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ORF: Ü-Wagen mit Lawo-IP

Alpiner Wintersport, Fußballübertragungen, Unterhaltungsshows oder Konzerte - der neue, komplett IP-basierte FÜ1 des Österreichischen Rundfunks (ORF) in Wien ist für alle ambitionierten Produktionen von Sport und Kultur bestens ausgestattet.
FÜ1

Der FÜ1 kann unterschiedlichste Formate produzieren.

Mit zwei mc²96 »Grand Production Console« Systemen und fünf V-Matrix Frames mit insgesamt 37 C100 Processing Blades für Multiviewing und IP Streaming spielt Lawo eine zentrale Rolle bei der A/V-Infrastruktur des vom Mainzer Systemhaus BFE gebauten Ü-Wagens, der – bestückt mit modernster technologischer Ausstattung – den seit 2005 betriebenen Fernsehübertragungswagen FÜ22 ersetzt. Der FÜ1 hat bereits seine Feuertaufe bestanden, denn gleich nach der Fertigstellung übernahm der neue Ü-Wagen ab Dezember 2019 die Produktionen der Weltcups im Biathlon in Hochfilzen, der Nordischen Kombination in Ramsau sowie der Vierschanzentournee, der Rennwoche Ende Januar in Kitzbühel, gefolgt von der Berichterstattung vom Wiener Opernball am 14. Februar 2020.

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Der FÜ1 bietet auf einer Grundfläche etwa 77m² Raum für 24 Arbeitsplätze.

»Der neue ORF-Ü-Wagen wurde so konzipiert, dass er für die Fernsehproduktion von Sport-, Unterhaltungs- und Kultur-Events umfassend eingesetzt werden kann; zwei Bild- und Tonregien – mit »A« und »B« bezeichnet – sorgen für jeweils die internationalen bzw. die nationalen Bild- und Tonsignale«, so Andreas Fraundorfer, Gruppenleiter Videotechnik in der Abteilung Planung Rundfunktechnik beim ORF. Fraundorfer weiter: »Beim FÜ1 handelt es sich um das erste IP-Projekt des ORF. Im Grundkonzept waren IP-Switches und Wandler mit einer optionalen Monitoring-IP-Lösung geplant, durch den technologischen Wandel wurde dieses Konzept dann effizient angepasst, so dass nun außer den Bestandskameras und der Anbindung an die Außenwelt alles IP ist.«

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Über Lawo theWALL Software können bis zu 52 einzelne Screens für Multiviewing konfiguriert werden.

Der 38 Tonnen schwere Sattelschlepper, im fahrbereiten Zustand 16,5m lang, 2,5m breit und 2,5m hoch, besitzt zwei ausfahrbare Wände, wobei die Monitorwand um 0,6m und die gegenüberliegende Rückwand der Ton- und Bild-Arbeitsbereiche um 1,6 m nach außen verschoben werden können – so bietet der FÜ1 auf einer Grundfläche etwa 77m² Raum für 24 Arbeitsplätze. Für die Netzwerklösung der mobilen SMPTE2110-Produktionseinheit, die mit SMPTE 2022-7 Redundanz ausgestattet ist, wurden zwei Arista Netzwerkswitches für Audio- und Videodaten und weitere 14 Switches für das Kontrollnetzwerk und andere Aufgaben installiert.

In den beiden Bildregien hosten fünf V-Matrix insgesamt 37 C100 Processing Blades, von denen 13 als VM-DMV-Einheiten Multiviewer-Aufgaben übernehmen und 24 als VM-Streaming-Blades die Umsetzung zwischen SDI und IP leisten. Über Lawo theWALL Software können hier bis zu 52 einzelne Screens für Multiviewing konfiguriert werden. In beiden Tonregien wurden mc²96 Produktionsmischpulte von Lawo installiert.

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In beiden Tonregien wurden mc²96 Produktionsmischpulte von Lawo installiert.

Das Pult für den internationalen Ton in der Tonregie A, bestückt mit einer Dual-Fader-Einheit, bietet dem Toningenieur 56 Fader. Der mit sechs DSP-Karten bestückte HD-Core der Konsole rechnet 288 DSP-Kanäle und bietet WAVES SoundGrid-Integration. Außerdem integriert der Core sechs Ravenna-Karten und redundante Routerkarten; vier Dallis Stageboxen bilden die Schnittstelle zwischen Kontribution und Audiosystem.

Die Audioregie »B« für den nationalen Ton ist mit einem weiteren Lawo mc²96 ausgestattet, das eine Dual-Fader-Option integriert und damit 24 Fader bietet. Der HD-Core mit fünf DSP-Karten erlaubt die Nutzung von 240 DSP-Kanälen – auch hier ist WAVES SoundGrid integriert. Zwei Ravenna-Karten und redundante Routerkarten komplettieren die Ausstattung. Als Stageboxen dienen weitere vier Dallis-Einheiten.

Mit Lawo-Systemen sind die ORF-Kollegen bereits vertraut: Der ORF besitzt bereits zahlreiche Audiomischpulte von Lawo im mobilen und stationären Bereich, die für Hörfunk- und Fernsehproduktionen zum Einsatz kommen.

»Zu Projektbeginn wurden IP-basierende, konventionelle und proprietäre Lösungen gegenübergestellt. Neben der technologischen Abwägung wurde im Sinne eines zukunftssicheren Konzepts die IP-Lösung gewählt,« berichtet Reinhard Tomek, Projektleiter im Bereich Audiotechnik beim ORF. »Es wurde eine hochflexible Anlage geschaffen, bei der das Frontend für den User möglichst einfach gehalten wurde und auch zeitgemäße Anpassungen durchgeführt wurden.«

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Neben dem FÜ1-Technikwagen wurde auch ein 30t-Materialwagen in Betrieb genommen

Neben dem FÜ1-Technikwagen wurde auch ein 30t-Materialwagen in Betrieb genommen, der neben einem Multifunktionsraum auch Stauraum für das Material für 17-Kamera-Produktionen bietet.

»Die Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer für diesen Wagen und Lawo hat sich über viele Fachbereiche und Funktionsgruppen erstreckt. Man sieht am Ergebnis, dass die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten zu einem ausgezeichneten Produkt führen, das termingerecht und im Kostenrahmen durch den ORF in Betrieb genommen werden konnte«, so Fraundorfer abschließend.

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