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IBC2008: Produktionstrend Remote-Facility

Bei Großereignissen wie den Olympischen Spielen beginnt sich eine Produktionsweise zu etablieren, die auf Schaubildern vor drei oder vier Jahren Form annahm und nun auch Realität wird: Vor Ort findet nur noch die Akquisition statt, Reporter, Kameraleute und ein stark reduzierter Technikerstab sind dort, während die ganze Postproduction, Grafikbearbeitung und Sendeabwicklung im heimischen Sendezentrum stattfindet.

Die Technik ist dank file-basierter Workflows und server-gestützter Architekturen nun so weit, dass dieses Konzept realisiert werden kann. Das derzeitige Vorzeigeprojekt hierfür ist die Olympia-Berichterstattung des US-Broadcasters NBC, der umfangreiche Technik von Omneon, Blue Order und anderen einsetzte, um dieses Projekt so zu realisieren wie geplant.

In Peking nutzte NBC 22 Omneon MediaDecks, um die Signale von den verschiedenen Austragungsorten aufzuzeichnen. Die MediaDecks zeichneten jeweils zwei Feeds auf und speicherten diese in einer Hi-Res und einer Low-Res-Variante. Diese jeweils vier Ausgangssignale der MediaDecks wurden auf einem zentralen Speichersystem abgelegt, einem MediaGrid von Omneon mit 180 TB Speicherkapazität. Dieser Speicher war wiederum mit einem 120 TB großen MediaGrid in New York verbunden. Diese Verbindung war natürlich essenziell für das Funktionieren der ganzen Idee. Hierfür wurde Omneons ProCast CDN eingesetzt, eine Optimierungs-Software für WAN-Verbindungen. Alle Low-Res-Dateien wurden jeweils unverzüglich von Peking nach New York übertragen, noch während die Live-Events stattfanden.

In New York arbeiteten dann Producer an Workstations mit Blue-Order-Software mit diesem Material, sichteten dieses Low-Res-Material machten sich daran es zu loggen, Szenen auszuwählen und EDLs zu generieren. Auf Basis dieser EDLs wurde dann das ausgewählte Material in Hi-Res aus Peking abgerufen und in Form von MXF-Files übertragen. So wurde jeweils nur das tatsächlich benötigte Material in hoher Auflösung übertragen und dann in New York an Editing-Systemen und Grafikstationen in hoher Qualität finalisiert und auf den Sende-Server übertragen.

Auch andere Hersteller bieten solche Konzepte an, etwa Quantel mit Dino. Die NBC-Installation dürfte aber derzeit unter vielen Aspekten die anspruchsvollste und umfangreichste Operation dieser Art darstellen.

Aber auch ein paar Stufen kleiner spielen solche Remote-Workflows eine wachsende Rolle: File-basierte Workflows in Kombination mit leistungsfähigen W-LAN-Applikationen stellen auch aus Sicht von Chris Wieland, Head of Technology bei Plazamedia, die Zukunft dar: »Wenn Redakteure von unterwegs Material sichten und vorschneiden können, dann ist das sehr effizient und erlaubt flüssigere, sehr flexible Arbeitsabläufe.« Plazamedia bietet bei seinem file-basierten Produktionssystem eCenter ebenfalls solche Abläufe an.

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Autor: red

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