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Kurz und knackig – KW 39/2026

ParaBros: Kläger geben nach. MFE: Profitabel trotz Werbekrise. KI: Über »Halluziniertes« und (keine) Regulierungen. Weißes Haus: TrumpTV statt Kritik. SRG: Verkauft Spartenradios.
Unternehmen
Nach außergerichtlicher Einigung mit 12 klagenden US-Bundesstaaten geht die 110-Mrd.-$-Übernahme durch: Der Konzern wolle mehr Geld in Kalifornien investieren. Ein Aufsichtsgremium soll die Unabhängigkeit der Newskanäle CNN und CBS News sichern. Damit vermied Paramount hohe Strafzahlungen wegen einer verzögerten Übernahme. Der Verband der Scriptwriter sowie Verbraucherschützer warfen den Klägern Nachgiebigkeit vor.
Den Erwerb einer dritten Tranche von Anteilen des US-KI-Konzerns will der japanische Technologie-Investor Softbank mit Anleihen im Wert von 11,15 Mrd. $ finanzieren.
Der US-Chiphersteller meldet einen Börsenwert von über 1 Billion $. Aufgrund des KI-Booms und nach Ankündigung von Partnerschaften mit OpenAI und Anthropic stieg der Wert binnen einer Woche um 200 Mrd. $. Der Q2-Umsatz stieg zum Q2/2025 um 50 % auf 11,5 Mrd. $, verursacht durch Ausstattung von Rechenzentren.
Die Berlusconi-Holding setzte inkl. der P7S1-Gruppe im 1. Halbjahr 2,95 (2025: 3,14) Mrd. € um. Der Rückgang sei durch die Werbekrise und den Wettbewerb zur Fifa-WM verursacht. Das bereinigte EBIT wurde mit 145,7 Mio. € angegeben nach einem Proforma-Minus von 7,3 Mio. € im 2025er-Zeitraum. Der bereinigte Nettoprofit stieg jedoch von 6,9 auf 50,5 Mio. €.
Die Schweizer Sendeanstalt verkaufte ihre drei Digitalwellen. CH Media übernimmt im Januar 2027 Swiss Pop; Swiss Classic und Swiss Jazz werden ab Juli 2027 vom Sendenetzer Digris betrieben. Auf zwei Jahre müssen die Käufer den Programmcharakter mit 50 % Schweizer Musik erhalten.
Laut Intendantin Ulrike Demmer ist die Konsolidierung beendet. 14,6 Mio. € (2027: 19,5 Mio. €, ab 2028 22 Mio. €) stehen nun pa für digitale Technik und die digitale Transformation des Programms zur Verfügung. »Die Ausgaben wurden vorrangig durch Personalabbau reduziert, nicht durch Reduzierung von Programm«. Der Abbau von 170 Stellen kostete 18 Mio. €. Der Sender sei nun langfristig zukunftsfähig.
Broadcast & Produktion
Der Sender muss sich um alle Altersgruppen bemühen (75 %), so eine Studie für den ORF-Publikumsrat. Jugendliche (36%), Kinder (30 %) und Ältere (29 %) müssten mehr in den Blick kommen. Dies sei zwar bei Information (69 %) und Sport (65 %) gut, aber nicht bei Studiogästen und Interviewten (je 56%). Mehr Berichte werden u.a. zu Gesundheit/Medizin und Handy/digitale Kompetenz (je 46 %) sowie zu Pflege/Betreuung (47 %) gewünscht.
Nach Kritik der griechischen Regierung und hiesiger Politiker werden die gestrichenen griechischen Sendungen in reduziertem Umfang fortgesetzt. Der aus dem Bundeshaushalt finanzierte Auslandssender steht unter hohem Spardruck.
Der Senderverbund forderte im Vorfeld der Frequenzkonferenz 2027 erneut die Sicherung des Frequenzbereichs zwischen 470 und 694 MHz über 2030 hinaus für digitales terrestrisches Fernsehen und den PMSE-Produktionsfunk.
Streaming
Der internationale Dachverband der Musikbranche startete eine »Streaming Integrity Initiative«. Zur Bekämpfung von »Streaming Fraud« und zum Schutz von Künstlern sollen Mindeststandards für Branchenakteure beitragen. Neben internationalen Musikkonzernen ist auch der deutsche Branchenverband BVMI dabei.
Der Mausstreamer führte weltweit kuratierte Playlists ein, die nach Genres, Reihen, Figuren und Stimmungen geordnet sind. Auch saisonale Themen seien geplant. Pausen, Abbruch und Rückspulen sind möglich.
Künstliche Intelligenz
Deutschland und 20 Staaten haben eine UNO-Initiative für die Regulierung von KI gestartet: KI-Agenten sollen nur unter menschlicher Aufsicht arbeiten, eine globale Aufsichtsbehörde soll u.a. KI-Modelle prüfen. Ein Expertenpapier gibt zudem sieben Empfehlungen. 130 Staaten hatten am 3.9. eine einheitliche Definition autonomer Waffensysteme (»Killer-Roboter«) als Grundlage für Weiteres vereinbart.
US-Präsident Trump will die Entwicklung von KI weder bremsen noch behindern und wies die Forderungen aus der KI-Branche nach einer Entwicklungspause zurück. Eine »KI Force« und ein Beauftragter sollen seine Politik durchsetzen.
Der US-Bundesstaat Kalifornien prüft eine »kill switch« für KI. Gouverneur Gavin Newsom (Demokraten) unterzeichnete ein Dekret, das einen Mechanismus vorsieht, der eine KI bei Gefahr stoppt oder abschaltet.
Eine spezialisierte Sparte des Beraters Accenture soll neue KI-Modelle direkt im Unternehmen auf Schwachstellen und Sicherheitsrisiken prüfen. Dafür will Anthropic binnen fünf Jahren jeweils mindestens 1 Mrd. $ investieren.
Erneut verhielt sich ChatGPT bei Tests »unerwartet oder besorgniserregend«: Das Modell schrieb eigene Dateien, lud sie ins Netz und nutzte sie als angebliche Fremdquelle. In einem anderen Fall wurden Daten erfunden.
Auch Gemini machte sich selbstständig: Im Juli habe es drei Zwischenfälle gegeben, so Google über seine KI. U.a. wurden Passwörter »erraten«, um damit in ein geschütztes System einzudringen.
Laut dem Branchenverband steigen die Investitionen in Software, Services und Hardware für KI in Deutschland in 2026 um 48,0 % auf 28,7 Mrd. €. Treiber sei generative KI, die 40 % des Marktes besetzt und 11,5 Mrd. € umsetzen soll.
Laut der ARD/ZDF-Medienstudie 2026 nutzen 59 % der Deutschen KI-Tools zumindest sporadisch. Es bestehe jedoch ein Altersgefälle von den 14- bis 29-Jährigen (92 %) zu den über 70-Jährigen (15 %). Gleichwohl sehen 54 % KI-Ergebnisse skeptisch und nur 43 % halten deren Quellenangaben für transparent.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Der Verband der Produktionsdienstleister veröffentlichte ein Positionspapier »Filmerbe sichern heißt Zukunft sichern«. Bund und Länder sollen die Filmerbe-Förderung nach 2028 fortsetzen und die technische Infrastruktur, das Know-how und die kulturelle Identität erhalten.
Beim Koproduktionsmarkt für Animationsserien »Cartoon Forum« (Toulouse, 14.–17.9.) vertraten 897 Teilnehmer 421 Firmen aus 35 Ländern, darunter waren 243 Einkäufer. Auf Platz 2 der meistbesuchten Präsentationen platzierte sich »Rock me Amadeus!« der deutschen Big Idea Farm (mit Österreich und Polen), auf Platz 4 »Stitch Head« von Gringo Films, Köln (mit Luxemburg), auf Platz 9 »Emotsters« (Blaue Pampelmuse, Leipzig und Belgien).
Radio, Audio
@Bild von Maximilian Greger auf Pixabay Der BR legt seinen UKW-Senderstandort Herzogstand (Oberbayern) zum 29.9. zwecks Einsparung der Betriebskosten still. Dort werden alle BR-Programme über DAB+ verbreitet. Im Saarland verzichtete CityRadio Saarbrücken auf den Analogsender Heusweiler und ist landesweit über DAB+ zu hören.
Am 24.9. berät die Versammlung der Medienanstalt über einen Vertrag mit dem SWR: Nachdem der bisherige landesweite DAB+-Multiplex des SWR in fünf Regionen (Koblenz, Trier, Mainz, Kaiserslautern, Ludwigshafen) geteilt werden soll, werden auch die Regionalisierungen von SWR4 verteilt. Dadurch entstehen Kapazitäten für jeweils bis zu fünf Privatradios.
Soziale Medien
Die Direktorenkonferenz (DLM) unterstützt den »Kids Act« der EU-Kommission als Maßnahme zum systematischen Kinder- und Jugendschutz. Entscheidend sei aber die Wirksamkeit einer Regulierung. Europa leide bei dem Thema »nicht an einem Mangel an Regeln, sondern an einem Mangel an Durchsetzung«, so der DLM-Europabeauftragte Tobias Schmid.
Medienrecht, Urteile
Die irische Datenschutzbehörde DPC fordert von dem Suchmaschinenkonzern 400 Mio. € Strafe wegen der illegalen und den Nutzern nicht bekannt gemachten Verarbeitung von Standortdaten zwischen 2018 und 2020.
Der Konzern haftet laut einem Urteil des LG Frankfurt für betrügerische Werbung auf seinen Plattformen. Konkret wurden Fake-Anzeigen mit Namen, Logos usw. des Portals Finanzfluss untersagt. Ausspielung und Reihenfolge von Anzeigen würden durch Algorithmen gesteuert. Einnahmen aus der genannten Werbung sollen offengelegt und Schäden ersetzt werden. Meta lehnt das ab.
Nachdem auch der Landtag Brandenburgs zugestimmt hat, kann der neue RBB-Staatsvertrag in Kraft treten. Rundfunk- und Verwaltungsrat des RBB erhalten dadurch mehr Rechte,  aus den Parlamenten soll »angemessen« berichtet werden, das Intendantengehalt wird gedeckelt.
Verbände
Der Berufsverband vergibt jetzt im Rahmen seines Projektes »ProStatus«  ein Siegel »Freiberuflich im BVFK« (FiB) an Mitglieder, deren berufliche Tätigkeit nach den Standards des Verbandes geprüft und bewertet wurde.
Internationales
Laut CNN hätte die US-Navy beinahe einen chinesischen Tanker angegriffen, der laut einem Chatbot des US-Militärs Teile von Kernwaffen transportierte. Der »halluzinierte Bericht« wurde in letzter Minute aufgedeckt, ein Krieg mit China vermieden, so der Sender. Kriegsminister Hegseth fordert gleichwohl KI für alle Bereiche des Militärs. Später wurde bekannt, dass die USA chinesische Forschungsschiffe in der Arktis beobachten.
Das Weiße Haus entzog Journalisten von CNN, MS Now und Politico (Springer SE) die Akkreditierung wegen angeblicher »Erfindungen und Lügen«. Die drei Redaktionen wollen klagen, wie die im Januar ausgeschlossene Agentur AP. ABC, CBS, Fox News und NBC, die sich mit CNN bei der Newsproduktion Bildern im Weißen Haus abwechseln, und einige Printmedien wollen ihre Berichte über Trump-Auftritte einschränken.
Kurz nach dem Rauswurf der drei Redaktionen aus dem Weißen Haus startete ein TrumpTV. Der Stream zeigt Reden des Präsidenten sowie Propagandafilme des Militärs. Der Ton einer Trump-Rede war völlig unverständlich, wird mit Häme berichtet.
Trump-Sohn Donald jr. ließ sich seine zweitägige Hochzeitsparty von dem russischen Oligarchen Umar Kremlew bezahlen, wie er selbst mitteilte. Laut »Pro Publica« handele es sich um einen sechsstelligen Betrag. Donald Trump behauptete, das sei »völlig erlaubt« und das Geld sei zurückgezahlt worden. Kremljow führt den vom IOC wegen Korruption ausgeschlossenen Boxverband IBA und wurde von Putin mit hohen Orden ausgezeichnet. Der Republikaner-Senator John Curtis forderte eine Untersuchung, ob die Trumps ihr Amt für private Geschäfte missbrauchen.
Der in Frankreich lebende Filmemacher Andrei Swjaginzew, Preisträger mehrerer Filmfestivals, wurde zum »ausländischen Agenten« erklärt. Er darf keine öffentlichen Ämter bekleiden und muss seine Aktivitäten russischen Behörden melden. Der 62-Jährige habe »Falschinformationen über Entscheidungen der Behörden der Russischen Föderation und die von ihnen verfolgte Politik verbreitet«.
Personalia
Die Mitgliedsunternehmen bestätigten den Vorstandsvorsitzenden Claus Grewenig (RTL) und Michael Müller (P7S1) als Fachbereichsleiter TV und Multimedia, vertreten von Sebastian Kocks (RTL). Matthias Heinze (Warner Discovery) folgt Kristina Freymuth (RTL) als Schatzmeister.
Der Rundfunkrat wählte Ingmar Cario, bisher kommissarischer Leiter,  zum Programmdirektor Information, Fiktion und Unterhaltung in Nachfolge des zur »Tagesschau« gewechselten Jörg Schönenborn. Die Programmdirektion NRW, Wissen und Kultur führt weiterhin Andrea Schafarczyk.
Sabine Doppler, bisher crossmediale Chefredakteurin und Vizechefin des Landesfunkhauses Schleswig-Holstein, wurde dessen Direktorin. Der »Tagesthemen«-Moderationsvertrag von Jessy Wellmer wurde um drei Jahre verlängert.
Die Leitung des vom Staatsvertrag geforderten Landesangebots Brandenburg übernimmt Jana Cebulla, die nun für die TV-Auseinanderschaltungen und Radioinhalte mit Landesbezug verantwortlich ist. Sie war zuvor u.a. langjährig in Leitungsfunktionen beim MDR tätig.
Beim Mauskonzern übernimmt Karandeep Anand als Senior Vice President ab dem 2.10. die Aufgaben des Chief Technology Officers. Er war zuvor CEO des US-Unternehmens CharacterAI.
Nach fünf Jahren als Head of Original Content für Deutschland verlässt Franziska An der Gassen den Konzern Ende September. Laut dwdl gibt es keinen Nachfolger, die Aufgaben übernehme die Londoner Europa-Zentrale.
Tina Rodriguez ist CEO des Streamers, den sie bereits seit April nach dem Ausscheiden von Roger Elsener (ging zur SRG) ad interim führte.

 

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