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Fair Use?

Mit dem Stichwort »Urheberrecht« kann man derzeit innerhalb kürzester Zeit hoch emotionale Debatten provozieren. Das kann man auf zahlreichen Plattformen, in Blogs und Foren sehen, wo mit mehr oder weniger Niveau diskutiert oder polemisiert wird.

Letztlich geht es dabei immer um eine einzige Frage: Muss das Urheberrecht an die gängige »Cut-Copy-Paste«-Mentalität im Internet angepasst werden – und wenn ja, wie weit soll diese Änderung gehen? Die Meinungen reichen von kleineren Justagen bis zur völligen Abschaffung des Urheberrechts. Nach den Wahlerfolgen der Piratenpartei bei den jüngsten Wahlen, ist dieses Thema virulenter denn je, denn die Piraten treten für eine Änderung des Urheberrechts ein — und andere Parteien werden sich diese Position zumindest in Teilen zu eigen machen, um Wähler zurück zu gewinnen.

Auch film-tv-video.de wird von diesem Thema letztlich schon seit vielen Jahren begleitet: Immer wieder tauchen Texte und Fotos der Redaktion auf anderen Homepages, in Print-Publikationen, öffentlichen Powerpoint-Präsentationen oder Textbeiträgen auf, ohne dass diese Nutzungen abgesprochen wären, meistens ohne jeden Quellenhinweis — geschweige denn, dass sie honoriert würden. In eklatanten Fällen wehren wir uns dagegen, bisher stets erfolgreich.

Sicher ist dieser Newsletter nicht die richtige Stelle, um eine Grundsatzdiskussion zu führen. Die Situation einer kleiner Redaktion, wie sie film-tv-video.de nun mal ist, lässt sich aber ganz einfach zusammenfassen: Wenn Autoren und Redakteure von film-tv-video.de mit ihrer Arbeit kein Geld mehr verdienen können, dann können wir in letzter Konsequenz auch keine unabhängigen journalistischen Inhalte mehr herstellen und veröffentlichen.

Eine kleine Analogie zur Verdeutlichung: Wenn ein Café ein Gratis-WLAN bereitstellt, dann funktioniert das eben nur so lange, wie die Gäste für Kaffee und Kuchen bezahlen. Wenn alle nur vom Parkplatz aus das WLAN nutzen, dann ist dieses Modell nicht überlebensfähig und das Café wird schließen. Das Thema Urheberrecht hat also tatsächlich viel mit Fairness zu tun.

So einfach und klar stellt sich der Sachverhalt auch für viele andere in der Branche dar, die von ihren Texten, von ihren Film- und Magazinbeiträgen oder von ihren Musikstücken leben müssen und wollen. Wer diese Leistungen also auch in Zukunft genießen möchte, wird auf die eine oder andere Weise, direkt oder indirekt, dafür bezahlen müssen. Dafür eine Lösung zu finden, wird die eigentliche Herausforderung bei einer möglichen Anpassung des Urheberrechts sein.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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