Dazu muss man kritisch anmerken, dass Antonio Perez es leider auch in den vergangenen Jahren nicht geschafft hat, dem von ihm geleiteten Unternehmen eine glaubhafte Perspektive zu eröffnen und dass es zunächst mal wichtig wäre, überhaupt klar zu definieren, was genau in Zukunft das Kerngeschäft von Kodak sein soll.

Für die Umstrukturierung stellt laut US-Medien die Großbank Citigroup fast eine Milliarde US-Dollar an Krediten zur Verfügung. Es gibt durchaus Beispiele für erfolgreiche Unternehmenssanierungen unter Chapter 11 (Meldung), die aber stets mit drastischen Einschnitten — besonders für die Beschäftigten — verbunden waren.

In Deutschland beschäftigt Kodak etwas mehr als 1.000 Mitarbeiter, viele davon am deutschen Hauptsitz in Stuttgart, und im niedersächsischen Osterode im Harz. Auch wenn die deutsche Niederlassung zumindest derzeit nicht direkt von der Insolvenz betroffen ist, bangen die Mitarbeiter natürlich um ihre Jobs.

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Autor
red
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