Messe: 30.09.2014

IBC2014: Make TV zeigt Neuerungen

Neue Kooperationen und neue Funktionen erweitern die cloud-basierte, live-fähige Produktionslösung Make TV.

Make TV ist eine cloud-basierte Lösung, mit der sich Sendungen/Programme gestalten und verteilen lassen. Dabei kann Input aus verschiedensten Quellen in das System geholt, dort von den Programmgestaltern zusammengestellt und wieder auf verschiedensten Wegen an diverse Endgeräte verteilt werden. Die Programmgestalter können dabei dezentral operieren, also von verschiedensten Orten aus kollaborativ an einem Projekt arbeiten.

Die zentrale Komponente ist Make TV Studio: Das ist eine Applikation, die per Web-Browser genutzt wird. Man muss keine Software downloaden und installieren, sondern greift per Browser auf die Funktionalität zu. Um Smartphones und Tablets nutzen und einbinden zu können, gibt es Apps.

Make TV kann man kostenlos ausprobieren und mit eingeschränktem Funktionsumfang nutzen. Mehr Speicher und Funktionalität lässt sich in verschiedenen Leistungspaketen zu Monatspreisen zwischen 10 und rund 500 Euro mieten  — oder man lässt sie sich als angepasste Enterprise-Lösung auf die eigenen Bedürfnisse maßschneidern. Letzteres hat etwa Plazamedia getan und realisiert damit nun verschiedene Produktionen (Meldung).

Neue Produktkomponenten, neue Workflow-Ideen

Make TV ist als cloud-basiertes Produktions-Tool für Live-Content konzipiert: Anstatt etwa bei einer Sportveranstaltung oder bei einer Konferenz jeweils vor Ort mit einer mobilen Regie oder einem Ü-Wagen ein fertiges Programm zu produzieren und dieses dann zu streamen, greift man bei Make TV via Internet auf Material aus unterschiedlichen Quellen zu und gestaltet daraus das Live-Programm in der Cloud. Als Quellen können Smartphones, Webcams, Live-Streams aus Camcordern, aber auch Zuspielungen oder im Web schon vorhandene Clips genutzt werden.

Auf dieser immer noch gültigen Grundidee basierend, hat der Hersteller sein Produkt nun mit konkreten Produktkomponenten, aber auch mit Workflow-Modellen erweitert. Unter den Workflow-Ideen sind auch solche, die sich vom Gedanken einer »Sendung« im engeren Sinn lösen und eher eine Mischform aus Live-Sendung, Clip-Show und Videochat darstellen.

Mit der Make TV Mobile App lässt sich Material von Smartphones oder Tablets an die zentrale Applikation übertragen, das Make TV Studio. Dabei sind Live-Streams möglich, aber es können auch vorher aufgezeichnete Clips hochgeladen werden. Die Programmmacher können während der Übertragung mit den Smartphone- und Tablet-Benutzern kommunizieren: per Textnachricht und integrierter, einfacher Intercom-Funktionalität. Der Mobilnutzer vor Ort erhält sogar eine Tally-Signalisierung, wenn sein Signal gerade live ins Programmsignal geschaltet ist.

Eine weitere Ergänzung von Make TV Studio ist der Selector. Das ist sozusagen ein Multiviewer, mit dem man bis zu zwölf Live-Quellen gleichzeitig darstellen kann, die man per Filter oder individueller Auswahl aus einer quasi unbegrenzten Zahl von Quellen/Streams auswählen kann. Hier kann man wie bei einem Bildmischer auswählen, welche der angezeigten Quellen man ausgeben will: Entweder an Make TV Studio, aber (mit entsprechender Hardware) auch via SDI-Schnittstelle an andere Infrastrukturen, wie etwa Newsrooms oder Sendestrecken. Der Selector erfüllt also auch die Funktion, Handy-Streams zu stabilisieren und so aufzubereiten, dass man sie in klassischen Broadcast-Strukturen verarbeiten kann.

Um große Mengen ankommender Quellen verarbeiten, sichten und sortieren zu können, gibt es als weitere Komponente den Make TV Manager. Damit kann man nach unterschiedlichsten Kriterien filtern, durchsuchen, auswählen: Geografische Angaben, Autoren, Bildqualität und viele andere Parameter stehen hier zur Verfügung.

Damit sind wir bei einer grundlegend anderen Idee angekommen, wie künftig Programm entstehen könnte. Make TV soll dabei als Sammelpunkt fungieren, an dem Streams und Clips auflaufen, aus denen die Programmmacher zunächst auswählen, was sie davon brauchen können und dann daraus eine Hauptsendung bauen. Das sollen Streamtags lösen, die das Material als zu einem bestimmten Themenbereich gehörig kennzeichen, ganz ähnlich, wie das momentan mit Hashtags bei Fotos und Textmeldungen im Internet praktiziert wird. (Der Begriff Streamtag hat dabei so gut wie nichts mit dem zu tun, was man derzeit im Internet-Radiobereich unter Streamtags versteht).

In dem Moment, indem man innerhalb seiner Make TV Mobile App einen privaten oder öffentlichen #streamtag eingibt, wird der von diesem Gerät abgegebene Stream zur möglichen Quelle einer entsprechenden Produktion.

Dieses Prinzip erlaubt es einerseits, mit privaten Streamtags geschlossene Produktionen zu realisieren. Man kann aber auch einen öffentlichen #streamtag nutzen und damit die Hauptsendung für Zuschauer oder aber auch beliebige anderen Personen öffnen. Über einen Streamtag kann prinzipiell jeder, der sich am Ort des Geschehens befindet, über das man berichten will, via Smartphone oder Tablet Material für die Sendung zuliefern: Er kann einen Live-Stream des Ereignisses beisteuern, das er gerade filmt, er kann aber auch selbst für Live-Chats zur Verfügung stehen.

Selector und Manager gehören nicht zum normalen Umfang von Make TV Studio, sondern müssen separat erworben werden.

Anbindung an Avid MediaCentral

Zwischen Make TV und MediaCentral von Avid soll es eine enge Integration geben: Make-TV-Produktionen sollen sich innerhalb der MediaCentral-Plattform suchen, betrachten und ausspielen lassen. Es soll etwa auch einfach möglich sein, von einem mit MediaCentral verbundenen Media Composer aus auf Make-TV-Produktionen zuzugreifen und diese dann mit dem Composer weiter zu verarbeiten.

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Autor
red
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