Festival, Top-Story: 06.05.2019

Filmtipps für das 34. Dokfest München 2019

Am 8. Mai 2019 begann das 34. Internationale Dokumentarfilmfestival München. 159 Filme aus 51 Ländern gibt es zu sehen.

Der Doku-Kameramann Hans-Albrecht Lusznat hat einige Filme schon gesehen und gibt hier seine ganz persönlichen Tipps ab.






Push – Für das Grundrecht auf Wohnen [Kapitalismuskritik]
»Push – Für das Grundrecht auf Wohnen«.

Dies ist sicher nicht der beste Dokumentarfilm und auch nicht der, der überragend fotografiert ist. Aber das Thema brennt in allen Großstädten auf den Nägeln und entwickelt sich zu einem Grundproblem in ganz Europa. Einfach gestrickt, folgt dieser Film Leilani Farha, der UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Wohnen.

Auf ihren weltweiten Reisen besucht sie die verschiedensten Aktivisten, die sich für eine gerechtere Wohnungssituation einsetzen. Unter anderem geht es um den Finanzkonzern BlackRock (Aufsichtsratsvorsitzender in Deutschland: Friedrich Merz) der durch den Kauf britischer Militärwohnungen in der Nachwendezeit in Deutschland zum größten Wohnungsbesitzer aufstieg und eine Kapitalisierung des Wohnungswesens im großen Stil betreibt.

Die rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst [Klima, Umweltschutz]
»Die Rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst«.

Nicht alle Dokfest-Filme, die man als Journalist im Vorfeld der Berichterstattung sehen will, werden von den Rechteinhabern frei gegeben. Das ist bei diesem Film so, von dem es nur ein paar Ausschnitte zu sehen gab.

Entstanden ist das Projekt aus einer WDR-Berichterstattung, die zunächst die Kosten deckte. Dann haben Team und Autorin, wie das häufiger bei Dokumentarfilmen der Fall ist, weiter gemacht und sind an ihren Protagonisten dran geblieben, natürlich auf eigene Kosten.

Östlich von Jülich frisst sich der Braunkohletagebau Etzweiler trotz der Kohleausstiegsdiskussion durch die Landschaft und bedroht einen Wald, dem viele Wissenschaftler eine europäische Einzigartigkeit bescheinigen.

Woodstock [Popmusik-Geschichte]

Ein Jubiläumsfilm zum 50jährigen des berühmten Musikfestivals in White Lake Betel in den USA. Das ganze Festival wurde für die damalige Zeit aufwändig in 16 mm gefilmt, und so entstanden über 100 Stunden Material. Aus diesem bedient sich der Filmemacher umfangreich, greift aber auch auf TV-Berichterstattung und Nachrichten zurück.

»Woodstock«.

Das Besondere an dieser rückblickenden Dokumentation sind die Zeitzeugen aus ihrer heutigen Sicht. Sie werden mit Fotos aus der damaligen Zeit vorgestellt, erscheinen aber nie im Bild und sind nur als Off-Ton zu vernehmen, sie kommentieren die vielen Festival-Bilder. Das Besondere am Woodstock-Mythos war sicherlich die Tatsache, dass 400.000 Menschen an einem Ort unter teilweise widrigsten Infrastruktur- und Wetterbedingungen zusammenkamen und vier Tage friedlich miteinander verbrachten.

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Autor
Hans-Albrecht Lusznat
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