Audio, Test, Top-Story: 29.11.2017

Sync-Lösung Sync E von Tentacle

Tentacle präsentiert mit Sync E eine innovative Sync-Lösung für Kameras und Audiorecorder ohne echte Timecode-Funktionalität. film-tv-video.de hat das System getestet.


Tentacle
Nach der Aufnahme werden alle Clips in die Software Tentacle Sync Studio eingeladen.

Nach den Dreharbeiten kann die Synchronisation sehr simpel mit der Software Tentacle-Sync-Studio erfolgen. Dazu werden einfach alle betroffenen Clips per Drag and Drop in das Programm gezogen und können dann entweder einzeln synchronisiert werden oder es kann eine Timeline erzeugt werden, auf der alle Clips in der richtigen und synchronen Reihenfolge liegen. Dabei kann der oben erwähnte, mit aufgenommene Primärton entweder mit berücksichtigt werden oder auch nicht.

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Clips, die keinen Partner gefunden haben, werden rot markiert.

Ebenso ist es möglich – falls mit mehreren Kameras gedreht wurde – alle zugehörigen Clips mit in die Timeline einzubinden. Die Timelines können dann, je nach Schnittprogramm, das verwendet werden soll, entweder als XML oder als AAF exportiert werden, um dann im entsprechenden Schnittprogramm geöffnet zu werden.

Dort findet man dann genau die gleiche Timeline wie im Tentacle-Sync-Studio. Die XML-Optionen bieten Ausgaben für Premiere und Final Cut Pro an, aber die XML-Version für Premiere funktioniert zum Beispiel auch für DaVinci Resolve. Der Export in AAF ist für den Avid Media Composer gedacht.

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Der Kameraclip hat sowohl einen TC aus der Kamera, als auch den LTC des Tentacle Sync E, der zu Synchronisation verwendet wird.

Es gibt aber auch noch eine weitere Möglichkeit von hier aus weiterzuarbeiten. Hinter dem Button »Media« verbirgt sich eine starke Exportfunktion. Dort können wahlweise entweder die vorhandenen Clips nur mit dem neuen Timecode versehen, oder Quicktime-Movies erstellt werden, die entweder den Codec der Kamera »durchreichen«, also nicht verändern, oder die Clips können gleich in verschiedene Formate transkodiert werden.

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Die synchronisierten Clips können im gleich Format aber neuem TC ausgegeben werden, aber ggf. auch transcodiert werden.

Das kann in zwei Fällen sinnvoll sein: Erstens wenn auf einem Computer geschnitten werden soll, der durch die Auflösung und den Codec der Originaldateien überfordert wäre und zweitens, wenn keinerlei Qualitätseinbußen mehr riskiert werden sollen.

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Die XML Vorgabe für Premiere …
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… funktioniert beispielsweise auch bei DaVinci Resolve.

Die verfügbaren Formate bieten vier H.264 -Versionen (ab 1 Mbit/s) und fünf ProRes-Versionen, bis hin zu ProRes 4444.

Es sollte also für jeden etwas dabei sein. Sollen die Datenraten und Dateigrößen besonders niedrig bleiben, so lässt sich außerdem noch die Auflösung verändern.

Gewünscht hätten wir uns noch, dass synchronisierte Clips auch einzeln exportiert werden können — beispielsweise der, der gerade durch einen Doppelklick in die Timeline gesendet wurde.

Fazit
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Die Timeline kann sowohl als AAF als auch als XML exportiert und dann in verschiedene NLE-Programme importiert werden.

Die neue Timecode-Lösung Tentacle Sync E bietet – via Smartphone oder Tablet — einen besseren Überblick und einfacheres Handling. Das deutlich bessere Mikrofon bringt echten Zusatznutzen und die gute Software wartet mit einem breiten Spektrum an Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung auf. Mit diesem Produkt kann man vor allem in der Postproduktion viel Zeit sparen, die dann für den kreativen Teil der Arbeit zur Verfügung steht. Das Standard-Set von Tentacle Sync E umfasst zwei Geräte und kostet 449 Euro, das Single-Set 249 Euro.

Seite 1: Setup
Seite 2: Postproduktion, Fazit

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Autor
Andreas Frowein

Bildrechte
Andreas Frowein

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