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Second Screen — das Monster will gefüttert werden

Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, kennt das Bild: In der S- und U-Bahn, an den Haltestellen oder am Gate sitzen Leute, die mit ihren Smartphones und Tablets Textnachrichten verschicken, News posten, auf einem Mini-Display eine Serie oder einen Spielfilm ansehen – oder eben Mails, News oder sonstige Infos abrufen.
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Auch in den Wohnzimmern sind die »Second Screens« längst eingezogen: Ein wachsender Teil der TV-Zuschauer nutzt parallel ein Smartphone oder ein Tablet und will nicht mehr nur mit dem linearen Programm versorgt werden, sondern macht parallel etwas anderes und würde vielleicht auch gern mit zusätzlichen Informationen versorgt werden, die in besonderer Weise mit dem Programm korrelieren und es ergänzen.

Broadcaster stellen sich auf diese Anforderungen immer mehr ein: die Rückmeldungen der Zuschauer über Twitter, Facebook oder auch über spezielle Online-Präsenzen einer Sendung spielen eine immer größere Rolle, sie müssen technisch bewältigt und berücksichtigt werden. Und nicht nur das, sie wollen vernetzt und synchronisiert werden mit anderen Quellen, Datenbanken und Asset-Management-Systemen, um möglichst effizient und gemäß der jeweiligen Rechte des Materials verwendet werden zu können.

Wie das im Kleinen funktionieren kann, hat der Facebook-Sender Joiz in der Schweiz vorgemacht: Der Internet-Musiksender entwickelte vor gut zwei Jahren ein Senderkonzept, bei dem Social Media, Zuschauerinteraktion und flexible Technik zentrale Eckpfeiler waren. In Kürze wird es den Sender auch in Deutschland geben, und dann kann man auch hier besichtigen, wie »neues Fernsehen« aussehen kann.

Die großen Broadcast-Hersteller haben auf solche neuen Anforderungen mit ihren Produkten in einigen Aspekten reagiert: Die Integration von Social Media ist einfacher geworden und mittlerweile gibt es etwa bei Grafik-, Newsroom- oder Automationssystemen zahlreiche Schnittstellen, die Second-Screen-Applikationen einbinden und berücksichtigen.

Eine weitere Entwicklung, die parallel dazu stattgefunden hat: Hardware-Systeme sind flexibler geworden, unter anderem deshalb, weil die Sender in der neuen TV-Welt mehr experimentieren müssen: Sei es mit neuen Sendeformaten und Programmen oder auch mit neuen Zielgruppen. Das muss auch mit »kleinem Besteck«, also einfacherer Hardware und geringeren Kosten möglich sein. Wenn das Experiment aber gelingt, wollen die Sender die Flexibilität haben, die vorhandene Hard- und Software auszubauen.

Die Hersteller versuchen deshalb verstärkt, Produkte zu entwickeln, die möglichst skalierbar sind, einen günstigen Einstieg bei maximaler Ausbaumöglichkeit bieten und möglichst viele Formate und Codecs abdecken. Kurzum: die eierlegende Wollmilchsau, die vielleicht anfangs nur Eier legt, später aber auch Milch gibt – wenn es den Bedarf gibt. Das ist nicht immer ganz einfach, aber mittlerweile eben die Realität.

Sie werden sehen.

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Autor: red

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