Editorial, Kommentar, Top-Story: 22.01.2014

Die Trends der CES bald bei der NAB?

Kurz nach dem Jahreswechsel findet in Las Vegas die Consumer Electronics Show statt. Diese Messe für Unterhaltungselektronik gibt den Takt vor, wenn es um Consumer-Neuheiten geht. Und nicht nur das: was bei der CES vorgestellt wird, bleibt meist auch nicht ganz ohne Auswirkungen auf die Profitechnik.

Dass 4K bei der CES eine große Rolle spielen würde, war keine echte Sensation, doch das Ausmaß überraschte dann doch: Fernsehmonitore mit höherer Auflösung dominierten die Messeberichterstattung aus Las Vegas. Auch erste 4K-Streaming-Boxen für Consumer und weiteres Zubehör für 4K zuhause gab es zu sehen. Damit ist eines der großen Messethemen für die NAB ebenfalls gesetzt: 4K dürfte zum Megatrend der Profimesse in Las Vegas werden — was aber ebenfalls nicht wirklich überraschend ist.

Coole Gadgets spielen bei Consumer-Messen wie der CES natürlich eine große Rolle — und davon gab es in diesem Jahr mit den »Wearable Technologies« eine ganze Menge. Dahinter verbergen sich letztlich tragbare Mini-Computersysteme in Form verschiedener Tech-Toys: Uhren etwa, mit denen man auch telefonieren und Mails checken kann, Fitness-Armbänder, die diverse Körperwerte erfassen und kontrollieren oder auch Schmuck, der seinen Träger vor zuviel UV-Bestrahlung warnt. Natürlich zählen auch die Cyberbrillen zu den Wearables und speziell im Gaming-Bereich dürften sie eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Mit den Action-Cams ist in den vergangenen Jahren schon eine andere Produktkategorie aus der Consumer-Welt in den Profibereich eingezogen. Der US-Hersteller, der diesen Trend maßgeblich begründete, ist GoPro — und dieser Tage konnte mit Nicholas Woodman der Gründer und CEO des Unternehmens einen Emmy für die Action-Cam Hero3 entgegennehmen.

Ein Ende der »Consumerisation« ist noch nicht absehbar und viele der CES-Neuheiten wird man wohl auch bei der NAB2014 besichtigen können.

Ein weiterer CES-Trend, der es zur NAB schaffen dürfte, wird unter dem Dachbegriff »Internet der Dinge« subsummiert: Die Rechenpower klassischer Rechner oder Tablets, wie wir sie derzeit nutzen, wird demnach künftig immer mehr auf Alltagsgegenstände übergehen, die vernetzt agieren: Kühlschränke, Drucker, Küchenmaschinen, Heizungen, sogar Thermostate und Rauchmelder. Spam-Versender haben dieses Potenzial offenbar ebenfalls schon erkannt. IT-Experten haben demnach vor Kurzem die erste Spam-Welle identifiziert, für die unter anderem ein Kühlschrank und Smart-TVs als Teile eines »Bot-Nets«, also als ferngesteuerte Zombie-Rechner, missbraucht wurden. Das »Internet der Dinge« funktioniert ganz offenbar – aber es birgt eben auch Gefahren.

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Autor
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller
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